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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-07-01 · 7 (1.7.1929) · p. Seite 98

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
7 (1.7.1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 98 (sequence 6)
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- 98 - Gedenket der Reisekasse * des Württberg.-Hohenzoll. Landesw Verbands des Jüd. Frauenbundes tiimttuiii ein rfip’-? jüdisches Lebe» in Teneiisee geherrscht bäben, besonders an den Festen, ivenn die Hänvler, die meist von einem Feiertag jum andern in ihrem „0>ai" blieben, tu. ihren Tvamilicii beim gekehrt waren Toch schon in dee Mitte des vorigen Fahr bunderls begann eine stärke Abwanderung, teils in baoi'che und, würlTemoergische 2tiiörc, teils ,ibers Weltmeer nach den Bereinigten Staaten. Tie 'Gemeinde wurde allmählich tlfiiicr. Aoch um I VM zählte sie über lOi> Seelen: dann aber ivnrchdie Abnahme derart stark, dm; 1 i*fh? die jüdische Volksschule, die nur noch vier >ii»der baue, geschlossen wurde Auch der Oioltesdienst mnstie -um diese Zeit eingestellt werden Tie ThoraroUen wanderlen nach Auswärts, die Ar men und Fahrzeilsstisliingen ivnrdcn nach Haigerloch überwiesen Tie Snnagoge. ein recht stattliches Gebäude, veriiel immer mehr Aoch ist der Ban an und -nr sich solid, aber die Fenster unh die schönen t'-.aslüster sind durch Srrinwürfe säst völlig scr stört, die Bemalung der Brändeist vom Tal veler zerfressen, und an der Decke nisten die Schwalben ^>ioch geben die :Hcfte der itzlasleuchtcc, der zierlich gearbeitete Almemor und die schöngegliederte, vou einem gemalten blauen Fürstenmanrel ivictungsvoll sich abheoende Heilige Labe dem Fannie eine gelviisc Weihe. Aber der Verfall schreitet fori. Oiiiu soll die Synagoge dem Abbruch preis gegeben werden, lis leben heule nur noch zwei Juden im Crtr, ein altes (»cschioistcrpaar. Ter Bruder hat kurz vor deni Kriege aus den Resten de-? chemeindcsonds eine solide Mauer um den Friedhof errichten lasse». Jetzt sollen die jüdi scheu Äemeindegrundstückc der politischen Gfe meinde übcrschrieben werden, die sich dafür verpslichier, den Schutz des Friedhofs zu überneh men. Tie Synagoge aber soll abgebrochen wer den, damit sie nicht später einmal Zwecken die neu mutz, die eines eheinaligen (ölotteshauses unwürdig sind Um sic zu erhallen, wollte der letzte Jude in Tettenser, Herr Hirsch, sie der Torsgemeinde zum Umbau in ein (Gemeindehaus überlassen. Tie (Gemeinde hat das Angebot aus Geldmangel abgelehnt. Weitere Versuche, sie jü bischen Verbänden zur Benutzung als minder heim abzutcelen, sind an der ungünstigen, abseiti gen Lage des Torfes gescheitert. So ist die Synagoge nicht mehr vor dem gänzlichen litt tergang-zu retten, und in einigen Jahren wird nichts mehr von der Stätte zeugen, an der Äenecalionen von Juden in Freud und Leid ihrem lilotie gedient haben Es war einmal? Aus dem Protokollbuch der früheren israelitischen Gemeinde Aufhausen. Ta in der Herberge des Herrn Aharon den Fizchof Weiber mit fremde Junge getanzt haben und mir fremden Baalr batini (Äemeindemir gliedern), was in unserer .stehilloh (Gemeinde) sowie in der ganzen Zerstreuung Israels ver botbn