Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 21 (1.2.1929)
- Date
- 1929-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4904101-5441815-5443062--2104-4906078- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
“Damen - Sdineidermeisier GEORG HERR , Langestraße 47 Anruf Nr. 233OS MaßgesdtSfl für feine Damengarderobe Solide Preise /*** m Vamayalt eta*bl*a«cr, Wedwt, alt Sorte« Scfm, Sargen brl Wßly. Wetvverl / Stuttgart ISrtrtrUOftr. ri <». »rteSriA»«!«*), Seitfon 29078 Id) werbe nm ÄlMrC MIlIIC zivilen Preisen in Ordnung zu briogeo Sie U. biete Ihnen die Gelegenheit MMraiei RM. 2a-. Mut-mdcea pro Glied RM. 20.— (garantiert 20knr. Gold). MaälKfeenkae pro Lnhn RM <. pullerm.io - Stiftzihoe, Fulluogen u*w. billigst. Scboneode Behandlung. Verarbeitung beeter Mnteriatien. f BIT? KN0RIN6EB - DEimSI MlllitrUe SS n. Edt« SdioUtr. Telephon 24615 saßt hat, und gelangen auch zu der Nachricht, daß bei der Plünderung Roms Levitas Buch über die Akzente verloren gegangen ist. In ethischer Hinsicht interessant ist der demutsvolle Ton des jü bischen Lehrers, welcher mit dem Hochmut des Schülers stark kontrastiert. So ist die schwäbische Reichsstadt Jsny im 16. Jahrhundert sieben Jahre lang der Sitz einer he brätschen Truckerei gewesen, die mit dem Namen des hervorragenden jüdischen Forschers Elias Le vita unlöslich verbunden ist. Wie weit der Ruhm -Elias Levitas gedrungen ist, geht aus der Tat sachr hervor, daß König Franzi, von Frankreich an den jüdischen Gelehrte» die Einladung ergehen ließ, an der Universität Paris die Professur für hebräische Sprache zu bekleiden. Tiefe Tatsache, daß Fürsten sich ent entschließen konnten, einem jüdischen ungetaus ten Forscher den Lehrstuhl an einer Universi tät anzubieten, spricht zur Genüge für die hohe Bedeutung, die man im Resormationszeitalter der hebräischen Sprache beimaß, sowie auch anderer seits für die große Wertschätzung, deren EliaS Levita sich in den höchsten Kreisen erfreuen durfte. Levita nahm jedoch den ehrenvollen Antrag nicht an, wahrscheinlich, weil er als einziger Jude, der damals in Frankreich leben durste, sich in seiner sozialen Stellung in Paris nicht behaglich ge fühlt hätte. Er zog das kleine Jsny vor, wo er eine ihm eher zusagende Stellung bekleidete. Und er hatte es nicht zu bereuen. Tenn seine in Jsny gedruckten Werke trugen seinen Namen in alle Gaue. Wie hoch die Werke Elias Levitas i» den Augen der Gelehrten im Wert standen, wie man sich glücklich schätzte, das eine oder andere Buch Levitas sein eigen nennen zu dürfen, kann man heute noch sehen aus einem Briese, der in derRajs bibliothek zu Leipzig aufbewahrt wird. Unterm 3. Februar 1660 schreibt der Rabbiner Sabbatai Cohen von Holleschau in hebräi scher Sprache an den Magister Valentin Widrich: „Heute kamen mir deine lichtvollen geehrten Zeilen zu, worüber ich mich sehr erfreut habe. Was bin ich vor deiner Herrlichkeit, daß du deine Hand auf mich gelegt hast, daß du nach meinem Wohl dich erkundigst? Was hast du bei mir gefunden, daß du mein Schreiben zu sehen wünschest, da ich doch noch jung und leer von Wissen bin, keine Lehre und Weisheit sich bei mir findet, was weiß ich in Wirklichkeit, was du nicht weißt? Ich schicke dir hiermit ein kleines Geschenk, eine Schrift, die