Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 10 (16.8.1929)
- Date
- 1929-08-16
- Page
- Seite 133 (sequence 1)
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1 Gemeinde Herirms für »ic iyroeHttW&ew Gemeinde« aBBrtttwBerB< a«jng»pr«l» etnfSiUcßUd) e«(t«Ug<K> ftitzrllch 5 JIM, l)alb|ftt|cUct| t.50 JLM Di«rt«l|fil|ifld| 1.15 JIM, «tnjelnummer 15 Rtldiopfeimlg Poftlchech-Roolo: 35t 5* Erscheint monntlich z»«!«al a« l. ». lv. Verlag: Israelitische verlagsaastalt G. m. k. ks. feraspr. rzzrs » Stuttgart * Knfcrncnfhr. 13 Schrlltletlaag- Stadtraddiuer Dr. Rteger, Stuttgart, LhorlotteaAraH« 13 ' M!< >1 <1 ♦ f» 61« «tntpiltig« nonpoMtll«3«ll« 30 Rei<D»pf«nntg nmfdilagteiten i, vorzugipUttz« noch SCartf, f aratUenanjetgen and klein« I Injeigen M« Kl«tnj«lle to Rtld)spf«nnlg, Reklomer»U« 1.50 JIM Sei 3Si(L«r|olang«H ««rgBnftignng vi. 3oOr0ong etnttaaH, IS. 3Xtt0Uft 1929 2tv. IO Judentum und Chriftentum. »mtliige 3» efanntmact» tragen Tie zweite Auslage des Handlpörterbuches für Theologie und Religionswissenschaft, die von Her mann Gunkel-Halle und Leopold Zscharnack- Königsberg in Verbindung mit Alfred Bcrtholet, Hermann Faber und Horst Stephan unter dem Titel „Tie Religion in Geschichte und Ge genwart" im Verlag von I. E. B- Mohr (Paul Siebeck) in Tübingen erscheint, liegt bis zur 54. Lieferung vollendet vor. Tas Handwörterbuch darf in allen seinen Teilen als eine Muster leistung, ja als eine Ehre deutscher Wissenschaft bezeichnet werden. In einer noch die letzte Forschung berücksichtigenden knappen, aber immer lesbaren Form, wird hier die weltumspannende Bedeutung der Religion in Geschichte und Gegen wart von ihren besten theologischen Kennern dargestellt. Was dem Wörterbuch vom Standpunkt des Judentums besondere Bedeutung und Wertung verbürgt, ist die erfreuliche Tatsache, daß ein wesent licher Teil der jüdischen Stoffe von den beste» Vertretern der liberalen jüdischen Theologie be arbeitet wird. Tas Gebiet der Geschichte des Iw dentums und der Judenheit behandelt Jsmar Elbogen, Fragen der jüdischen Religionsgeschichtf Pros. Tr. Auttmann-Berlin, Erscheinungsformen der jüdischen Gegenwartsreligion bearbeitet Rabbiner Tr. Leo Baeck. Tamit ist eine gerechte Würdigung der Probleme des Judentums in diesem Werke sichergestellt und die Richtigkeit der Angaben des Handwörterbuches auch qus diesem Gebiete gewährleistet. Tie 49. und 50. Lieferung enthält die Auf sätze über das Judentum, einen in seiner Sach lichkeit und Sorgsamkeit vorbildlichen Artikel Elbogens über das Judentum bis zur Neuzeit (135 bis 1730), einen ausgezeichneten tleberblick über das Judentum in der neuen Zeit und in der Gegenwart aus der Feder Leo Baecks und vor allem eine vorzügliche zusammenfassende Tarstellung der jüdischen Philosophie von Philo bis zu Hermann Cohen von Pros. Guttmann. Tazu kommen noch kürzere Angaben über „Jüdische Jugendbewegung" und „Jüdische Seminare", die sich natürlich aus das Wichtigste beschränken müssen. Tas Doppelheft enthält außerdem eine Tarstellung der jüdischen Geschichte bis zum Ende der Königszeit - von Alt und Beglich, eine Skizze des Judentums vom Exil bis zu Hadrian von Eißfeldt und