Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 5 (1.6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 72 (sequence 6)
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— 72 - FRITZ BERGER vSTUTTGART« Feihfte Herrenfehneiderei ’ MARKTPLATZ A »Or verwöhntesten Geschmack SchUlehaus Eingang jr Schulstr Anruf 33 0 S« Lager. m doutaeH^n u. •noilaoHon QualltÄtostoffan beim-? Berthold Auerbach Biographie berichtet wird auch die Hechinger Juden ihre Token hier beisetzen müssen, weil ihnen ein eigener Friedhof febtte. E? ist jedoch kein Grabstein mehr r-ordanden, der hiervon zeugt. Im Jahre ltOiti weihte die Haigerlocher Ge n.einde ihren 'neuen Friedhof, dicht am Haag dem Judenviertel > ein. Trotzdem fanden aus dem alten „Guten Ort" bei Weitdorf noch einige Beisetzungen statt'' Ter llnkerrabbiner Raphael Zivi, der üo» fH">4 lX3t> in Haigerloch gewirkt Hatte, wurde aus seinen ausdrücklichen Wunsch dort beerdigt, später auch einige seiner Angehörige», als letzter Jesaias Zivi im Jahre 18K4. seitve», ist der Begcäonisplatz. nur noch dazu de iiiEf.t worden, um unbrauchbar gewordene heilige Bücher zu vergraben. Leider ist der Friedhof nicht vor Schändungen bewahrt geblieben. Roch während des Krieges ivurdcli^einigk Neuere steine von Hubenhand zerschlagrii, und nachdem sie wieder aufgemaurrt waren sind, sie I!>27 ein zweites Mal zertrümmert worden: leider so, daß eine Wiederherstellung kaum möglich erscheint. Bon den ruchtosen Tätern hat man keine -pur gefunden. Die Stuttgarter Rriigionsgespräche. Ein Rückblick. Wenn hier »och einmal abschließend von. den :> Lehrhausgesprächen die Rede sein soll, so ge schieht es nicht, um auf ihren Inhalt zurückzugreifen, über den ja schon genügsam geschrieben und gesprochen wurde. Es geschieht vielmehr um ihres sinnes und ihrer Bedeutung willen. stellen wir zunächst fest, um was es ging: Christliche Tenker besprachen mit einem jüdischen auf einer Plattform, die frei von aller Enge der Konfession war, religiöse Fragen der Gegenwert. Warum war es hier nur einer, gegenüber dem Wechsel der Berufenen auf der andern Leite? Hätte nicht auch die deutsche Judenheit Köpfe genug auszuweisen, die einer solchen Aufgabe gewachsen wären? Gewiß! Aber keinen so eigen gewachsenen und doch ganz tief im Judentum verwurzelten Geist wie 8 u b e r. Keinen, der das Einzigartige, das eigentlich Jüdische in der jüdischen Religiosität, und das ist dir besondere Einstellung dem Leben gegenüber, das Verwirk lichungsstreben, so erfaßt und so darzustellen vermocht hätte wiktBuber. Keinen, der jüdisches Wissen, Gewalt ^er das deutsche Wort und dazu das Wichtigste, die Erkenntnis der Bru derschaft zwischen Mensch und Mensch s o in sich vereinigte. Keinen schließlich, dessen stimme, als eine jüdische stimme so weit über den Kreis der Blut- und Glaubensverbundenen hin ausgedrungen wäre. Einer der christlichen Sprecher, als er um seine Beteiligung ersucht wurde, sprach etwas aus, was uns zu denken geben sollte: Er begrüße diese Absicht umsomehr, als es zum mindesten in Württemberg seines Wissens, das erste Mal sei, daß hier das Judentum als eine geistige Macht vor der Oeffentlichkeit sich bekunde. Dem Umstand, daß es dies bisher nicht getan, sei ein gut Teil der Fremdheit zuzuschrechen, mit der ihm die weitaus meisten auch unter den gebildeten Christen gegenüberstehen; die Wohlwollenden gleichgültig, gespeist von den Urteilen der landläufigen christlichen Theologie: erstarrte Religion, wo nichts mehr lebt, wird zwar nichts zu verschweigen, aber auch nichts zu offenbaren sein! Tie Böswilligen mißtrauisch: die Juden werden schon wissen, warum sie den Mund halten! Aus den Geheimnissen der Weisen von Zion bezögen viel mehr sogenannte Gebildete ihr Wissen vom Judentum, als man gemeinhin annehme. Wenn nun diese Absicht, aufzuklären, auch nicht entscheidend für die Veranstaltung der Gespräche war, so sprach sie doch wesentlich dabei mit. Die andere, wichtigste, war ihr verwandt: es sollte, wenn auch unter deutlicher Betonung des Tren »enden, das menschlich Verbindende — und das ist das eigentlich Religiöse — in den verschiedenen Bekenntnissen zum Ausdruck kommen. Die Re -ligionsgespräche des christlichen Mittelalters, an denen ja zu Zeiten auch Juden beteiligt waren, haben für uns durch Heines bekanntes Gedicht einen bestimmten Beigeschmack bekommen. Sie waren .Kampfgespräche, in denen jeder Recht behalten wollte. Tenn damals schlugen sich um der Religion Willen die Menschen mit Vorliebe gegenseitig die Köpfe ein. Heute haben sie dafür andere Anlässe gesunden, und die Religionen finden sich nach 2 Jahrtausenden tiefster Verirrung endlich langsam zu ihrer einzigen Aufgabe zurück: Friede und Gerechtigkeit zu wirken unter den zur Gemeinschaft geschaffenen Geschöpfen Got tes des Einen Gottes, nicht der rechthabe rischen und blutdürstigen Götzen, denen sie bis x C. I. Hoff & CO. K Kohlenhendelsgesellschaft m. b. H. Fhedrl(Mirale 8, (am FriedridupUta) LAGERi Borne uastra*« (*. tailHOcs Ortes) FERNSPRECHER 207 BO Nor ersttlafllge Brennmaterialien aller Ar! Sorgfältigste Belieferung 1 Unbedingte Garantie für abgeiiefertes Gewidil löset Brühl STUTTGART Rotebflhlstr. 12TB (E«ke Sdiwabstr.) Telefon Nr. «35» Tägl. frisch geröstet: d. Pfd. Santos-Kaffee ... M. IM CampinaS'Nischang „ 3.00 Guatemala. 3.20 Caracas ..* ZM Cobaa.„4M Columbia.. 4.4« Costarica. 4.80 Versend franko euch nach auswärts/ ' time gute Ausstattung Ihres BQros ist ein unentbehrlicher Faktor zum Erfolg. 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