ist, so. werden diejenigen, sowie auch ande.e hiermit gewarnt, daß, wenn in Zukunst eine Frau mit einem fremden Mann oder Jung oder aber ein Mann mit einer fremden Frau in unserer Zeit tanzt, daß jener, welcher selbst tanzt oder seiner Frau es erlaubt, einer Strafe unterliegt nach Einbenehmen mit dem Parnes (Gemeindevorsteher) und eine solche Frau wird beim ersten Mal als eine Chuzpoh (Freche oder Unverschämte) in unserer Synagoge verrufen beim ersten Male, im wiederholten Falle werden andere Maßnahmen ergriffen werden. Aufhausen, den 1l. Kislev 5584 (1821), welches in unserer Synagoge öffentlich puvli ziert ivcrde. HaKoton (der kleine — Ausdruck der Bescheiden heit —) Secligmann Löb (Weil). Cl&S hu* CfatHUHidlHf Stuttgart. Am 28. Juni waren 10 Jahre seit Abschlust des für Teiitickland so schmerzlichen Fri.' dcns von Versailles vergangen. Anläßlich dieses Tage- Hai der Israel. Cbtrnit an die Israel Bor steheräinier, Rabbiner und Aeligionslehrer folgenden lrrlast versandl: Am 28. Juni 1920 sind 10 Jahre seit dem Frieden von Versailles vergangen. Tiefer Tag ist ein Trauertag für daS Teutsche Voll. Mit dem gesamten Teutschen Voll leiden die jüdischen Volksgenos sen unter den furchtbaren Nachwirkungen des Friedens vertrag-:- von Versailles. 2ie Iranern besonders um den Verlust von 80 not) Menschen, guten Tculsche» und gute» Juden, welche die deutsche Judcnheit durch die sc» Friedensvertrag verloren hat. Ter Lberrat verordnet, dast, ebenso wie alle religiösen Olemeinschasicn unseres Valerlandcr, auch die jüdischen blemcinden am 28. Juni des Traucrlags gedenken und beim Frcilagabcndgollcsdienst entweder innerhalb des üb lichen deulichen Freitagabend ltzcbets oder vor dem „lrckn nerananoh" in einem ltzebele zum Ausdruck bringen, dast wir den ltzlauben an den Sieg der Wahrheil über die Verleumdung nicht verloren und die Ve srciung der deutschen Ehre von der Brandmarkung xC.i.Hoff&Co.x Kohlenhondelsgesdlschaft m. b. H. meirldlflrMe 8, («m Friedrichsplattf LAGER: mann» <*. ■WHti «0101) FERNSPRECHER 20790 Nur ersfldaiflge Brcnnmalcrtalicn aller Art Sorgttlttgste Belieferung! Unbedingte Garantie für obgeliefertes Gewicht Josef Brühl STUTTGART •Rotebfihlstr. 127 B (Ede Sdiwabstr.) Telefon Nr. 63530 Tagt, trisdi geröstet: d, Pfd. Santos-Kaffee ... M. 2.80 Caraplnas~Misdiung « 3.00 Guatemala.« 3.20 Caracas . ..« 3.60 Coban.* 4.00 Columbia.* 4.40 Costarica.. 4.80 Versand franko atiöt nadt auswärts / SCHREIBUND RECHENMASCHINEN i@i iSGüTMANN Bl STUTTGART |j| \MARIENSTR.1o7 PREISWERT formenschön w ■grösstes 0 ■AUSSTEmjN6SHAUS 8CHILDKNECHT A. G. 8TU TT 8 ArT Für die heiße Jahreszeit! lll!lillllllllllllllllllillllltlllll!!lll!lllllll!!lllllllllllll!!l!ll!llllllllllllll!llllll!lllllllllllll!ll!!llll!ll!lllll>lil!>lllll>llllill!lllllllllllllll»lll!llll!>lllllllllllli Gesundheit Mutier, Dein Kind! W a chsiumsfreude Lebenskraft sind die Ergebnisse, wenn Dein Kind täglidi Infantina als Säuglingsnahrung bekommt. Preise: Infantina-milchhaliig 1 Dose 400 8 Mk. 2.-. 250g Mk. 1.40 Infantina-milchfrei 1 Dose 300 g Mk. 1.50 ln allen Apotheken u. Drogerien erhältl. Druckschrift, auf Verlangen gratis. Or. 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