Abhandlungen über Judenmission (von Harling), Judenchristentum (von Peterson) und jüdische Propaganda (von Fiebig). Besondere Aufmerksamkeit verdient gerade an der Stelle, an der er veröffentlicht ist, ein Beitrag des Tübinger Theologen Prof. Gerlmrd Kittel „Judentum und Christentum". Er enthält ein ivundervolles Wort, für welches die Judenheil seinem Urheber ernsten Tank schuldet: „Tarum sind die vielfachen Zusammenklänge der Bergpredigt Jesu mit Sprüchen des rabbinischen Indentums weder, wie jüdische Polemik meint. .Tie gestc l durch Abhängigkeit noch, wie christlich glaubte, durch Nachi; das Judentum (etn das bei der Synagoge tum), sondern allein Mutterboden zu erkbi zwischen Ehristentu den Seiten die Aem nicht allzuoft vecges manches harte Wort stimmung vermieden Kittel selbst hat in gemeinsamen Muttei! loren. Er sagt: , sätzlichkeit (zwischen liegt dort, wo die Falle die Leistungs^el reinsten Form) anderen Fall sie hemarton (alle wäret reinen und ausschlicß führen. Hier liegt, für immer eine and Tas ist die Konstrukt logie, aber nicht die auch die Lcistungsrel von dec Grundanschi scheu, auch die bester Nicht einmal Mose sündensrei und ihre heiligen Schrift o sessor Kittel schon ei für den Versöhnung Blatt mit seinen ständnissen spricht Menschen, der auf Gnade angewiesen nicht rein und erröjt Kennt Kittel nicht kothai (VIII. S. >12 seine Sünde bekennt sagt Gott? Ist das Judentu Leistnngsceligion, als Darstellung allen G erscheint? Auch Projs dische Stelle — ich wart behandelt Maß der Taten an Gutes tut, sondern Herzens gegenüber ec kennt die Sprüch Antigonos aus Toch gesagt hat: „Seid Herrrn um Lohnes Knechte, die Gott n dienen, dann wird euch sein." Auch er k der Väter 2, 12): Jesu von älteren Rabbinern e Apologetik gelegentlich irkung von Jesuworten aus a auf dem Umwege über verbleibende Judenchristenaus diesem gemeinsamen iren." Wenn in der Polemik und Judentum von bei Einsamkeit des Mutterbodens en worden wäre, es würde ungesagt und manche Miß worden sein. seinem Aufsatz leider diesen hoben aus den Augen ver unüberbrückbare Gegen- Judentum und Christentum) ittlichen Impulse in einftn ligion tat exochen (in der ten . . . , wo dagegen im jsur Erkenntnis des pantes ünder) und von da zur ,,t. N «ll lichen Religion der Gnade gas aus der Tochterreligion ere Religion gemacht hat." on der protestantischen Theo historische Wahrheit. Tenn igion des Judentums geht uung aus, daß alle Men- und edelsten, Sünldet sind, gnd nicht einmal Tavid sind ündhaftigkeit wird in der fsen dargestellt. Hat Proumal eiu jüdisches Gebetbuch stag ausgeschlagen? Jedes lndenbekenntnisscn und Geon der Sündhaftigkeit des glattes Gnade und nur aus elbst die Engel sino en vor Gottes Angesicht." Stellen wie Sisra Bechuk ed. Weiß): Sobald Israel erbarme ich mich seiner. (n wirklich die rechnerische die es in dec protestantischen gcnvorstellungeii zum Trotz Kittel kennt die talmuhabe sie in seiner Gegen- Es kommt nicht auf das ob einer viel oder wenig aus die Gesinnung seines (Berachoth 17 a). Auch der Väter und weiß, was >, der älteste Talmudlehrer, l icht wie Knechte, die dem willen dienen, sondern wie cht um des Lohnes