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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-07-01 · 7 (1.7.1929) · p. Seite 96

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
7 (1.7.1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 96 (sequence 4)
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König Fund I von Ägypten ein Förderer der Wissenschaft. - Don Dr. Zkrouer, Obervorf-Bopfingen. Früker verband man mir dem Namen Pbara onen den Begriff der Despoten, die schrankenlos regierten, idre eigenen, oft blutigen Gesetze schrieben. göttliche Berchrung erheischten und erhiel ren Etwas vorteilhafter bob fick.von diesem Bilde die Gestalt des Pharo»', zur Zeit Josefs ab. Tiefer Pbarao batrr -neben i*m ^errscherstuhl doch auch Achtung vor den, Geiste/ er ehrte die Weisheit eines Josef und gab Gesetze der Le bcnserbaltung und der Bolkswoblsahrt An die ien Kullnriörderer Pharao wird man erinnert, wenn man heute die Biographie des Deutschland besuchenden Königs f^uad liest. Ein Mann, der allerhöchste Bildung anstrebk, der die kulturel len Schätze des grasten Aegypierreiches heben will, det für das geistige und wirtschaftliche Wohl seiner Untertanen mit fast väterlicher Liebe sorgt! Er will auch die Fahrt nach Deutschland dazu benutzen, z um reichen kulmrellen Gewinn mit in seine Heimat zu bringen Groß ist sein Zn lereise auch für die Wissenschaft. Wir lesen in einem Berichte über den internationalen Kongreß iür Drovenmedizin und Hygiene, Kairo, Ist bis 22 Dezember 1928 Dr M. Meyechof, Kairo, Die mediftn Welt, Berlin' 1928), datz König Fuad den >iongrest am Ist. Dezember vormit tags selbst-erössncke, nachmittags ebenso die „Aus nellung hygienisch medizinischer Apparate^ aus der Jniel ">esira. Am Abend empfing der König im Siadtichlvß Abdin 1100 Gäste, die von der Pracht und der Gaürreundi'chaft, die fiÖj dort entsal leie, einen unvergestlichen Eindruck mimahmen Am I»! Dezember nahm der König in einem Rieicnzclie, das HO(X> Personen faßte, die Grund steinlegung des neuen Univerfilätskrankenhaufes vor Bei diesem Kongreß wurden auch jü dische Gelehrte gcebn Ganz besonders ist es der Name des Bersast'ers des genannten Artikels, des Augenarües Tr. Mar Meyerhos, eines ge bvrcncn Hannoveraners, der wiederholt zu Ehren kam ^Jn der medizinisch historischen Lektion sprach Dr Meperhoi über „Augenärztliche .Handschriften allarabischer,Aerzte' und in der Augensektion über das bekanntlich in Aegnvten so stark auf tretende „Trachom" Meyerhos wird ,in einem Bcgrüßungsariilel der Gräfin Nora von Beroldin gen, König Fuad I. von Aegypten (Sport im Bild, Berlin, Mai 1929), im Bilde, in seinem Arbeitszimmer sitzend^ dargestellt und unter den Männern des höchsten Vertrauens aufgezählt: „Des restlosen Vertrauens der Bevölkerung erfreut sich der berühmte Augenarzt und Arabist Tr. Meyechof". Meyerhos ist Gelehrter, der dem Ju dentum in Aegypten, besonders in der Hauptstadt Kairo zur großen ©j« gereicht Zahllos sind seine wissenschaftlichen größeren und kleine ren Werke. Er hat zur Zeirlennarseier der ägyptischen Universität in Kairo, 1928, ein großes .ophchalmowgisches Werk herausgegeben: Die f Augenheilkunde des Hunain ibn Jshaq (809 bis 877), das auf Kosten der Universität gedruckt wurde. Das Werk hat für uns Juden die große Bedeutung, daß wir in demselben eine Reche von Augenmedikamenten finden, die berefts im Talmud, Traftat Sabbat 77 b, unter dem griechischen Namen Eollyr (Augensalbe) angetrossen werden, ein Beweis dafür, daß in den Talmud Erkenntnisse der griechischen Weisheit, besonders der Medizin, vielfach eingedrungen sind, die bekanntlich von den arabischen Aerzten übernommen wurden. Auch in der Darstellung der Augenerkrankungen, des Pterygium (Flügelfell), des grauen Stars, des GlaucomS bei Hunain finden sich Uebereinstimmungen mit