Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 6 (16.6.1929)
- Date
- 1929-06-16
- Page
- Seite 90 (sequence 10)
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- 90 - MUSTERGÜLTIGE FLUGEI« KLAVIERE mit wichtigen Konstruktions -Eigentümlichkeiten und hervorragend ‘ durch vollen, weichen Gesangston, schmiegsame Spielart u. außerordentliche Dauerhaftigkeit liefert die altbekannte Klavierfabrik CARL A. PFEIFFER STUTTGART SILBERBURGSTRASSE Nr. 120, 122 und 124a Mäßige Preise, günstige Zahlungsbedingungen — Tausch, Miele — Instandsetzungen — Stimmungen In Stadt und Land ✓ / / Große Goldene Medaillen für Kunst und Wissenschaft / / / PHOTO KINO¬ APPARATE IN JEDER PREISLAGE PLATTEN UND FILME SCHALLER STUTTGART / MARIENSTRÄSSB 14 „ Mm. Am 21. OTaP fanb dir Beerdigung von Frau Karoline Moos Wwe. grb. Einstein, einer Ber wandten des Professors Albert Cinfyin, statt. Sit war die älteste Frau unserer Gemeinde uHb ist wenige Tage nach ihrem 89. Geburtstage gestorben. Mit reichen 'Gaben des Geistes Mtr* Herzens ausgestartet, konnte iic iich bis in ihre letzten Lebenslage an allem erfreuen, was Runst und Bissenschaft dem Menschen edlerer .Uullur und Gesittung bieten. Tie Unterhaltung mit der seingebildelen greisen Frau war sür jedermann eine Freude. _______ (KM tot M JütoUibM Die Schächtfräge vor de« internationalen Tierschutzkongreh. Am 12. Mai wurde in Wien der Internationale Tierschutz Kongreß eröffnet. Tem Ehrenkomilcc gehörte auch Rabbiner Tr. Feuchtwang an. Zu. der Versammlung haben sich etwa 120 Telegiertc aus vielen Ländern eingefundcn. Besonders stark sind die deutschen Tierschutzvereine vertreten. Eine der beantragten Entschließungen sorderl "bie Betäubung vor jeder Schlachtung. Lchon bei den Porverhandlungen mit der Kongreßlcirung, die in den Händen des Wiener Tierschutzvereins liegt, ist die entschiedene Einseitigkeit in der Frage der jüdischen Schächtüng unangenehm ausgefallen, aus gesagt, es würden keine Wortmeldungen von Fürsprechern der Schächtmethode entgegengenommen werden. Einzig Rabbiner Tr. Feuchtwang wurde späterhin die Zulassung zum Rednerpult zugesagt. Wie weit man aber den Gegnern des Schächten! Entgegenkommen zeigte, trat schon am ersten Verhandlungstage, am Montag, hervor, als Professor Uhde, dessen Referat dem Alkoholismus gegolten hat, völlig unbeanstandet einen großen Teil seiner Ausführungen zu scharfen Ausfällen gegen das Schächten benutzte. Für Mittwochnachmittag verkündete die Tagesordnung die Vorführung des schächtgegnerischen Fil- 'mes durch seinen Urheber, Schlachthofdirektor Tr. Klein-Lennep. Rur mit Müh« gelang es einem Fachmann, Schlachthofdirektor Tr. Basel-Stettin, in der nachfolgenden Tiskussion das Wort zu erlangen. Aber sowohl seine Ausführungen wie die des Rabbiners Feuchtwang wurden fortgesetzt in heftigster Weise gestört. Es folgte ein Referat des schächtgegnerischen Professors Max Müller-München, nach dessen Beendigung durch den Beschluß der Vertagung eine unmittelbare Kritik unmöglich gemacht wurde. Am Tonnerstagvormittag wurde die Tiskussion wieder ausgenommen. Die Versammlung war aber nicht gewiltt, die sachlichen kritischen Ausführungen von schächtfreundlicher Seite, die von dem Stadt-Lbertierarzt Tr. Platschek und Schlacht-! hosdirektor Tr. Bafel gegeben wurden, ernstlich; anzuhören, geschweige