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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-03-01 · 23 (1.3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
23 (1.3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 13)
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Seil aber 70 Jahr« bewahrt HARDT Flt*>- «. ntUdlihilh a STUTTGART * IUI r. N» Ul KAM. HAROT Ut Ae I. Fabrik da Lmde*. 4k «emaoaeUlnaiHlkmunntmirHBeihen« Beats flwlh fSrgate, 7 Vorsitzende, Prof, theol. Gabriel, betonte in der fi Begrüßung des Gastes, daß, mag der Glaube " fte auch trennen, dix Wissenschaft sprachlicher Bibelforschung sie doch zusammenführ«. Dr. Ka- 4 minka, der im Gegensatz zur Mchrheit der moder- J neu Bibelkritiker an dem Uralter der Psalmen * festhält, stützte in seinem Bortrag seine These aus sprachrechtliche, religiös- und ideengeschichtliche Gründe, auf fast wörtliche Parallelen in Keilschriften und ägyp.ischen Dichtungen usw. In diesem Zusammenhang betonte er die Wichtig keft des wissenschaftlichen Studiums der hebräi- :i jchen Sprache, ein Appell, den Pros. Gabriel mit Flachdruck aufgriss. Jeder, sagte er, der gegen das Alle Testament Sturm laufe, erschüttere die Grundmauern, aus denen sich der Katholizismus aufbaue. (ITA.) i $Ufe f&t Die beffarabischen Juden. - Die Bessarabien-Aktion des Hilfsvereins ist in vollem Gange. Es sind von Institutionen und Einzelpersonen zum Teil ansehnliche Beiträge eingegangen. Die Aktion wird vom Hilssverein, Hder dabei die tatkräftigste Unterstützung seitens seiner Lokalkomitees und von Gemeinden findet, mU aller Energie fortgesetzt. Angesichts der großen Notlage hat der Hilss- U»erein zunächst einen Beitrag von Mk. 15000.— . an das Hilfskomitee in Kischinew telegraphisch I überwiesen. 9,7 Prozent der ukrainischen Iudenschaft find Bauern. Die ukrainische Regierungskommission für jüdischen Aufbau ,^komzet" teilt mit, daß gegenwärtig 155000 Juden in der Ukraine/ d. s. S,7 Prozent der gesamten jüdischen Bevölkerung, itr der Landwirtschaft tätig sind; sie bearbeiten >49000 ha Boden. In den Kreisen Cherson und Krivojrog sind 50 Prozent, in Pervomejsk, Mariupol, Zaporo'ch> und Moldawa sind 25 bis 80 Prozent der Judenschast Bauern. Jeder jüdische Bauer bearbeitet im Durchschnitt 6,33 ha Boden. Die Wohnungsverhältnisse sind gute. Gute Sutwicklung der Kolonien jm Rayon Odessa. Laut den aus dem Odessaer Rayon, dem Ar- : beftsgebiet von ORT, eingetroffenen Berichten, chaben die jüdischen Kolonien dieses Rayons die 'Krise der letzten Mißernte gut überstanden und in chrem beharrlichen Ringen mit den Natur i elementen sogar einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung erreicht. Bor allem ist ein Zuwachs an angebautem Boden zu verzeichnen. In diesem Rayon betreut ORT 29 Siedlungen, in welchen 3109 Desjatin Boden mit Weizen und 1.393 Desjatin mit Roggen besät sind. Der Gesamtanbau betrifft 4502 Desjatin. Auf riu'Gehöst fallen im Durchschnitt 4.2 Desjatin, das sind 30 Prozent mchr als im Jahre 1926 27. '^Ungeachtet.des großen Erntemangels haben die »Kolonisten chren Biehbestand dank der Beschafdfung billiger Futtermittel durch ORT und die Regierung echalten können. Heute befinden sich . i» den 1.065 Gchöften der erwähnten Süblungen 1131 Pferde und 1017 Kühe. MU Unterstützung von ORT wurden letzten; ungefähr 1000' Schafe angekaust, sodaß die Schafherde des Rayons auf 2200 Stück angewachsen ist. Mit Hilfe von ORT wurden fünf Butterproduktionsstel en angelegt und 116 Desjatin Boden mit Wein angebaut. Damit die Wirtschaften bis zur nächsten Ernte durchhalten können, läßt ORT in den Kolonien je 20 Pfund Mehl pro Person verteilen In der letzten Zeit hat die Kreisabteilung ,-^es BolkSbildungSkommissariats im Rayon von i ORT eine jüdische landwirtschaftliche Schule er tet, in der der Nachwuchs zu qualifizierten wirten ausgebildet wird. ORT gab 1000 als Vorschuß für Renovierung und Jnnrichtung. D(r Schule verfügt über 325 Desjatin Boden, sowie über die notwendigen Gebäude, über