dem Talmud, Sabbat 78a, Bechorot 38a. Geradezu frappant wirkt die übereinstimmende Darstellung, die Maimo nides in seistem Kommentar zu Bechorot 6,2 von dem Pterygium gibt. Meyerhos hat sich nun auch ganz besonders um die arabische Medizin des Maimonches verdient gemacht. Er ist es, der dem Präsidenten des Tropsy College in Philadelphia, Cyrus Adler, den Gedanken nahelegte, die noch unedierten Werke des Maimoni des zu seinem 800. Geburtstage (1935) herauszugeben Er selbst hat in einem größeren Vortrag in Kairo am 31. Mai 1928 vor einem gewählten Publikum über: „Einige berühmte jüdische Aerzte Aegyptens in der arabischen Epoche" auch des Maimonides chrend gedacht, und, wie wenn es noch nicht genug wäre, in einem darauffolgenden Bortrag am 24. Mai 1929 die Me dizin des Maimonches L'oeuvre medicale de Maimonide) eingehend behandelt. Ec schlecht darüber dem Versasser des Artikels: „Sehr verehr ter Herr Tr! Mein Bortrag hat gestern Abend von IO* bis 11'i Uhr stattgefunden. Trotz Bankcommandite Siegmund Unit tmtuwi. ■»■nur i» » o,i,»»t»«i,>, tcl 29*44/45 HECHtNGEN / TÜBINGEN / SIGMARIN GEN lnu. ausl. Wertpapiere / Einlagen zu günst. Zinssätzen / Industrie-Kredite / Hypotheken der Hitze waren über 200 Zuhörer da, darunter viele Aerzte und der deutsche Konsul. . . . Ter Beifall war sehr stark. . . . Ein Resum6 wird in einer hiesigen Wochenschrift erscheinen, die Ar beit selbst in Mielis Archivio di Storia belle Scienza. . ." Freuen wir uns mit einem sol chen Manne, der die jüdische Wissenschaft und Forschung aus dem ägyptischen Boden, der ja auch für Maimonches ein Stück Heimat war, so zu Ehren bringt. Freuen wir uns aber auch mit der Kultur des Aegypterlandes, die unter der Aegide eines modern gerichteten Königs die Pietät gegen die Vergangenheit und gegen die jüdischen Geistesgrößen nicht vergißt. Das Ende einer jüdischen Gemeinde. Don Gustav Spier, Haigerloch. Fm Bereich der hohenzollerischen Fürstentümer haben nur drei jüdische Gemeinden bestanden: Hechingen, Haigerloch und Tettensee. Det tensee, etwa 2 Kilometer von Nordstetten ge legen, beherbergte die kleinste der jüdischen Gemeinden Hohenzollerns. Dennoch hatte diese Khilla, die sich um 1700 zum erstenmal Nachweisen läßt, im Jahre 1830 einen Bestand von 172 Seelen, eine Zahl, die sich vermutlich nach Aufhebung der Heiratsbeschränkungen für die Juden noch etwas erhöht haben dürfte. Teilen see besaß damals sogar einen eigenen Rabbiner in Marx Hirsch, freilich nur dem Namen nach, denn in Wirklichkeit war dieser Sohn der Det tenseer Gemeinde jahrzehntelang, fast bis an sein Lebensende, in Stuttgart als Hausrabbiner der Familie Kaulla tätig. 1836 wurde die Gemeinde dem Rabbinat in Haigerloch unterstellt. Seit 1826 besaßen die Juden in Tettensee eine öffentliche Volksschule. Tie jetzige Syna goge war einige Jahre früher, 1820, erbaut worden; der Friedhof wurde 1830 angelegt, während bis dahin die Toten in Mühringen hatten beigesetzt werden müssen. ln unerreichter Auswahl zu vorteilhaften Preisen LORENZ STUTTGART/ SSIYKtSSU" « Mech.Bau-und Möbelschreinerei Georg Abel / Ladeneinrichtungen,Umbauten Wegen Räumung zwei moderne Schlafzimmer, Ngßbaum u. Birke poliert äußerst preiswert zu verkaufen j: M»l!W1!NWlMWMM«MlU«MMW«MiMllMllW M Hl Parfümerie Zechiel | j|i M1 Stuttgart, Calwer Str. 45 i jj j —— — beim alten Postplatz, mebern PattlanerbrSu M ■ | Spezialgeschäft fein. Parfümerien M ZU H Seifen und Toilette-Artikel W -M H Fernsprecher 234 7 7 W M Suuiuiiri MuueüumiujiiuwmgmmmmgHgHHguui m i ui mohuh^ W ^iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHHMiiiimgiMiiiiimi InJantkrcn Eiuiitt Spezialgeschäft limeakm .für garantiert indanthrenfarbige d. h. wasch-, licht- und weiteredite Stoffe Indanthren-Haus Stuttgart‘; Königslr. 12. gegenQb. d. 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