Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 7 (1.7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 101 (sequence 9)
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1 in dem glänzenden Sr wand, welche« dir Bortragskunst Wisten - jrnrn Lirdrrn umhing — Reuland selbst für Ätmwr jener gemütötiesen Dichtungen. Dieser Juda Halevi, welcher um 1140 starb, ist übrigens nilfit tot — er lebt in mehr als 300 Litern in unseren tyebetbüchern fort. — Für die eigenständigen alijüdijlchen Sagen hat Th. Brandt den rechten Ton grtrqssen. „Tie Zaubergans" hätte ich ihm übrigen« gerne geschenkt. Alles in allem Tank und Anerkennung de» Mitwirltnden und vor allem: Herzlichen Tank der Leitung de« Rundfunks, daß sie Gelegenheit gegeben hat, auch einmal , hebräische Dichtungen und Melodien einem weiten »reis zugänglich zu machen. Eine Wiederholung würde gewiß dankbar ausgenommen werden. Darum aus baldiges Wiederholen, Herr Rundsunk! M. Sinti gart. Einer der angesehensten Vertreter der Slutt garlcr Geschäftswelt, der Inhaber de« Bekleidung«- banse« Glast & Wels, Hermann Glast, ist am 25. Juni im Alter von 68 Jahren plötzlich gestorben. Mit ihm ist ein überall gern gesehener, aufrechter Mali» au« einem arbeitsreichen Leben geschieden. Stuttgart. Ter Professor für Philosophie an der Technischen Hochschule Darmstadt, Dr. Julius Goldst e i n, ist im Alter von 57 Jahren an den Folgen eines Tarmleidens am 25. Juni gestorben. Goldstein war! über seine Lehrtätigkeit hinaus als Herausgeber der Zeitschrift „Der Morgen" und als Hauptmitarbciter an der „C.V. Zeitung" bekannt. Er hat sich auch vor allem durch die Bekanntmachung des Pariser Philosophen Bergion in Deutschland einen Namen gemacht. Auch in Stuttgart stand der Gelehrte als Redner in hohem Ansehen. Tie deutsche Wissenschaft ver- S einen ihrer besten Männer. tun st ha ns Schalter. Juli Augnst : (Maler vom Bodensec). Am 27. Juni konnte »irchenvorsteher lern bei bester Gesundheit seinen 60. crn. Anläßlich dieses Tage« wurden dem veroienien mann« von allen Seiten reiche Ehrungen zuteil. Möge er noch viele Jahre zur Freude seiner Familie und zum Wohle seiner Gemeinde wirken! Niederstetten. Bor nicht ganz einem Jahre hatte unsere Gemeinde, Beranlassung, ihres Borstehers Nathan Ney anläßlich seiner Goldenen Hochzeit in Tankbarkeit zu gedenken. Nach 38jähriger Tätigkeit als Gemeindevorsteher ist Nathan Ney nun vor kurzem, von der ganzen Gemeinde betrauert, verstorben. Sein Sohn, Hermann Ney, wurde am 16. Juni mit 27 von 35 abgegebenen gültigen Stimmen zum Borsteher gewählt. Tic Wahlbeteiligung betrug nur 50 <yu. Arbeit, Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach der Auffassung des Judentums. In den meisten Darstellungen des Judentums wird die Arbeit als ein Fluch, als die Strafe der ersten Menschensünde, geschildert. Sorglos und frei von jeder Arbeitspein hatten die Menschen im Paradiese -gelebt, bis sie sich diese ungetrübte Glückseligkeit durch ihre Sünde verscherzten. Die Arbeit sei die göttliche Strafe für diese Sünde gewesen. In Wirklichkeit ward der Mensch zur Arbeit geschaffen. Er war in den Garten Eden gesetzt, „ihn zu bebauen und zu pflegen (1. Mose 2, 15)". Tie Arbeitslosigkeit gehörte nicht zur Paradiesesseligkeit. Der Gott, der schaffend die Arbeit geadelt, hatte den Menschen zur Arbeit geschaffen. Nicht ein sinnlos tändelndes Träumen sollte sein Dasein werden, er sollte die Natur in Kultur umwandeln und so „ein Arbeitsgefährte Gottes beim Schöpsungswerke" werden. Seine Arbeit ist Gottesarbeit im Dienste des Weltaufbaus (Tikkun hoaulom). Das hebräische Wort für Arbeit (melacha) gehört stammlich zu dem Worte für Engel (malach), denn jede Arbeit ist Wirken im Dienste der Gottheit. Das Gebot vom Sinai erinnerte noch einmal an die Arbeitspflicht des Menschen: „Sechs Tage sollst du arbeiten und dein Werk voll verrichten." Tu hast ein Arbeitsamt auf dieser Erde, dem du dich nicht entziehen darfst, wenn anders du deiner Lebrnspflicht entsprechest willst. Nicht die Arbeit, sondern der Kampf gegen die feindliche Natur, das harte Ringen gegen die widrigen Kräfte ringsum ist die Strafe der ersten Menschen gewesen. Me Arbeit selbst aber ist Lebensglück (Psalm 128, 2), ist gottgewollter Daseinssinn (Hiob 5, 6). Wer die Arbeit schätzt, schätzt auch den Arbeiter. Darum find die vielen Bestimmungen der mosaischen Lehre zum Schutz des Arbeiters nur ebensoviele Zeugnisse füi der Bibel. Der Arb Interesse an seinem Gedeih und Verderb behandelt, je reiche - 101 - di« Wertung der Arbeit in itgeber hat eben das größte Arbeiter. Er ist mit ihm auf verbunden. Je besser er ihn er ihn entlohnt, um so sorgsamer wird die Arbeit des Arbeitnehmers sein (Baba mezsa 83 b, jer. Drmaj 7, 4). . Di« sozialen! Unterschied« sind naturgegeben. „Aber es darf kein Armer unter euch sein (5. Mose 15, 4)". tpott weckt als Ausgleich gegen die Löwen-Apötheke Q. 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