Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 24 (16.3.1929)
- Date
- 1929-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 9)
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Bai Hüten, Katarrh, Heiserkeit anr. verwenden Sie an harten StSbtor's acht« Eucalypttis- M«aHhoa-Benbens Jedes bessere, etnsdillg. Oesdiltt fahrt sie. Map Shltartah mumm §a Bnti „StaMnr« Vor wenigen Tagen wurde da» ueuerrich lete Jugeudhaus in der tzaussstraße beim Neckartor, dar die Stadt Stuttgart der «inheimischen und wandernden Jugend zur Verfügung gestellt hat, eingeweiht. Diese« Ereignis ist auch für unsere jüdisch« Gemeind« bedeutungsvoll und verdient deren Interesse. Soll doch da« Iugrndhaus, da« zugleich auch Jugendherberge ist, besonder» der Arbeitsgemeinschaft der Stuttgarter Jugendbünd« als Heim dienen. Dieser Arbeit«- gemeinschast ist eine große Zahl von Bünden und vereinigunge» angeschlossen, oie in der geistig-sittlichen und körperlichen Ertüchtigung der Jugend ihr gemeinsames Ziel erblicken. So ist das Haus besonders auck> dazu geeignet, die vorhandenen B.-ziehungen zwischen de» Bünde« verschiedener politischer und weltanschaulicher Richtungen zu fördern und zur Ueberbrückung von de« Boltsganzen nicht förderlichen Gegensätzen beizutragen. Das Jugendhaus wird der Ort eines frischen, frohen Lebens der jüngeren, aber auch der ernsten Arbeit der reiferen Gruppen werden. Der von der Stadt zur Bersügung stehende Betrag erlaubte nur dir baulich« Ausführung des Hauses; für die Innenausstattung der-Räume müssen die Benützer selbst aufkommen. Während der Jugendherbergsvorstand die Ausstattung der Herberge übernommen hat, hat die Arbeitsgemeinschaft, der dir „Kameraden", Deutschjüdischer Wanderbund, Ortsgruppe Stuttgart, angeschlosse» sind, di« Mittel für die Ausstattung der Versammlungsräume auszubringen. Da der überwiegende Trll der i» den Bünden vereinigten Jugendlichen noch in der Schul- und Berufsausbildung steht, also zu den Rfchtvcrdienern zählt, wäre es im Interesse der Betonung des Gemeinsamen zu begrüßen, wenn auch von Seiten der Stuttgarter Gemeindrmitglieder für die> ftn Zweck Mittel gespendet würden. Geldbeträge erbeten aus das Konto der „Kameraden" bei der Stuttgarter Gewrrbrkassc A.-G. Laifiugeu. Der Israelitische Frauenver« e i n hielt am 23. Februar seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Geschäfts- und Kassenbericht ergab, daß der Vrrein im ersten Jahre des Bestehen« eine recht ersreulich« Entwicklung genommen hat. Nachdem der Kassenführrrin, Frau Rosa Haarburger, Entlastung erteilt und der Borstand wiedergewählt sowie durch die Wahl von Frau Jakob Marx ergänzt worden war, hielt Hanptlehrer Unikower vor den Mitgliedern des Frauenvereins und den aus der Gemeinde zahlreich erschienenen Herren einen Bortrag über „D a s jüdische religiös« Li«d". An Beispielen aus dem biblischen Schrifttum und aus der jüdischen Literaturgeschichte zeigte er das. Wesen des religiösen Liedes, das Schicksalsmomente des jüdischen Lölkes sesthallen und Grundzügr jüdisch-religiöser Denkweise in poetischer Form wach erhalten will. So sei da« „Meereslied" der Freude ob der Rettung aus der Gefahr de« ägyptischen Unterganges entquollen. Schicksalsschwer sei auch die Zeit gewesen, da eine Debora sich als die einzig« noch begeisterungssähige