Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-02-01 · 21 (1.2.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
21 (1.2.1929)
Date
1929-02-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/4904101-5441815-5443062--2108-4906082
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

281 . eutenb gebessert. In der persischen Hauptstadt Tchera.r lebe» heute ungefähr 10000 Juden. Kleinere jüdische Gemeinden gibt es in mchreren persischen Städten. Die Juden, die vor der neuen konstilutionellen Aera unterdrückt und mißhandelt wurde,., denen nur die Ausübung der niedrigen Berufe gestattet war, dürfen heute ehrenvolle Positionen einnchmen. Die persisch jüdischen Kaufleute haben in den besseren Straßen von Tehe ran modern« Warenhäuser errichtet und größere Hande.sbüros eingerichtet. Die Juden vermitteln den Handel mit Europa, richten Druckereien ein, sichrere Juden betätigen sich als Aerzte und Apotheker, eine größere Anzahl von Juden ist im Handwerk und besonders in der Schneiderei tätig. Auch dürfen Juden heute staatliche Arm ter bekleiden. Die bemittelten Juden verlassen das enge Ghetto von Teheran und siedeln sich in den europäischen Vierteln an. Die jüdischen Kinder besuche» dir persischen und die ausländischen mitt lereu und höheren Schulen. Nach der Verfassung genießt der persische Jude die gleichen Rechte wie jeder persische Bürger mit der einzigen Ausnahme, daß ihm wie jedem Nichtmuselmanrn die Ministerlaufbahn verschlossen bleibt. Aller dings wird diese Bestimmung der Konstitution nicht konsequent durchgeführt; denn auch die Departements der Justiz, der auswärtigen Ange legercheiten, der Polizei, des öffentlichen Unter richt» und des Krieges scheinen den Juden ver schlossen zu sein. Seitdem vor drei Jahren die allgemeine Wchrpflicht eingesührt wurde, dienen die jüdischen jungen Leute auch in der Armee, die den Juden früher verschlossen war. Bei Den Parlamentswahlen wählen die Juden in einer gesonderten Kurie, was Anlaß zu bedauerlichen j Streitigkeiten innerhalb der jüdischen Gemeinde! gibt. (J.T.A.) , Neue wichtige Ausgrabungen in Palästina. Ter Palestine Exploration Fund hat unter Leitung des Direktors der britischen Archäologen- -Schule in Jerusalem, I. W. Orowsoot, und des .Dozenten an der Hebräischen Universität Jerusa lem, Dr. E. L. Sukenik, neue Ausgrabungen am Ophel durchgeführt, deren Resultate ein neues Licht auf die Topographie des alten Jerusalem werfen. Die Expedition hat den steilen Abhang an der Westseite des Ophel-Kammes zum Teil sreigelegt. Die alte Stadtmauer und die Türme, die man schon 1927 aufgesunden hatte, standen auf einem breiten Unterbau unterhalb der jetzt sceigrlegten Stelle. Ein kleiner Teil der alten Stadtmauer ist weiter südlich gefunden worden. Bei diesem Teil sind die Steine in einer Art geschichtet, wie man sie analog anderen Beispielen als charakteristisch für die Periode der hebräischen Könige ansieht. Es dürste daher keinem Zweifel unterliegen, daß dieser Stadtwall auf die Zeit eines der in der Bibel genannten Könige zurückgeht. Ausgefundene Scherbenhaufen weisen auf die gleiche Periode hin. Etwas nördlich von dem erwähnten Teil der Stadtmauer sieht man eine schöne 6 Meter tiefe Zisterne, die