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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-05-01 · 3 (1.5.1929) · p. Seite 45

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
3 (1.5.1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 45 (sequence 9)
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15 - Jahrzehntelange Erfahrung bürgt Dfffl Rparrlinff Stu«Kart.Fr!edridi8lr.58 Campinas-Kaffee.das Pfund 2.80 UIIU UlflllttUUII Telephon 22516 u. 27620 Campinas Mischung.das Pfund 3U>0 Germania Mischung.das Pfund 3.30 g Berliner Mischung.das Pfund 3.40 Im Hollfindi8die Mischung ... das Pfund 3.60 ■ f ü I HM' 111 Wiener Mischung.das Pfund 3.80 I mß V I I I Karlsbader Mischung . . . . das Pfund 4.00 Türken Mischung. . . . das Pfund 4.50 Qualität! Veraasd Ibemllbla frank«! GroBverbrsscker Sosderllete I Kaffee Sabbatt) nicht gleichgestellt werbe». Bis ins Mit telalter hinein wurde der Sabbath auch von de» Christen gefeiert. Im Jfl. Jahrhundert begann eine neue Bewegung der Sabbathchriste» (die Adventiste»), welche den Sabbath streng halte». Der Labbathtag ist ein Ruhetag, der durch „mi kro", das „Beten", geweiht werde» soll. Tie Hei ligung des Sabbaths gilt für alle Hausgenossen, auch für das Tier. Tas Wort, das die hl. 3d)rijt im (Mfbot der Nächstenliebe gebraucht, verwe» det sie auch sür das Sabbathgesetz, „damit ruhe» soll dein Knecht und die Magd tvie dg selbst". (Siehe 5. Buch Mose, Kap. 5, 14.) Ter Sabbath ist also zugleich die höchste Tofumentierung der Nächstenliebe gegen jedermann. So verbinde» >vir mit dem Sabbathtage die heiligste» Ideen des Judentums. Mit dem Labbathtag steht und fällt das In dentum. Unsere Aufgabe ist eS, de» Kamps sür den Sabbath zu führen. Tas 2. Referat des Rabbiners Tr. Schwei zür-Horb behandelte den Aufbau des Mi schnatraftats „Sabbath". Ter Redner schildert die Entstehung der Mischna und erflärt dann den Abschnitt über das Entzünden der Lichter am Freitagabend. Hieran schloß sich das Referat des Rabbiners Tr. Tänzer Göppingen über de» „Sabbath in der Predigt." Am leichtesten hat es der orthodoxe Rabbiner, den Sabbath i» der Predigt zu behandeln. Er irird bei seinen Zuhörern die gleiche Einstellung vorauSsetze» fönnen. Schwieriger hat es schon der fonservative Rabbiner vor fonservative» Zu Hörer», die zwar den Labbathtag halten, aber schon nicht mehr den vollen Gehorsam gegen das Gotteswort zeigen Am schwierigsten hat es der Prediger i» der lcheralen Gemeinde, in der er einer entgegengesetzten Einstellung gegenüber steht. Wie kann der li beralc Rabbiner dafür sorge», daß Lehre und Leben in Einklang gebracht werde»? Eine Sta listik zeigt, daß unter 1753 SabbachPredigte» in Maybaums Homiletik nur l7 Predigten vom „Sabbath" handelten. Man müßte die Frage auswerse», ivarur» ist gerade dieses Thema von den Rabbiner» nicht gewählt worden. War es die Erkenntnis der Aussichtslosigkeit? Trotzdem hat der Prediger die Pflicht immer ivieder sür die Heilighaltung des Sabbaths einzutreten. Das erst Reserqt am Montag, den 15. April, IstUtc Rabbiner Tr. Berlinger Hall übernommen. Er behandelte an Hand des Talmudtraktats Sab bath den Begriss der Arbeit am Sabbath soivir den Begriff der Hpuptarbeiten. Verschiedene agga disd)e Stellen wurde» gelesen. Tr. Schlcsinges Bud)au sprach hieraus über „Ten Sabbath inlder Religiousgeschidite und Re ligionsphilosophie". Ter Sabbath hat eine me taphysische religiöse Idee: die Gotteswee, eine ethische: die Meüschheitsidee, eine national reli giöse: die Nationalidee. Für alle drei Ideen brachte er Belege auS de» Quelle». Bei der ethi fdjeii Idee weist er besonders aus Hermann Eo he» und Nehemias Nobel hi». Judentum ist Volkstum. Gott schließt einen Bund mit Israel. In der Bundesurkunde wird festgelegt, daß u» ser ganzes nationales Leben unter den Begrisj der Gottesidee zu stellen ist. Oberlehrer Nothsd)ild Eßlingen hatte