Führen» erwies, ein Zustand, der für die damalig« Lage des israelitischen Volkes beschämend war. So ist das Deboralied nicht Ausdruck des Stolzes auf eine weibliche Rationalheldin, sondern ein Zeugnis für den Kummer ob des Mangels an männlichen Führern. Erst das Danllied der Hanna, deren Gebet um männliche Nachkommenschaft erhört ward, lass« die Wendung zur Besserung der Zustände ahnen, wie sie Hannas Sohn, Samuel, herbeisührt«. In den „Klageliedern" liege der Stoss von schicksalsschwerer Bedeutung offen zutage. Das „Esches chajil", jene» Lied des Biederweibes, wolle au» dem Munde des Ehemannes am Sabbathabend nicht nur als Lobeshymne, sondern auch — schon im Hinblick auf sein« Quelle (Weisheitssprache Salomon») — als zarte Mahnung gewertet werden. Nachdem der Redner noch an den Psalmen für den winterlichen Sabbalhnachmittag das innige Lertrauen Israels zu seinem Gotte als dem fürsorglichen Quell von Natur- «nd Geisteskraft beleuchtet hatte, zeigte er da« Berhältnis Israel« zu Gott an dem ,^ied der Siebet" Salomon« als hehrstes Liebesverhältnis auf. Im zweilen Teile seines Bortrags brachte et Proben der jüdisch-spanischen Dichtkunst. Di« Bersammlung begleitete die Ausführungen mit sichtlicher Anteilnahme und danfte durch lebhaften Beifall. krsUshein. Am 26. Januar sprach Bezirksrabbiner Dr. Kroner, Oberdorf, im Gemeindeverein über jüdischer Sprachgeist und deutsch« Kultus. Der Red «er wies nach, wie sehr sich selbst die größte» deutschen Dichter und Denker an der Bibel geschull haben und wurde mit lebhaftem Beifall bedantt, den der Vorsitzende des Gemeindtvrreins, Brrthold Stein, nochmals mit warmen Worten unterstrich. LnilshtlM. Am 26. Januar sand die Generalversammlung de» Verrin» „Einllang" statt. Da der bts- - 321 — herig« Vorsitzende, Dr. Königsberger, aus berustichen Gründen sein Amt »iederlegte, wurde der Vorsitz «instimmig Josef Böhm übertragen. Zu« Kassier wurde Siegfried chtpstein bestimmt. krallshein. Am 24. Februar saust hier «i» T r e j - f e u des Nürnberger Jüdischen Jugeriüereins mit würt- «embergischen Jugendbünden statt. Im Saal des Hotel» „Post" begrüßte der Vorsitzende des .^Landesverbands der jüdischen Jugendvereine Württembergs", Oberftkretär Jul. Wißmann, die erschienenen Vereine und' gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieft Tagung zur Stärkung de» Zusammengehörigkeitsgefühl« der jüdischen Jugend beitragen möge. Sodann sprach Frl. Steffi Heinsfurter als Vorsitzende des Jüdischen Jugendverein» Lrailshein. und danfte dem Vtrbandsvorsitzenden, der die Treffahtt in« Leben gerusen hatte. Berthold Stein -widmet« der Jugend im Namen des Jsr. Borsteheramt» »nd der Gemeind« herzliche Wott« der Begrüßung. Dr. Heilbrouu, Nürnberg, danfte der Verbands leitung wie der Gemeind« Erailsheim für den freund lichen Empfang. Im Mittelpunft der Tagung stand rin wettvollet Referat von Lehrer Silbermann über ,/vie Not der jüdischen Jugend", da« lebhaften Beifall erntete. A» den Bortrag schloß sich ein« rege Aussprach« an. Nach dein gemeinsamen Mittagsmahl machte man einen Aus slng nach dem schönen Rudolssberg. mit de« die Tagung fröhlich beschlossen wurde. Am Abend hielt Obersekretär Wißmann ei« in teressantes Referat aber „Die geschichtlich« Entwick GÖPPINGEN ). 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