Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 18 (16.12.1928)
- Date
- 1928-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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- 235 - sprachgeschichtltcher Hinsicht ist e* besonder« interessant. Der Jüdisch« Frauenbund hat die Hrrau-gab« de« Buche« übernommen und erbittet Subskription-meldungm (da» Buch kostet Mk. 6.— pro Stück) an seine Geschästtstelle, Berlin 91. 24, Monbijouplatz 10. Stuttgart. Zionistische Arbeitsgemein» sch a ft. Am 88. Novembec d. I«. brachte Dipl.-Ing. P l a w u e r eine Au«lese jiddischer Dichtungen zum Vortrag Der Redner wies einleitend daraus hin, daß er zu dem im Osten ausgebrochenen Streit zwischen jiddischer und hebräischer Sprache nicht Stellung nehmen Mächte; er wolle lediglich im Hinblick auf den großen kulturhistorische» Wert * der jiddischen Dichtung einige Originalprobrn darbieten. Dipl.-Ing. Plawner las zunächst «ine humorvolle Milieuschilderung von Scholem Alechem, „Die Sukkoh", und brachte sodann die wertvollen Dichtungen von I. L. Perez „Ob nicht noch Häher", „Ter meschuggene Batlon" und „Die Kabbalisten" (in deutscher llebersetzung unter dem Namen „Die Melodie" bekannt) zum Bortrag. Der Redner zeigte sich als glänzender Interpret der jiddischen Sprache und der von ihr verlangten eigenen Bortragsweise. Auch einem ungeübten Ohre waren die Dichtungen bei einiger Ausmerlsamkeit verständlich. Die Zuhärer folgten gespanat dem Vortragende», der sie in die seltsam« Welt des Ostjudentums und des Chassidismus geführt hatte. Stuttgart. Sanitätsrat Tr. Karl Ries sprach im Württ. Goethebund über „Freundschaft und Sexus l i t ä t". Der tiefgründig« Bortrag entwickelte die Freundschafts-Beziehungen in Vergangenheit und Gegenwart und wurde durch geschickt gewählte Auszüge aus Tagebüchern bedeutender Dichter-Persönlichkeiten illustriert. Ter Vortragende verstand es, sein Thema mit großem Takte zu behandeln und gab ein lückenloses Bild der freundschaftlichen Beziehungen von Mann zu Mann, Tic wenvollen Ausführungen, durch glänzenden Bortrag noch zur besonderen Geltung gebracht, sanken den lebhafteste» Beifall des sehr zahlreichen Auditorium«, dl.0. Stuttgart. Bor wenigen Tagen könnt! die bekannte Firma Ludwig Ebstein, Herrenbekleidung, Hirschftraßc 6, ihr 50jährige« Geschästsjubiläum begehen. Samuel Ebstein begründete als junger Man» von 23 Jahren das heutige Unternehmen und hat es mit seinem Sohne, Ludwig E b st e i n, zu beachtlicher Häh« emporgebracht. Der jetzige Inhaber der Firma, Ludwig Ebstein, erfreut sich, wie sein Vater, gräßter Wertschätzung und gehärt dem Israelischen Borsteheramt al« Mitglied an. Wir wünschen der Firma auch für die Zukunst Glück und Gedeihen! Stuttgart. Ter in der jüdischen Presse sehr beifällig ausgenommen« Film „Der Jazzsänger", der ein ergreifendes Stück jüdischen Leben« in Amerika schildert, lief in den tkammer-Lichtspielen kürzlich, mit großem Erfolg. Eine künstlerische Begleitmusik, die sich besonder« der synagogalen Filmhandlung mit großem Verständnis anpaßte, ergänzte den Film in hervorragender Weis« und wurde von der Tagetpresse ebenfall« her vorgehoben. I Stuttgart. Die Uraussührung de» Märchenspicl« „T e r singende Pfennig" von Jella Lepman fand am 2. 