die Aus gäbe übernommen, über „Ter Sabbath in der unterrichtliche» Behandlung" zu sprechen. Er schilderte, ivic es! die Ausgabe des Lehrers ist, Gesühlsmomeute he» Kindern näher zu bringe». Durch Sabbathgeschichten ist der Unterricht zu verliefen. Ebenso sollen Erzählungen aus Talmud und Midrasch herangezogen tverden. Turch Zeichnungen, Singen von Sabbathlieder» ist der Unterricht zu beleben. Er legt Zeichenprobe» aus seiner Schule vor, die beweisen, wie der Lehrer de» Kindern den Sabbathgedanken nahe ,zu bringen hat. An dieses Referat schloß sich wie an die voran gegangenen eine besonders rege Aussprache, in der das Verhältnis der Schule zum Eltern Haus eingehend gehandelt wurde. Am Dienstag früh unternahm es Rabbiner Tr. Feinberg Heilbronn, den Hörern eine Tarstellung vom „Sabbath im Religionsgesetz mit Lektüre ausgewählter Stellen aus dem Schul cha» Aruch" zu geben. Insbesondere behandelte er an Hand des Kizzgr Schnlchan-Aruch die Vor schristen sür den 1 Sabbath int allgemeinen, das Verhalten bei einem Brand, die Behandlung des Kranken am Sabbath und den Abschied vom Sabbath (Hawdalas) Auch er zog aggadische Stellen des Talmuds heran. Im Anschluß hieran sprach der Senior der | lvürtt. Rabbiner, Rabbiner a. D. Dr. Treitet Lanpheim, ü>er „Tie Sabbathidee bei Philo und den Hellenist fit". Er verstand es, in einer kurzen Darlegung dcn Hörern ein Bild von der Auffas snng Philos über den Sabbath zu geben. Am Naö »mittag referierte Religionslehrer Krämer Heil!wann über den „Sabbath in der Liturgie". Ec gab einen geschichtlichen Ueberblick über die jüdische Musik, sowie eine kurze Tarstel lung über die Sabbathgebete an Hand der vor haudenen Literatur. Er ließ dann die israelitischen Seminaristen des Lehrerseminars Heilbronn einen Minchagottesdienst von Kirschner Vorträgen. Tie Hörer dankttn durch lebhaften Beifall sür den Genuß, den i ihnen der Redner bereitet hatte. Tr. Rieger gab zum Schluß den Kursteilneh mern Gelegenheit, ihre Wünsche sür den nach sten Kurs aisszusprechen. Nach eines kurzen Aussprache ivurde die ein drucksvolle Tagung, die den Teilnehmern viele geistige Anlegungen geboten hatte, geschlossen. Wie im Bärjahr, so hatte auch in diesem Jahre die Israelische Gemeinde Stuttgart die Kurs teiluehmer zh einem gemütliche» Beisammensein mit Abendessen i» die Pension Aguluik einge laden.! 1 _ OUtf Auf Stuttgart. £ i c Amtseinführung des Rah h i » e r - Tr. fAuerdach in Stuttgart. Tie stier liche Eiiijührhng de« neu ernannte« Rabbiners Dr. S>. Auerbach hind am Freilag, den 12. April, vor dem eigentliche» Freitagabendgotiesdienst im Gotik» Hanse der Slultgarler Rfligionsgemeindr stall. TaS Hau» ivar Herr lich mit Bäumen geschmückt. Besonder» war der Platz de» neue» Pabbiners reich mit Pslanze» dekoriert. Tie Mitglied« de» Jsr. Borsteheramts begrüßten Rab biner Tr. Auerbach im kleinen Betsaal, wo der Bor sitzende de» jsr. Borsteheramts, Arthur Eninger, sol gende Ansprchhe an ih» richtete: „Sehr geehrter Herr Tr. Auerbach! Tat Borste »eramt und die Gemeinde entbieleir-Ihne» durch mich Gruß und herzliche» Willkomm! und wün jchen Glück m d Segen zu Ihrer Tätigkeit. Sie solle» jetzt in Ihr neue» Amt eingesührt werden: hxj diesem Anlasse lebe» wir der Erwartung Ausdruck, daß Ihre Milarbe t dazu beitrage, den Frieden in der Ge meinde zu er> alten und zu fördern, der Jugend Daa», Wilhelm Boflnger Büro u. Blumenladen Friedhofstr. 57,Tel.SA. 20987 nfertigung von Blume nblnderolen aller Art. Anpflanzung und , Pflege v. Grabetitten. Dekorationen zu allen Gelegenheiten KAISERBAU STUTTGART 9ttoferarBeiteu jeder Art werden prompt und billig au-geführt 0Iftolf Jtnentf (TRolermeigrr Ehristophstraße 37 — Telephon SA. 24802 Kostenvoranschläge unverbindlich •ctttMil eU SpeataStiC kreaeeeifls« Reno* i Oemthr fUrgmta. gedtootn&Jht aU. CHR. STATTMANN’S NACHF. 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