totes und lebendes Inventar. In diesem Jahre wird die Schule von 40 Kolonistenkindern, unter ihnen 16 Mädchen, besucht. (ITA.) Die schönste Fra» Europas eine Jüdin. Böske- Simon, die vor einigen Tagen in Budapest zur-schönsten Frau Ungarns, der „Miß Hungaria", und jetzt in Paris zur „Miß Europa" gewählt worden ist (für die später in Amerika stattsindenden Weltschönheitskonkurrenz, auf der die „Miß llniverse" gewähll werden soll), gibt in der jüdischen Wochenschrift „Egyeoloeseg" ihrer Genugtuung Ausdruck, daß sie dem ungarischen Frauentyp zum Siege verhelf. (J.T.A.) hm (Wir Zuschriften unter Mdef Stubrtf übernimmt Me Schriftlettung nur Me preßt esetzllche Oetanttsartung.) Wo ist die Jagend in »nseren Gotteshäusern? Tiefe Frage Nang uns unlängst aus einer Predigt unseres Stadtrabbiners entgegen. Er wies darauf hin, daß sich einst Alt und Jung im Gotteshause zu einer geschlossenen Einheit zusammengefunden haben. Der Weg, die Religiosität in der Jugend wieder zu beleben, sei die häusliche Sabbathfeier. Dadurch, gewinne nicht nur das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, sondern auch die Freude der Jugend am Gottesdienst. Wohl ist dies alles richtig. Und dennoch wage ich es heraus aus eigenem Erleben, heraus aus zahlreichen Gesprächen mit jugendlichen Menschen — für diese Jugend ein Wort einzulegen, trotzdem das zu Sagende für manchen „Aelteren" schmerzlich sein wird. Dem Juden des Ghettos war die Religion noch persönliches Erlebnis. Wie ist eS aber mit den letzten Generationen vor uns?- Sie haben, soweit sie übechaupt noch am Bäterglauben hängen, Sitten und Gebräuche als ein Fertiges übernommen. Was mir aber fertig in den Schoß fällt, was ich mir nicht durch eigenes Forschen und Suchen erringe, zu dessen Wesenskern kann ich nicht durchdringen. Bin ich aber durchgedtungen, kann mir als letztes und größtes der Glaube ge schenkt werden. Deshalb genügt die überkommene Form, .die gewiß wertvoll ist als Erbe unserer Vorfahren und als Bindung für unsere Geiiiem schast allein nicht, unsere Jugend zu fesseln. Tann unsere Jugend ist religiös. Gerade deshalb wringt ihr das Gotteshaus die größten Enttäuschungen. Nein, nicht das Gotteshaus! Wenn einer von ihnen einmal das Glück hätte, allein einige Augenblicke dort zu verbringen, so emp fände er die gleiche Ehrfurcht, die ihn in jedem Gotteshaus, einerlei welcher Konfession, überkommt. Nein, nicht das Gotteshaus, sondern die Atmosphäre des inner» Unbeteiligtseins fo vieler wirkt erkällend; das Fluidum, der mangelnden Ehrfurcht rrnüchlert den jugendlichen Menschen, der für das Religiöse Aufgeschlossenheit mübringt. Gibt es nicht viele Juden, die, wenn sie in der Bach'schen H-moll Messe das. sanctus dominus Deus hören, tief ergriffen sind dagegen bei ko bausch kodausch kodausch' adonoi zevoaus... dieser doch wörtlich gleichen, herrlichen Lobpreisung kaum etwas empfinden? Hier ist die Quelle für alle anderen Mißstände im Gotteshaus: das Stühieklappen, das Herumlaufen, das Plaudern u. ä. Störungen. Daher dürfen wir der Jugend, dft eine ehrliche Einstellung zum Religiösen hat, es nicht übel nehmen, wenn viele von chr durch unsere Fehler statt einbezogen, abgestoßen werden. . Lucie Levi. ULM II KHO.VAPOTHEKE l Dr. Walle, Apothekern. Nahningmmlttelcbeinlkcr j Telephon 4030 / Syrllnatrafie 0 j iitopaniMfee r. mmhüil amcuhm I iSpaslallaboratorluai für Han-, Answarf-, Blotetc. t Unter*«hnagen , Cbetnlsch-todiBlsdie Analysen | KONDITOREI UND CAKE ■ TRÖGLEN / ULM | OemftlUe Iren renovierte InketttSien Spezial - Geschäft für Beftellungen Pünktlicher Versand nach auswärts Feinste Praline eigener HetStellung Ge 18 fl WlMw«IM«wMIwl UhrenÄrr^: WILH. FRANK, Uhrenmaifierineister Herrenkellerstraße 33 Reparaturen gut und billig Gustav ITIolfenter am Judenhof SEIFENFABRIK Ulm a. Donau saionwaiz Damen- und Herrenfriseur la. Bubiköpfe KmilHlUBIimtlHt NMHMMM Telefon 140) Dreal. Dtacr Wasser Restaurant und CaM^ TeL 2700, 3 Min. r. 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