Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 9 (1.8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- Seite 127 (sequence 9)
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-a*r Marannen Portugals, die damit auch offiziell zum jüdischen Glauben zurückkchrten. Die Synagoge wird in der Straße errichtet, die den Namen des portugiesischen Marannendichters Guerra Junqueiro trägt, der eine frappante Achnlichkeit mit Rembrandts Rabbiner-Bild hatte. Die Marannen von Belmonte -und Covilhan sandten an den Präsidenten der neuen jüdischen Maraunen-Gemeinde in Opporto, Kapitän Barros Baston, eine Begrüßungsbotschaft, dankten chm für die große Arbeit im Interesse der Rückkehr der Marannen zum Judentum und wünschten der jüdischen Gemeinde in Oporto Frieden und Gedeihen. Die Kundgebung schloß mit den hebräischen Worten: „Schalom lejjisrael" (ITA). Jüdischer BevSlkeruugtzuwacht in Rußland. Die Sektion für Wirtschaft und Statistik des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts veröffentlicht interessante Ziffern über Geburten, Sterb-- lichkeit und Mischchen der jüdischen Bevölkerung' in Rußland. Diese Ziffern sind auf Grund des neuesten amtlichen Materials („Die natürliche Bewegung der Bevölkerung der SSR-Union im Jahre 1926", Moskau, Band 1, Lieferung 2) zusammengestellt worden. Im Jahre 1926 ftnb in Rußland (ohne den asiatischen Teil) bei einer jüdischen Bevölkerung von 2 399 437 Seelen 57 786 Geburten gezählt worden, dies ergibt eine Geburtenziffer von 24,08 pro 1000. In den einzelnen Teilen Rußlands sind die jüdischen Geburtenziffern wie folgt: Zentralrußland mit 8687 (18,06), Ukraine 39360 (25,02), Weißrußland 9719 (28,26 pro 1000). Die Sterbefälle in demselben Jahre betrugen: für Gesamtrußland (ohne den asiatischen Teil) 21868 (9,11 pro 1000), davon — für Zentralrußland 3869 (8,04), für die Ukraine 14551 (9,24), für Weißrußland 3448 (10,03). Daraus ergibt sich folgender natürlicher Zuwachs aus je 1000 der jüdischen Bevölkerung: Gesamtrußland 14,ß7, Zentralrußland 10,02, Ukraine 15,78, Weißrußland 18,23. Sehr 'gestiegen ist die Zahl der Mischehen unter den russischen Juden. Auf 23588 reine jüdische Ehen im Jahre 1926 entfielen 1983 jüdische Frauen und 2378 jüdisch« Männer, die Mischchen eingingen. Der höchst« Prozentsatz an Mischchen ergibt sich in Zentralrußland, wo die Juden eine verschwindende Minderheit der Gesamtbevölkerung darstellen; der geringste Prozentsatz in Weißrußland, wo die Juden am dichtesten leben. Obwohl die überwiegend« Mehrzahl der Juden unter Ukrainern und Weißrussen lebt, gchen doch die Juden bedeutend mehr Mischehen mit Russen ein als mit Ukrainern und Weißrussen. Bon den 2378 nichtjüdischen Frauen; die jüdische Männer heirateten, waren: russische 1665 (70/)»/»); ukrainische 467 (19,6«/»); weißrussische 60 (2,6 o/ö); polnische 56 (2,4»»); andere 130 (5,4 o/o). Bon den 1983 nichtjüdischen Männern, die Jüdinnen heirateten, waren: russische 1064 (53,7 o/o); ukrainische 531 (26,8 «»); weißrussisch« 94 (4,7 o/o); polnische 60 (3,0«»); andere 234 (11,8 °jo). Es ergibt sich also, daß die Neigung jüdischer Männer zu russischen Frauen viel stärker ist, als die jüdischer Frauen zu russischen Männern (ITA). Die junge jüdische Generativ« i» Amerika. Dr. Lvovitch, Mitglich der Zentralverwaltung des Verbandes „ORT", ist nach einem fast halbjährigen Aufenthalt in den Bereinigten Staaten, wo er die Kampagne zur Aufbringung einer Million Dollar für das ORT-Aufbauwerk, sowie einer Million Dollar zur Beschaffung von Werkzeugen und Rohstoffen für die jüdischen Deklassierten in Rußland unterstützt hat, nach Berlin zurückgekchrt. In einem Gespräch mit dem JTA-Ber» treter schilderte Dr. Lvovitch seine im heutige« Amerika empfangenen Eindrücke. In Amerika ist eine neue jüdisch« Generation emporgekommen, die sich mit frischen Kräften den konstruktiven jüdischen Werken widmet. Die jüdische Jugendbewegung in Amerika ist noch jungen Datums. Es ist nicht lange her, daß die Bewegung zur Organisierung der jüdischen Jugend in den Jugendzentren eingesetzt hat. Nach wenigen Jahren Organisation tritt dies« Jugend wohlgerüstet ins öffentliche Leben und übernimmt die Führung in vielen konstruktive» Bewegungen des Judentums. Wenn eine kurze Zeit in der anlerikanisch-jüdischen Gesellschaft hinsichtlich der Arbeit für die ausländischen jüdischen Brüder eine gewisse Müdigkeit Platz gegriffen hat, so ist diese Müdigkeit heute, nach dem Auftreten der neuen Jugend^ überwunden. Die Repräsentanten dieser neuen Jugend in Amerika sind Paul! Marburg (Sohn von Felix M. Marburg), der Newyorker Hasenkommissar Howard Lolman, der Publizist u«d Arbeiterführer Bladek, der R« htsanwall Max Eisner, Paul Mäzen und eine 8 eih« anderer Persönlichkeiten, deren Wirken dem ji dischen sozialen Leben in Amerika ihren Stempel ausdrückt. Man sicht in Amerika die Gewähr fi r eine gute Entwicklung des Judentums darim daß in einer Zeit, wo Menschen wie Louis Marshall, Felix M. Marburg, Her- O. 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