Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 3 (1.5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 49 (sequence 13)
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i steiler sowie sämtliche übrigen Mitspielendcn ernteten den reichsten Beifall der yihlreich Erschienenen. Wie wi, hören, soll die «ussührung aus vielseitigen Wunsch wiederholt werden, ein neuer Beweis der geschickleo Auswahl und der sorgsamen Einübung des Targebotcnen. Bemerkt sei noch, daß die genannte Bühnenbearbeit u„g von „Schneewittchen" von dem jüdischen Arzt Dr. Luchs von Ingolstadt stammt, dessen 15jährige Berwandte Ilse Sicherer von hier die Titelrolle in glänzender Weise durchgesührt hat. Bor Redaktionsschlust erhalte» wir »och die folgende Notiz aus Oberdorf Bopsingen: Aus vielseitigen Wunsch wurde» am 21. April aus der „Frühlingsseier" des Jugendbundes Obeidors-Bopsingen noch einmal das Blumenspiel und die Märchendichtung „Schneewittchen" zur Aufführung gebracht. Ticsmal hatte die Beranstaltung de» Charakter einer wirklichen Jugendaussührung, denn es waren zu derselben die Schüler sämtlicher Schulen Oberdorfs und Bopsingens erschienen. Die Sinderaugen und Kinderherzen waren sichtlich bewegt durch die reizvollen Bilder und Gestaltungen dt« duftigen Märchen«. Die Kinder weinten mit dem armen Schneewittchen und jubelten ebenfo bei seiner Erlösung. Alle Darsteller haben aber auch ihr Bestes gegeben. Es war ein glücklicher Gedanke, gerade der Schuljugend und auch den ganz Kleinen dieses Schauspiel vorzuführen. Um das Zustandekommen der Ausführung hat sich Frau Max Heimann sehr verdient gemacht. Notlweil. Am II. April sprach Lehrer Gustav Spier, Haigcrloch, im Jüdischen Jugendbund über „Gekrönte Proselyten im Judentu m". Reicher Beifall lohnte den Redner sür seinen überaus interessanten und lehrreichen Bortrag, sür den ihm die Vorsitzende, Bella Straßburger, in warmen Worten dankte. Eine rege Aussprache schloß sich dem Vorträge an. Roltwerl. Das älteste Mitglied unserer Gemeinde, Frau Babette Üönigsbacher, Lehrerswilwe, be ging am 17. April in seltener geistiger und körperlicher Frische ihren 85. Geburtstag. Ter Jubilarin wurden von allen Seiten reiche Ehrungen zuteil. Ulm. Aus den Sitzungen des Gemeindevoistehcramts: Der Kirchenpfleger berichtete über die!ür die Renovierung der Synagoge und des Gemeindehauses aufgewandten Mittel. Bis zum 26. l. 29 ivuiden insgesamt RM. 18 034 bezahlt. Davon sind RM. 14 000 durch das von der Stadtgemcindc Ulm gewährte Darlehen gedeckt; der Rest wurde aus laufenden Mitteln bestritten. — Ter Voranschlag sür das Rechnungsjahr 1928/29 wurde im einzelnen durchb» rate». Tie Einnahmen belaufen sich aus RM. 15 184, die Ausgaben aus RM. 53 620.; in diesem Betrag ist die Landesumlagc mit RM. 15 374 mit enthalte». Zur Deckung des Abmangels von RM. 38 436 wird eine Umlage von 10 Prozent aus der einfachen Ei» kommene und der dreifachen Vermögenssteuer beschlossen. Tie Umlage betrug im letzten Jahr 11 und im vorletzten Jahr 113., Prozent. Trotz erhöhte» Bedarfs ivar eine Ermäßigung möglich. — Anläßlich des 50. Geburtstags von Professor Albert Einstein ist der Anbau eines Einstein-Waldes in Palästina beabsichtigt; z» Ehren des in Ulm geborenen Gelehrten bewilligt das Kollegium de» Betrag von 90 Mk. zur Stiftung vo»i 15 Bäumen. Ferner wurden aus einem besonderen Anlaß der hiesigen Ortsgruppe des Ccntralvsrcins, des Abwchrvereins und des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten ein Betrag als teilweiser Ersatz ihrer Auslagen bewilligt. — Nach Par. 21 der Verfassung der Jsr. Religionsgemeinschaft Württembergs vom 18. März 1924 können nur männliche Gemeindemitglieder in das Vorsteheramt gewählt werden. Rach Par. 37 ist das Kollegium berechtigt, zur Beratung besonderer Gegenstände Gemeindeangestellte oder sonstige Personen mit beratender Stimme zuzuzichen. Unter Hinweis aus diesen Paragraphen und die Entschließung