Elia Bachur (Levita) zum Verfasser hat." Levita war einer der ersten Juden, der christ lichc Gelehrte in die hebräische Sprachwissenschaft und Literatur eingeführt hat. Seit jener Zeit singen auch die Universitäten an, das He brätsche in ihren Lehrplan aufzunehmen. Wien hatte damit zuerst den Anfang gemacht, andere folgten bald nach. Turch seine umfassende Wirksamkeit, nicht zuletzt in Jsny, hat Elias Levita dazu beigetragen, daß die Kenntnis der Bibel und des rabbinischen Schrifttums in christliche Kreise gelangt ist, daß die Achtung und Wertschätzung des Judentums in den Augen aller Gebildeten zu - 277 - UAIED’C Butteru. Kflsa» fllberburgstr.M(Edceu»d«uPer.ir.) v Spezialgeschäft Sm!L«a«u*Mr TANZICHULI 1 WQrttembergiscbe Privatbank: Ä.-G. 1 1 («arm. O. Belsawenger - Oegr. 1855) 1 1 STUTTGART, Gymnasiumstraße 1 1 1 Fernspredier SA. Nr. 2404647, 23553/54 1 j " cf NKUISTI TANZE JU (lalAa Bauuud MSbels«hralnerel ftu »igier» Knnatgewerbl. Werksatte Augustenstraßt? 72 - Telefon S.A. 64197 Anfertigung kompletter Wohnnngs- «nd Laden-Elnrlditnngen nadi eigenen oder gegebenen Entwürfen. - Reparaturen und . Antpolleren von MSbeln aller Art. Es ist in Ihrem Interesse, wenn "Sie sich vor Kauf eines Radio-Apparates von mir beraten lassen / Katalog gratis RADIO-FRANK / KKftSÄS,! Verlängern Sie Katalog oder Vartreterbesock steigön begann, ja daß sogar die Schranken viel sach durchbrochen wurden, die zwischen Inden und Christen errichtet wäre». QUM) fau* Stuttgart. Irr Evangelische Lberkirchenrat verössenl licht da» konsessionelle Ergebnis der Volkszählung des Jahres 192». Tanach gehörten 68 Prozent der Be völkerung Württemberg« der evangelischen Kirche und 30,9 Prozent der römisch-katholischen Kirche an. Tie Zahl der Juden hatte seit 1910 um 248 abgenommen. 192» wohnten 10 827 Juden im Lande. Wieviele Men schen jüdischen Ursprung» sich unter de» 11 734 Reli gionslosen besnnden habe», ist statistisch nicht sest gestellt. Stuttgart. Berthold Auerbach Verein. Ter B A B. veranstalleie am 1». Januar im Bürgerin» seum einen „(9 e m ü t l i ch r n Aden d", zu dem sich eine grase Anzahl seiner Mitglieder eingesunden halte. Turch Rezitationen ernster und heilerer Art, musikalische Darbietungen und nicht zuletzt einen fröhlichen Tanz kam bald eine gehobene Stimmung aus. Mit dieser Veranstaltung hat der B.A. B. seinen Mitgliedern, die im vergangenen Jahre sich so eifrig an der ernsten Vereinsarbeit beteiligt haben, eine willkommene Ab wechstung geboten. Stuttgart. Berthold Auerbach Verein. Ten Beschluß der ersten Hälfte des Winterprogramm» machte am 22. Januar Tirektor Karl Adler mit einem Bortrag über „Gedanke» zur K u n st e r z i t hu» g". In seiner Einleitung zeichnete der Redner die künstlerische Situation unserer Zeit, die durch die immer mrhr sortschreitendc Industrialisierung und Tech nisierung eine besondere Prägung erhält. Es sind ab.'r, so sübrte der Redner ungefähr aus, starke Kräfte am Werke, um de» hiermit verbundene» geistig ieeli schen Persallserschcinungen zu begegnen, und zwar ver suchen Volkshochschulen, Anthroposophie, Singchüre usw. durch ernste, vor allem aus da« Pädagogische gerickme Bestrebungen, dieser Umwertung aller Werte. Einhalt zu gebieten. In dieser Auseinandersetzung mit der Zeit und