Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 24 (16.3.1929)
- Date
- 1929-03-16
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r - 322 - HUMHHUtMltllHI1HIIIHI][HnumUIHUHUinUUUUIItlllltlllUtM Stuttgarts schönste Vergnügungsstätte HZavMon Excelsßor Schloßstr. 40 a Fernsprecher Är. 216 39 niiMiiiiuiiiiniiiniHimHMiiniiiiuiimiiniimmfliiiniuniiuiiiiininiHOM^^ lung bet Verfassung bet israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs", zu bem die gesamte tÄemeinde erschienen war. Ter Redner schilderte die wechselnden Schicksale der württembergischen Juden bis zur Gegen ivart und erntete reichen Beifall, den Berthold stein iiafnenS der tstemeinde nochmals dankend unterstrich. 8-ppiuceu. Rin Sonntag, den 24. Februar, hielt Rabbiner Tr. Tänzer im „Eentralverein deutscher slhatsbürger jüdische» tülaubens" einen sehr inter eisante» Bortrag über „Tierschutz im Judentum", der ans te'ud»t war. Ter Redner zeigte in fesselnder Weise, irne die Frage de» Tierschutzes von den verschiedenen Wdlaiischauungen behandelt wurde. Es ergab sich da bei, daß das Judentum die erste lstulturreligion war. welsche nicht nur den Schutz des Tieres, sondern direkt ein| Reclit des Tieres aufstellte und wie dieses Recht in einer großen Anzabl von Gesetzesbestimmungen Aus drujck iand. Auf die viel umstrittene Frage des schach lens übergehend, konnte der Redner anhand dieser Tatsachen daraus hinwei'en. daß das Judentum nie »-als eine Tötringsart religionsgeietzlich vorichreiben konßie. die eine Tierauälerei bedeutet, und daß im Ge eenfeil die vielen Vorschriften bezüglich des schach lens schärfstes Augenmerk daraus richten, jede, auf' die geringste Cuälitei z» vermeiden, sehr interessant, ic ar es ru büren, daß bedeutende nichtjüdii'che Phv »loloeen das schämten als die vom Standpunkte des Tierschutzes einivandsreieste Tölungsart bezeichnen. Tr. Täner hielt es am Schluß' für wünschenswert, daß möglichst riete cSemeindemitglieder dem Tierschutzverein leiikelen, IHN dadurch auch nach außen hin zu zeigest, .'aß der Tierschutz gerade von UNS Juden gefördert wird. Ter Vorsitzende des Eentralvereins, Mar L: l e!r l'. l IN e r. dankt» Sem Redner für seine lehr i-ieMeii Aussütirunae». dir mit großem Bei soll au' genommen ivnroen. Anschließend, >'and die >s>n»-.alversam«ilung des treu iiii'r» .eii v statt. Im Tätigkeitsbericht konnte der Bor 'Neide ''eststellen. daß ersreulicherirc'.'e der Perein IN Jra'en .'er Abivebr nur st'br selten in Anipritch genom e e i ii u'eti nuifiie. lieber eine Anregung, ein -Bücher;.iUh' :;: der Ee»n rlo.reins Bibliothek drucken;u las > i. n ird der Ausschuß noai beschließen. Tie anschlie ie d statt leinndenen Reuioahlen ergaben die Wieder .abs de; bisberige,, Ges»mlausschu>'ewobei die Hinzu wall, eine- "'.'Herrn. Ausschußmilgliedes in Aussicht eenchnmeu lvnrte. ttzöppinxeil. Am Miitn.nli. den -J7. Februar, veianstal ie:e Eet I > rarIili > >. e Fra nr n v -. r e i n im Ho tel Teiielbacher für seine Mitglieder eine klein, Pu rimk.nr niüer dem Mono „Kindergarten", bei dem t...! '' 'elir int: »ostiime iah. I»nächst wurde ein Ein allez, „Tee Tr>u:,',ast", von den Tamen Greie Lendk, Lljasgoi >'! n i m a n n und Trude Rohrbamer sehr gut zur Tacstellung gebracht und iand allgemeinen B.A.gl. tfs folgten sehr schöne Tänze von Frl. i'ser lrnd L o :v e n st > i n 'und Frl. Ilse Rothschild, die von guter Aus>a>i>ingsg.de und Musikalität zeugten. Ti. Tamen Hannchen Frey, Lici H e i m a n » und Rnt! Mauer erfreuten die Juhörer mir hübschen tye- .' icl" , o. ien. esanr besonderen Beisel! iand Frau Trude i>i e! ,r b a >r, e r, die im eleganten Frack als gonfei»t r auilral uuö die iS. ellichasi :u charmanter Weise it-.i: einer Reibe von Eaankons uns Anekdoten ausgezeichnet unterhielt. Besondere iseuugiuung löste eine ftürstiiich verlangte Jugabe aus, in welcher der an diesem Abend nick,: vertretenen Männermelt ein wenig milgespi.lt nn' wobei der Refrain natürlich begeistert ii'ilglinngcn wurde. Ter Frauenverein kann auf diesen »oohl,gelungenen Abend mit Jusriedenh. ,r zurückblicken. törilbrcun Ter Jüdische Jugendbund ..Monte sichre" beickiloß den in den Heimabenden von Leh irr stabil gebotenen Julius „Tie israelitischen Pro vlelsn" am 2ä. Februar mit einem Borirag von Berirksrabbiner Tr. Beerman» über „Tie Welt bekeulnng des Prophelismus". Mit bekanntem rhetorischen Schwung gab der Redner Sen interessiert sol renden Zuhörern ein klares Bild von der universellen Bedeizluna unserer Propheten nach folgenden vier tye üchtspunkten. k. Was ist der religiöse Ertrag der pro phetsschen Predigt? Gott ist der Born qller sittlicher Weltordnnng, Gott kann nichtin Form und tslestalr gebalnnl werden, «Sott ist Geist, deshalb muß der Tienst Gottco aus das Geistige gestimmt sein, muß eine iiitlrche Vervollkommnung erstrebt werden. Ter Kamps mir allem Zauberivesen muß ausgenommen werden, religiö'e Form und Leben müssen in Einklang stehen. Ei n e Re l i g i o n, bie vor der Weltan > ch au-, ung der Philosophie bestehen kann, ist nur möglich im sinne der Prophetie. 