zwischen dem künstlich abgeböschten Borsprung und der Stadt mauer gebaut worden war. Wahrscheinlich ist diese Zisterne zu Zeiten Rehemias gebaut worden. Unter der Felsoberfläche sind einige unterirdische Zimmer entdeckt worden. Die meisten sind wohl zum Zwecke von Zisternen ausgehauen worden. Besonders interessant ist eine Reihe zusammenhängender Räume, die zu einem anderen Zweck angelegt worden waren. Fünf Räume dieses Komplexes sind bereits durchgeprüft worden. Man nimmt an, daß diese Räume ursprünglich als eine Flucht von Grabgemächern angelegt 'wurden. Wie weiter mitgeteilt wird, wurde von John Erowfoot und Pros. Sukenik ein antikes Gewölbe entdeckt, das wahrscheinlich als Grabstätte jüdischer Könige benutzt wurde. Berschiedene ausge fundene Gegenstände weisen aus diesen Zweck hin. (J.T.A.) H AR D T Plue- *. nMhMk * OiMmM Utl » Fan&r. Ne. Ul KARL HARDT WlbthMlNlaln. *• ««ttmaablndrttltfcrininHM» Haaoibnat Baste Oewtkr fr gut vutö hm <S»r ZuschrUltn unter dieser ttubrtf übernimmt die «chriftfeitunfl nur die pehgesetzUche Verantwortung. Sehr geehrte Schristleitung! Im Anschluß an Ihren Bericht über den am 8. Januar 1929 im Berthold Auerbach Verein zur Frage der Bidelkritik stattgesundenen Diskuisionsabend bitte ich Sie um die Ausnahme nachstehender Er klärung, an deren Abgabe ich an dem fraglichen Abend durch den Umstand, daß Herr Lberrechnungsrat Meyer als Referent herkömmlicherweiie da« Schlußwort hatte, verhindert worden bin: _ Ich weiß nicht mehr, von wemxeinerzeit nach dem Bortrag de« Herrn Lberrechnungsrat Meyer über die Hibelkritik der Vorschlag zu einer Ti«kussion au« gegangen ist. Es kommt aber nicht darauf an, denn soviel ist sicher, daß Herr Lberrechnungsrat Meyer sich mit diesem Vorschlag ausdrücklich einverstanden erNärt hat. Ta nun Herr Lberrechnungsrat Meyer wußte, daß ich mit Bezug aus den überlieferten Text der Bibel aus einem dem seinigen entgegengesetzten Standpunkt stehe, so hat er hierdurch nach' Treu und Klauben sich auch damit einverstanden erklärt, daß ich meinen Stand Punkt, in der Tiskussion zum Ausdruck bringe. Ich habe j dies getan und zwar, wie mir alle Anwesenden de zeugen werden, in durchaus ruhiger und sachlicher Weise und ohne irgendwelche für meinen Gegner verletzende Bemerkung. Herr Lberrechnungsrat Meyer ist auf meine! sachlichen Ausführungen mit' keinem Wort eingegangen, sondern hat sich darauf beschränkt, in größter Er regung und indem er mit der Faust aus da» Pult j schlug, wenn nicht dem Wortlaut, so doch dem Sinne j nach, auszurusen: „Wir verbitten es Uns, daß man an | den Text unserer hl. Schriften rührt." * 1 Ich enthalte mich jeglichen Werturteil« über den von! ihm hier eingenommenen Standpunkt. Es ist aber! offensichtlich, daß, wenn er in dieser Weise jeder kritischen Einstellung zum Bibeltext die Berechtigung ab spricht, er niemals einer Diskussion hätte zustimmen dürfen. Nachdem er letzteres aber dennoch getan und hierdurch mich in den trügerischen Klauben versetzt hat, daß er sich aus eine sachliche Erörterung einlassen werde, bedauere ich, erklären zu müssen, daß sein Ver hallen, vollend« in Gegenwart eines jugendlichen Publi kums, im Widerspruch stand zu demjenigen Mindestmaß von Loyalität, welche« man