12. d. I«. im Kleinen Haus des Württ. Landcstheater« statt. Aus der Suche nach dem verlorenen Glückspsennig erlebt der kleine Held des Spiels allerlei Abenteuer im Himmel und auf der Erd«, was reiche Gelegenheit zu wundervollen Bühnenbildern gab. Die da« Haus füllende Kinderschar folgte der Handlung mit jugendlicher Begeisterung. Die Dichterin wurde durch 4 Blumenspenden und reichen Beifall geehrt. Stuttgart. Bon» Landesverband Württemberg des Reichsbund« jüdischer Frontsoldaten er halten wir die folgende Zuschrift: Am 24. und 25. N»^ vember fand in Berlin die Hauptversammlung de» Retchsbunde« jüdischer Frontsoldaten statt. Sie begann am Nachmittag 4>c» 24. November mit einer Vorbesprechung im engeren Kreise der Landesverbands-Vorsitzenden über all« wichtigen Berhandlungsgegenstände der Hauptversammlung. Es folgte am Abend ein« sehr gut besuchte Versammlung vor geladenen Güster aus allen jüdischen Verbänden und Organisationen, die die Siedlungssrage und insbeson dere die Gründung des „Reichsbundes für jüdische Sied lung in Deutschland" zum Gegenstand hatte. In dieser Bersanimlung sprachen einleitend der Bund:s-Bor< sitzend«, Dr. Löwen stein, Tomänendirektor S. Dyk und Dr. E l k e l e « über die Bedeutung der geplanten Siedlung und die bisher geleistete Arbeit. ' Anschließend sprachen die prominenten Führer und Vorstände der gesamten jüdischen Oessentlichkeit: Kammergerichtsrat Leo Wolfs, der Präsident bes preußischen Landesverbands jüdischer Gemeinden, Oberlandes-! gericht«rat Dr. Alfred Neumeyrr»München für '■ den bayerischen Lande«verband jüdischer Gemeinden, Dr. Kollenscher für die Gemeind« Berlin, Justizrat Dr. «rodnitz für den L.B., R.A. Dr. Klee für die Zionistische Vereinigung für Deutschland und Geheimrat Timendorser für die Groß-Loge U.O.B.B. Sämtliche Redner drückten in beredten und restlo» zustimmenden Worten ihre Sympathie für die vom R.J.F. angebabnte Sicdlungsaktion aus, und versprachen ihre ideell« und materielle Mithilfe im neuen Reichsbunde, der nunmehr auf den breiteren Schultern der gesam ten deutschen Judenheit das Siedlungswerk -fördern und finanziell fundieren soll. Ein Schluß- und Dankeswort des BundeSvorsitzenden beschloß die eindrucks volle Kundgebung. Zahlreiche^ Teilnehmer zeichneten sich als Mitglieder des neuen Bundes ein. Am Sonntag fanden die internen Verhandlungen im Kreise der außergewöhnlich zahlreich erschienenen Delegierten des Bundes statt. Im Mittelpunkt der -Tagung stand ein formell und inhaltlich hervorragen, des Referat von Löwenstein über die gesamte Bunderarbeit, das einstimmige Zustimmung fand, wie überhaupt in allen wesentlichen Berhandlungspunkten sich eine erfreuliche Einigkeit zeigte und alle, zeitweise sehr lebhaften Debatte» aus einer bemerkenswerten Höhe standen. Im kommenden Februar wird der R.J.F. sein zehnjährige« Bestehen in' einfachem, aber eindrucksvollem Rahmen in Berlin begehen, während für die nächste geschäftlich« Tagung eine Versammlung in Mannheim vorgesehen ist, die hossentlich geeignet sein wird, die Arbeit und die Ziele unseres Bundes—in Süddeutsch land noch populärer zu machen — im Interesse unseres Vaterlandes wie unseres deutschen Judentum«. Hirsch-Ulm. Eaanstatt. Ter 1. Vortragsabend des Jsr. Frauen Vereins fand am 21. November d. I«. statt. Frau Anna Pick berichtete über die Tagung de« Frauen Kunde« in Ulm und Frl. Meta Strauß rezitierte aus Werken von Schalom Asch und Werfel. Lsunstatt. Am 8. Tezember d. Js. fand die Mitgliederversammlung des Jsr. Wohltätigkeitsvrr eins statt. Ter Abend wurde durch einen Bortrag von Moderne Radio-Anlagen LNeu aufgenommen: Musik-Apparate Neueste Schallplatten RADIO-FRANK / H5BR2ÄSS, I Verlangen Me Katalog oder Veri>e«erbesa<fe Pelzu. Lederwaren gut and pieliweri bei AUG. RÜGAMER 10 NEUE BRÜCKE 10 IhurbcUmga. Nnulerll«a«ai ln etg. KtnAacrcl Jetzt Stsftztr. Pelz-mäntel Ffldue - Besfitze ln groier Anawahl sa lilmtn Preisen * PilzBeparatnrn (it ■■« preiswert Ptlzlns 6iirps MITTNACHTBAU (Hing. Kronprinzztr.) DRUChtfltl fc ** .STUTTGART QOT£ßUHL STRASSt 41 KRNSPREOHIR SA. 0007* Anfcmguag (Annulier Dnukfadien l PH»z«e, Terefe. 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