2. Tie „ sittlichen Forderungen der Prophetie. Ter Latz „Es ist dir gesagt, Mensch, was recht ist und was Gott von dir fordert: Recht tun, Liebe üben und de mütig wandeln vor deinem Gott", »erlangt die Turch dringung unseres Wesens mit ethischer Gesinnung und die Anreicherung unseres Lebens mit sittlichen Wer ken. Ter von innen erlebte Gott ist der Gott der Ge rechligkeit luemi auch das Taiein sich manchmal anders gestaltet. Hier wurzelt der. Glaube an ein Jen seils, eine bessere, zukünftige Zeit transzendentaler Idealismus Glück bedeutet Gott' haben, Unglück — in der Goltferne leben. Israels Ausgabe in der We schichte ist es, die Menschheit für diese» Gott vorzube reiten. Tarum ist Israel das auserwählte Bolk und trägt eine schwere Perantworluiig. Auch in der Politik muß Gokles'Wille und Sittlichkeit zum Ausdruck kom men. Taher waren die Propheten nicht die Tiplo ma:en des Tages, sondern die großen Unzeitgemäßen. Jede neue .stulturvhase bedeutet eine neue Ausgabe, den Willen Gottes zu tun. Tie Propheten habe» die Hu manilät als Griiiidlage der Sittlichkeit der Menschheit vermittelt. :i. Wie ist durch die Propheten eine neue Hoffnung in die Menschheit gekommen? sie haben den Gedanken her Mei ia ceiwarl»»g gebrackit. Tie Gotteskultur macht wickle' Fortschritte ans Erden, daß zwangeläusjg Liebe und Friede in der Menschheit herrschen. Ter Böller bund wird von ihnen gefordert. Tie moderne Frie> Sensbeivegnng aus religiösen Gründe» ist die Testa menisvollstreckeiin der Prophetie. l. Wie hat die Prophetie das Gefühl der soziale» Verpflichtung, daß wir als Einzelne für die Gesamtheit etwas zu leisten haben, ins Bewußtsein der Menickiheil gebracht? Tie Propheten sind die Verteidiger der Armen und wirtschaftlich schwachen. Tas soziale Programm der Prophetie ist die Sozialgesetzgebung der Thora. Tie glänzendste Bewahrheitung ihrer Idee und deren nahe Berwirklichung ist die Tatsache, daß heule in allen Religionen das soziale im Vordergrund steht. Ter Redner ermahnte die Jugend, sich ebensalls sozial zu betätigen. Zusammenfassend betont der Redner, daß der Pro plhetismur das Judentum befähigt hat, das Christentum und den Islam hervorzubringen, woraus die Weltbedeutung des Prophelismus hervorgeht. Tr. Lup Roiengart, der den Abend leitete, sprach dem Redner den Tank der Jugend sür den vortrefflichen Bortrag aus. . Ulm. Führung durch die Synagoge. Am Samstag, den 23. Februar, wurde die hiesige Syna g»ge von zahlreiche» evangelischen und katholischen Schü le^cn der Lberklassen der Ulmer höheren Lehranstalten ins Begleitung ihrer Religionslehrer sowie einiger Herrn dels Lehrerkollegiums besichtigt. Tie notwendigen Er läulcruugen gab Rabbiner Tr. E o h n. Tie Besucher nahmen mit lebhaftem Interesse Kenntnis von der Eiutichtung der Synagoge sowie von Sin» und Zweck der Kulturgegenslände. Tr. Cohn zeigte den Besucher» eine Thorarollc und ein Talmudexemplar und hielt einen kurzen apologetischen Vortrag über Thora und Talmud als die beiden Quellen der israelitischen Reli gio». Er fand ganz besonderes Interesse, als er mit trsssenden Worten die namentlich gegen den Tal müd verbreiteten Irrlehren zurückwi s. Tie Besichti gung dauerte eliva eineinhalb Stunden. Am Schlüsse derselben dankte der katholische Religionslehrer, Stu dienrat Tr. Stückle, im Namen aller für die reiche Belehrung, die ihnen durch den Besuch der Snyagoge und die eingehenden Erläuterungen geboten wurden, mit herzliche» Worten. Tie begleitenden Lehrer waren einmütig der Ansicht, daß derartige Veranstaltungen außer ordentlich viel zum richtigen Verständnis des Judentums, namentlich bei der Jugend beitragen können', Wie weit man noch von einem solchen entfernt ist, be- HEILBRONN Zeitgemäße Fußbekleidung elegant und preiswert Schuhhaus Otto Walch Heilbronn, Kaiserstraße 33 KARL DOBLER / »Sm Das Mäbgefchäft für ven eleganten Herrn Moderne» Stofflager HEILBRONN ALLEE 28 Tapeten, Linoleum, Teppkne Hermann Schieferer Hcllbronn, Klaraslr. Z. Tel. 2430 yiiHiiiiiiiiiiihiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiwiiiiiiiiiiniiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiuHniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 1 (qermann oOade W | EIGENE SCHIRMFABRIKATION I I Herrenhüte / SpczierstBcke I | Ecke Kaisero. 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