willen wahre Gottesfurcht unter mnt die Mahnung (Sprüche dein Tun sei um Got- 2ott" All uung mit Gott darstellt, Leistung gegen Leistung. Gerade das vom ihm angeführte „erschütternde Beispiel", daß her sterbende Rabbi Jochanan den Sakkai im Bewußtsein seiner Sündhaftigkeit vor dem Augenblich bangt, in dem er vor Gottes Jskaelilischer yberrat. Aus Anregung des Reichsinnenministers wird in allen Gottechäusern des deutschen Vaterlandes am Verfassungstage der Bedeutung dieses Er eignisses für aas deutsche Volk und Vaterland gedacht werden! In voller Würdigung der Tal j sache, daß die Rcichsverfassuizg die Grundlagen! sür ein geordnetes staatliches Gemeinschaftsleben! in Teutschland!und nach den Erschütterungen der Umsturzzeit alen Verhältnissen eine neue feste Rechtsgrundlage geschaffen hat, verjügt der Ober rat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Wün tcmbergs, daß am Sabbath, den 10. August, ini Gcmeindegottesdienste dieses sür die Erhaltung und Entwicklung Teutschlands so bedeutungs volle» Ereignisses feierlich gddachl wird. Ter Lberrar empfiehlt in das deutsche Gemeindegebet sür die Sabbathgottesdienste (Erlaß vom 4. Jun- 1923, Nr. 11W nach den Worten: ... „sür unser 'Volk, fsir unser Vaterland und unsere Heimatstadt dah Beste beschließen." die folgende» : Gebetsworte chizufügen: „Mit allen ^Teilen des deutschen Volkes ge . denken wir an! diesem Sabbathtage dankbar der i sür unser Volk und Vaterland so bedeutsame» 1 Tatsache, daß <i» Jahrzehnt seit dem Tage ver gangen, an dchr für das deutsche Volk nach den schweren Erschütterungen der Umsturzzejt eine neue Reichsver^assung und mit ihr der Recht? bcde» sür eii^ geordnetes staatliches Gemein schaftsleben geschossen worden ist. ' Möge der allgülige Gott unser Vaterland gnä big vor Leidepszeiten behüten und ihm unter dem Schutze bei Reichsverfassung friedliche, glück liche und gesegnete Zeiten schenken.'Mögen Gerech tigkeit und Trjeue die Grundlagen der Berfas * sung immerdar^ bleiben und dem deutschen Volke und Vaterlands nach Gottes geheiligtem Willen innere Kraft ujid Festigung schenken." " [ Nördlinger. (Xer obige, vom Ofrt Cberrat am 4. b. MI«, gegebene Erlab rutrb Don un« feiner Bebauung halber auch nach bem iBetfaffungtinge zum tlbbrud gebracht.! tes willen. Und!, doch wagt er das Judentum eine Leistungsreligio^ kat exochen zu nennen! Tas Gleiche (gilt von der sogenannten „Voll, macht Jesu", per das Gesetz vollendet und die Sünde vergibt, j Hinter ihr soll „eine völlig anders gewordene Gottesanschauung stehen, die Anschauung von »em Gotte, vor dessen Heiligkeit alle Leistung -- sei es rituelle oder sei es sittliche Tat — in nichts versinkt". Hier wiederholt Kittel nocjmals das arge Mißverstäuünis, das leider wie in Dogma in der protestantischen Theologie fortlibt, daß das Judentum als Gesetzesreligion nur eine Art kaufmännische BerrechoRMHHII SCHIEDMAYER manofortatabiik v. J. u. P. Sphlodmoyor - 12) Kok« Ulrlohatra*«« HARMONIUM HWinilHIlHIWtDÜWlllRII STUTTGART, Neokarstresee FLÜGEL / PIANINOS / TAU 3H STIMIfUNQCN JKMK TEIUZA^LUNQCN F« aocl 41/49 HiBannHiiiHiiHiBtniiiiiiniiiiiiMiutuiiJ! HiHmiimiHiiUHHiiiHiHniHii LEIPZIG