ihren destruktiven Elementen spielt auch die Kunst eine Rolle. Trei Gruppen sind, es, die zu ihr in einem bestimmten Berhälini» stehen: die erste rich tet ihr Interesse besonder« aus die „S e » s a I i o n" im Künstlerischen, die zweite dokumentiert sich in einem gewissen A e st h e t r n t n m, da« die Kunst mir um ihrer selbst willen anerkennt und durch eine besondere Phraseologie Verständnis vorläuscht, die dritte schließ lim wird von einem kleine» Kreis ernster Menschen gebildet, die in der Kunst etwa» L e b e n » n o t w e » d i g e s sehen. _ Run nehmen viele, die den Mensche» „erziehen" wollen, stillschweigend als Rorm sich selbst an: in Wirklichkeit beeinslussen aber. Künstler und Erzieher die Zeit nicht. Es handelt sich vielmehr darum, die Zeit zu begreifen und zu erkennen und sie als lebendi ger Faktor in den Schassensprozeß einzubeziehen. Eine frühere Generation wies die Kunst in ihr eigenes lKe biet zurück »nd sprach ihr di« Zeitverdnndenheit ab. In dieser nur aus» Zweckhaste gcrichteten Periode der „l'art pour l'art" betrachtete man die Kunst im Gegensatz zur stosslichen Realität der Welt al» eine „Welt des Scheins". Später, als die Technik vie! höhere Ansorderungen an den Künstler stellte, die nur einige wenige ersüllten, wurde da» urwüchsige künstlerische Schassen durch da» Virtuosentum abgclöst. Ticse Zeit, die der Formel „l'art pour l'artiste" hul digl, ivar für unsere ganze künstlerische Kultur ein .großer Schaden. Tie Jetztzeit aber hat die Aussajsung, daß die Kunst den Alltag zu burchdringe» hat und daß da» Leben wie in früheren Jahrhunderten wieder mit ihr verwurzelt werden muß. Tiefe Wand lung bringt eine völlig neue Bewertung de» „Kunst ters" mit sich, der sich nun in dieser „Zeit der Per sönlichleil" durchzusetze» hat. Tie Frage nach dem eigentlichen^ Wesen der Kunst läßt sich schwer beantworten, da es fast unmöglich ist, die typischen Wesenseigenschasten de« Künstlerischen begrisftich ,zu sassen. Ta» - Entscheidende ist der Ge halt, ist die künstleriiche Einheit von Form und I» halt des, Werks, die nicht widerspruchslos Hingenom me», sondern zum Ausgangspunkt einer AuSeinchnder ictzung mit dem Werk in seiner Ganzheit und vd«- Totalität des Menschen wird. Ter Künstler legt alle« seelisch Aktive in 4>ie Form, unter dem Zwang de« Schassenmüsskn» wird da» Werk gestaltetes Leben, da« für de» Menschen Antrieb ist. Ter Kunsterziehung liegt e» ob, den Menschen zum künstlerischen Muß zu erziehe» und seine Individualität sür die Begeg »u»g mit dem Kunstwerk aufzulocker». Kunsterzieher muß jeder sein, der an die Lebenskraft der Kunst glaubt. Tic zu gehenden Wege zielen aus die Reckung der Sinne zur Kunstbelätigung ab. E« kommt hierbei daraus an, daß der Mensch wieder „schauen" und „hör CANNSTATT IB dflfi setotumaru IMARKTSTR. 24 / TELEFON Nr. 50012 EIGENE KONDITOREI Pflnktlldter Versand nid «nrwltfi Paal Manger / Cannstatt Spezial-Gesdiail lOr Hussteuer-flrtlkel WUhelmstr. 18/20 - Telefon 50999 Anfertigung kompl. An »ten ern tu eigener Werkatitte /' M CANNSTATT J - KAnigatr. 41 / Tel. 51S19 e mp/i ehl i ***cine eigenen Fabrikate Spjatenttktte/Stedudünne/KeparatRr j Karl Kunze , KOnigstrebe 46 / Telefon 31124 Lager feiner, moderner Pelzwaren Erstklassige Mobarbeit Umarbeitungen