auch dem Gegner unter allen Umständen schuldig ist. Mit vorzüglicher Hochachtung! Landgerichtsdirektor Stern. Deeie Schöttberßer: Berufung Gedichte Axel Junker Verlag, Berlin. Ter Aachener Rabbiner Tr. Du vin Schönberger, der sich bereit« durch seine Gedichts Publikationen „Feierstunden am Wege" und „Sinai klänge" einen Namen gemacht hat, legt wiederum eine» Zyklus von Gedichten vor, die in überaus packender Weise da« Gotieserlebnis behandeln. Aus jeder Dichtung spricht da» tiefe Verbundensein des Autors mit den göttlichen Welten, Ningt eindrucksvoll da« Bekenntnis zu Gott und der Berufung de« Menschen. Großwelt und Uleinwelt, Weltall und Menschheit verschmelzen in Schönberger« Dichtungen zu einer von Gotte» Geist und Liebe durchfluteten Einheit. Obwohl die manchmal durch au« philosophische Sprache die Grenzen/ ver realen Wirklichkeit venvischt und nur noch nach dem Ausdruck des Gefühlsmäßigen trachtet, sind alles - in allem genommen diese Lichtungen'ein starker Appell,zur Besinnung aus die' .unserer Zeit so notwendigen seelischen Werte. - H. St. BfUhcnfnlic B delow STUTTGART. RotebÖhUtr. 21 / Telefon 63115 IlCfCrf «dtnellslens alle gewflnsditen BfldlCf Entft Feber: Politik und Humanität. Paul Nathan. Ein Lebensbild. Mit 12 Bildtafeln und einer Handschxistenprobe. Teutsche Berlagsgesellschast für Politik und Geschichte m. b. H. 1928. IV, 156 Seiten. ULM | KRÖN-APOTHEKE I I 'Dr.Walle,Apotheker u.Nahningsmitteldiemiker | | Telephon 4039 / SyrllnstraBe 9 | ] AlKHMtfhlMke u. kmüspadLlMdinl j iSpeztallaboratoriam fflr Hin-, Aaswarf', Blotetc. | Untersnehaafen / Chemisch-technische Analysen | A. Sichle Malermeister GUkkler-Shr. 28 Telefon Nr. 960 Ausführung sümilither Malerarbeiten bekannt solid und preiswert 1 KONDITOREI UND CAfE j ■ TRÖGLEN / ULM 1 OemtUUdte neu renovierte lokaUUten 1 Spesial - QesthSft für Beflellungen | Pünktlicher Versand nach ausueürts | Feinste Praline eigener Herstellung s Gegr. 1 1811 Clhe rorneimifieu )lloclel/e IN REICHER AUSWAHL Modehaus Alfred Walz SAHN HOFSTRASSE 4 SalonWaiz Damen- und Herrenfriseur la. Bubiköpfe IIHIIIIlIHtKIIHIIIH WMWWW Telefon 1403 DreRl. Obacr Wasser Gustav VTIolfenter am Judenhof SEIFENFABRIK Ulm a. Donau Restaurant und Cof6 Wilhelmshöhe 5 Maaten v. Bahnhof — Tel. 2187 50 Betten, fließendes Wasser In allen Zimmern Bad Restaurant und Cafö Glöcklertor-Drogerle P. Unrath / Verbandsdrofllst ULM a. D. / Qlöcklerstr. 37 empfiehlt sich für sämtliche Drogen - Chemikalien - Kinder- und Krankenpflegaartikal - Verbandstoffe - Lacke - Farben Herrenkellerstraße 33 fiM-LSimerwarai mmm billigst ■■■■ SCHIRME & STÖCKE II beste Qualität, größte Auswahl Reparataroa aller Art rasch a. billig Schirmfabrik GÖBEL HaaptfeacMHt > BOCKGASSE S Ptllaleai Bahnhafatr. 16 b. Bahahofhotel Fpeuonatraoao 1 (Kronprinz) MLir»2.Dlll.D Tel. > SA. MS, Pfaaeacaane 21 Spezlal-Reparatarwerfcitatt f. Sehrelbnuschla. aller Syateaie KARLSIGEL NEU-ULM Tel. SA. 7190, Garteaztr.SS Malus'lRiMMMle Shell-Tankstelle Reparaturen Alwin LüserUlm nur Dreikönig*tr. 10 ErdMssliis S#ulil|«sdlfl MMVnPwJHf KBTNtffl unk« PIANO- UND MUSIKHAUS Chr. Reisser / Ulm HAUPTWACHPLATZ Da« fahrende Haan Obaraehtaabaaa

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.