Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 3 (1.5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 43 (sequence 7)
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Tie Antwort via Transradio lautet: Gruß Purimwünsche Bevölkerung deso» drrs kundgegeben. 80000 Festversainmelte bewunderten dankend prächtigen Rundslug. Post Konsettisendung erhalten. Wünsche wci teren Sieg. Schalom. T i z e n g o f f. Ich gestehe offen, daß an diesem Telegramm nicht die Tatsache den stärksten Eindruck ans mich ».achte, daß 80000 Menschen, also das Tappelte der gewöhnlichen Einwohnerzahl zum Purimfest in Tel Aviv versammelt waren, das Wichtigste war mir, daß die Konsettisendung anscheinend doch richtig ihr Ziel erreicht hat. Hoffentlich bat auch die zweite Botschaft die Adressaten erreicht. Es ist das ei» hebräischer Brief gerichtet von uns sozialdemokratischen Teil »rbmern dieser denkwürdigen Fahrt an die Hi siraduth Hapoalim in Tel Aviv, unterschrieben vom Präsidenten des deutsche» Reichstages Lobe, vom Rcichstagsabgevrdnetc», früherem württem belgischen Minister Keil, vom Präsidenten des württ. Landesparlaments Pflüger, von dem Leiter des sozialistischen Pressedienstes Ehcsrc daktcur Alsringhaus, von der Rcichstagsabge ordneten Frau Tony Sender, meinem Kollegen Ministerialdirektor Staudingcr und mir. Unser» sozialistische» Grüßen schlossen sich einige prvmi ncnte Nichtsozialisten an, so Tr. von Weist, ferner der frühere Rcichsverkehrsminisier, der Zentrums abgeordnete von Gu4rard und sein Fraktionskol lege des Rkichstages Abgeordneter Ivos, die Gräfin Brandenstein Zeppelin und Tr. Eckcncr. säten ebenso viel seine» surrende» - 43 - Hoffentlich macht dieses Schreiben den Adres Freude wie unser Lustschisf mit Motoren, das den 80 000 Fest teilnehmern in Tel Aviv als große „Homon klappcr" die Festesfreude erhöhte, allen, die an dieser unvergeßlichen Fahrt teilnehmen dnrsle». Zwei jüdische Friedhöfe. Don Karl Lieblich. Nicht von jehrr> ist.der Ort, an dem die Toten ruhen, de» Mensche» als eine Stätte des Friedens und heiliger Stitlf erschienen. Im Mittelalter be sonders waren auch die Totcnäcker mehr Bereiche des Schreckens! als der Andacht, Bereiche, an denen Hexen und böse Geister, ja sogar der Teufel ihr gespenstisches Unwesen treiben sollte». Biele deutsche, europäische und auch morgeuländi sche Märchen erzählen uns davon. Kein Wunder also, >ven» auch die Lenle aus dem Land ihren Friedhof möglichst abgelegen von ihren Behausungen wünschten! Mochte auch seine Erde geweihter Poden sein, die Angst vor dem Spuk war eben doch immer da. Und wenn ihnen schon ihre eigenen Toienstätlcn »»heimlich werde» konnten, um wieviel mehr mußten ihnen die To tenstätien der Juden unheimlich sein, die doch nicht einmal mijt Weihwasser besprengt naren. Schon aus diesctn Grunde galten die jüdischen Friedhöfe noch weit mehr denn die christlichen als verwunschene Stätten, die Obrigkeit suchte ihre Zahl rinzuschrän^e» und verlegte sie an einsame, a» sich schon im nähereir Auch bei i »och heute s gemiedene Stätte», wohin dann alle und weiteren Umkreis verstorbene Juden, oft ik ganzen Tagereisen, geführt und be stattet werde i mußten. ns in Schivabe» gab es und gibt es >lchc jüdischen Sammelfriedhöse, von denen besond:rs zivei genannt sein sollen: der von Mühringen m Eyachtal und der von Aufhausen bei Bopsingl». TaS klein., heute fast ganz vergessene Mührin gcn >var eit st durch seine stattliche jüdische Ge meiiidc ein jut bekannter Handelsplatz, der noch in der Mitt des vorigen Jahrhunderts fast 500 jüdische Sec en zählte. Schon im Mittelalter be fanden sich ndische Bewohner dort, utid dement sprechend al: und ausgedehnt ist sein Friedhsf. Aber merkw irdig, er liegt so weit ab vom Flecken^ so versteckt c m Berg hinauf und mitten im Tannenwald, da; ihn nur der Ortskundige auf einem ganz schmal:» Grasweg aufzusinden weiß. Bon allen Seite» umgibt ihn der dunkle Hochwald, nur von seiner »bersten Stelle erblickt man lief unten das Eyachte l mit dem dünnen Faden der Land ° straße und tic weichen .Höhen in der Ferne. Keine steinerne Ä aucr, »nr das Tickicht und eine schwache T ahtumfriedung trennen sein großes Geviert von dem lebendigen Wald ringsum. Tich .es hohes Gras, alle Kräuter dex Wiese bilden seinen grün n Teppich, uralte Eichen und Buchen überschatten ihn und die Gräber, die scheinbar regellos un, lückenhaft über ihn zerstreut sind Aber doch »rr scheinbar. Auch dort, wo die Stein! 1 Württembergiscbfl Privatbank A.-G. (vorm. O. Belaswenger - Gegr. 1855) STUTTGART, Gymnasiumstraße 1 Fernsprecher SA. Nr. 24046 47, 23553 54 JACOB GOCKELER G. in. b. H. 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