der Landesversammlung vom 6. Januar 1929 hat der Israel. Frauenvcrcin Ulm das Borstcheramt ersucht, Frauen zu seinen Sitzungen hinzuzichcn und in seine Kommissionen zu wählen. Es wurde beschlossen, Frau S o - sic L c v y als Vorsitzende des Frauenvereins zu allen künftigen Sitzungen einzuladcn und ihr jctveils die Tagesordnung vorher mitzutei'.e». Dr. H. II. Ulm. Israel. Fxauenvcrcin. Eine ganz besondere Würdigung verdient der ausgezeichnete Vortragsabend von Frau Gertrudc Weil, München, die in hervorragender Weise das Thema „Unsere heran wachsende Jugend" vor einem großen Zuhörcrkreise behandelte. Frau Helene Hirsch begrüßte die Erschieneuen und gab ihrer Freude darüber Ausdruck, daß eine ansehnliche Zahl von Jugendlichen der Einladung Folggeleistet hatte. Die vortrefflichen Ausführungen der Red nerin gingen von der frühesten Kindheit aus und zeichneten ftar und deutlich nach Licht- und Schattenseite den Jugendlichen in seiner Entwicklungs- und Reisezeit bis in sein 18. Lebensjahr und darüber hinaus. Sc» lischgcisligc Richtung, Jnflationskinder, westliche und öUiche Orientierung, Sexualnot ukw. sind nur einige Punkte der tief schürsenden^Ddnegungen der Rednerin. In der Aussprache hob Rechtsanwalt Dr. Hirsch I — 49 — nachdrücklich hervor, daß der Zeit vom 14. bis 18. Lebensjahre aufmerksam« und hingebende Beachtung geschenkt werden müsse. Rabbiner Tr. Cohn verbreitete sich in seinen Ausführungen über die Nutzanwendung des Gehörten in allgemeiner und religiöser Hinsicht für Erziehung, und Unterricht. Mit herzlichem Tanke sür die Referent!» und die bcachtenswertey Anregungen schloß die Vorsitzende den Abend. QM tot Watt M h*6 Die Gemeinde der Marannen in Braganza. Eine Abordnung der Organisation katholischer Frauen Portugals erschien beim Gouverneur von Braganza und ersuchte ihn, der neugebildeten jüdidischen Gemeinde die offizielle Anerkennung zu versagen. Als Begründung gaben die katholischen Frauen an, daß die Juden Freimaurer sind. Der Gouverneur wies das an ihn gestellte Ansinnen zurück und forderte die katholischen Frauen auf, die jüdische Religion als gleichberechtigt zu respektieren. Tie Rückkehr der portugiesischen Marannen zum Judentum schreitet fort. Tie Marannen-Gemeinde in Praganza ist in ständigem Wachsen begriffen. I» der neuerbauten Lynagoge finden täglich Gottesdienste statt; an den Sabbathen tragen die Gottesdienste einen besonders festlichen Charakttr. Die Marannen von Miranda und Tovouvo haben ebenfalls beschlossen, WM. den offiziellen Uebcrtritt zum Judentum zu vollziehen. (J.T.ll.) Ausdehnung der Bnei Dri th-Orgauifation auf Thina. Einweihung der Loge Nr. 1102 des Ordens Bnei Brith in Lhanghai Bnei Brith-Organisation auch auf jepehnt und umfaßt nun die gesamt« seit. Präsident der Shanghai-Loge ^kolsky. laftd ist jeder 38., in England jeder Bereinigten Staaten jeder 760. ich einer Bnei Brith-Loge. Berichte ien Logen in den Vereinigten Staa- »aß sich die Logen intensiv mit der ftd Förderung jüdischer Gemeindesen. (ITA.) Mit der Unabhängiges hat sich die China ausg zivilisierte ist G. E. S In DeutstHl 350., in den Jude Mitgli der verschieden ten besagen, Gründung; zentren bcfa Uff „t«e Zelt".Zeitschrift f«c *it «falsch« J»*"». «err lag B. Helley, München, Plinganserstraßc 64. Preis RM. 1.20 vierteljährlich. . Das soeben jerschienene April Heft des „Zelts" steht im Zeichen dfs Peßachfester. Ein schön illustrierter Aussatz erzählt! von alten künstlerischen Haggadoth, ein anderer vom Veßachscst der Samaritaner. Zwei Geschichten aus «dem Midrasch, eine groß« Erzählung; „Tic Rächt vfr dem Ausbruch", die Erzählung: „Ter Funke" und ihn kleines Gericht bringen die ¥tBaä)< i . ■ -1 ■ 1 i ULM Cjjte vornelimfien fyldodelle IN REICHER AUSWAHL Modehaus Alfred Walz BAHNHOFSTRASSE 4 Uhren-^^™ WILH. FRANK, Uhrenmaifienneisler Herrenkellerstraße 33 Reparaturen gut und billig! 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