denn zu prüfen. der von Vorträgen begleitet war, die ebenso unwissenschaftlich waren, wie der Film selbst, protestierten die anwesenden Schächtsreunde in sehr scharfer Form gegen die unverkennbar tendenziöse Ausmachung der ganzen Veranstaltung. Anwesende Antisemiten, zum Teil auch Kongreßteilnehmer, erwiderten mit judenfeindlichen Schimpfworten. Es entstand ein Tumult, der in Zusammenstöße auszuarten drohte. Der Wiener Oberrabbinerstellvertreter Dr. Feuchtwang versuchte auf die Anwesenden beruhigend einzuwirken und n ies daraus hin, daß die jüdische Religion den Tierschutz als ein Gebot proklamiert hak. Er erklärte, daß nach wissenschaftlicher Feststellung das Schächten an sich schon eine Betäubung bewirke, daß aber dessen ungeachtet der Frage einer vorangehenden elektrischen Betäubung näher getreten werden soll. ES müsse nur Gewißheit darüber herrschen, daß eine Verletzung der jüdischen Religionsvorschriften durch eine solche Betäubung in keiner Weise stattsindet. Auch andere bei der Filmvorführung anwesende Schächtsreunde versuchten, an der Aussprache teilzunehmen. Soweit sie zu Worte kommen konnten, protestierten sie gegen die von Grund aus falsche Darstellung des Schächtvorganges durch den Film von Tr. Klein. Sie wiesen darauf hin, daß ein jüdischer Schächter niemals so schächtet, wie es im Film gezeigt wird. Tie eindringlichen Darstellungen der Schächtsreunde wirkten beruhigend auf die Menge und ließen antisemitische Schmährufe nicht mehr aufkommen. Io wurde bereits im Vor Bei der Vorführung des Films von Lchlachthosdirektor Tr. Klein-Lennep, der die Grausamkeit der Schächtmethode demonstrieren sollte und 3amtlietraatg>riig>teii. Stuttgart. Eheschließung: ■j>>. 5. 1929. Dr. ing. Martin Abendftern, Neumünfter, mit Johanna Feldmann. Iägerstr. 12. Geburt: ■ 11. 5. 1-29. Eine Tochter des Religionsoberlehrers Jakob Jane und seiner Ehefrau Friede! aeb. s.'öwenthal, Weimarstr. 3l. - - Konfirmationen: — 14 'i. 1E2S. Paula. Tochter de« Kaufmanns Moritz Fleischer und seiner verew. Ehefrau Scholastika gcb. Wolf, Scbillersti 18. Florette. Tochter des Kaufmanns Josef Leon und seiner Ehefrau Johanna geb. Kahn. Rotebühlstr 40 A. Lisel, Tochter de« Kaufmanns Moritz Löwenftein und seiner Ehefrau Berta geb Wertheimer, Salzmannweg 8. Susi, Tochter deS Kaufmanns Moritz Strauß und seiner Ehefrau Else geb. Stein, Olgastr. 938. Sterbefall: 7. 6 1829. Frau Esther Oppenheimer Wwe., Wolframstr. 61, 85 Jahre alt. Cannstatt. Geburt: 19. 5. 1929. Manfred. Sohn des Ernst Kaufmann und seiner Ehefrau Betln geb. Neckarsulmer, Eisenbahnstr. 46. Silberne Hochzeit 2t». ti. 1929. Mosel Pariser und seine Ehkfrau Salome geb. Horn, Teckstr. 16. Heilbronn. Geburt: 31. 5. 1929. Ein Sohn des Kaufmanns Ignatz Ramsfelder und seiner Ehefrau Hanna geb. Mainzer. Verlobung: 30. 5. 1929. Else Beermann mit Rechtsanwalt Dr. Bruno Herrmann, Danzig. Alm. Sterbefall: 27. 5. 1929. Mar Schochut, Kaufmann. 54 Jahre alt. WILLY GALLMAYER Verbands-Drogist - STUTTGART - Telefon 40417 Wera-Drogerie: wera»tra6« 87 Schwimmbad-Drogerie: Ecke Schlofl- und BüchsenitraBe hat alias für Klndaru. KrankanpHaga Parfümerien - Seifen - Photoartlkel K. Schl^reth, Stuttgart Paulinenstrasse 31 an der Mari an Strasse Haus feiner Schokoladen u. Konfitüren. 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