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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-11-01 · 15 (1.11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
15 (1.11.1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 13)
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— 193 — Wic fordern Verständnis und Mittel für die großen Ziele der Bünde jüdischer Jugend, an deren Spitze der überparteiliche, darum erzieherisch so wertvolle „Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands" steht. In Jugendgrupgruppen vereinigen sich die Schüler und Lehrlinge, hier finden sie ihre moralische und gesellschaftliche Stütze im Kampf nach außen, sie werden gestählt an Körper, Geist und Seele- In den Jugendvereincn nimmt dieser Weg seinen Fortgang, sie bilden ein Bollwerk gegen ein oberflächliches Sichverlieren an die Außenwelt. Hier werden die Bor aussetzungen geschaffen für die spätere Mitarbeit an den mannigfachen geistigen, religiösen und sozialen Aufgaben innerhalb der jüdischen Gemeinde. Ein junger Mensch, der bewußt diese Wege der Jugend mitgegangen ist, wird kaum je der Gemeinschaft ganz verloren gehen. Viel kann und muß noch getan werden. Aber sollten die hierzu berufenen Körperschaften angesichts soviel hosfnungsfrohen Jugendstrebens und verheißungsvollen Aufbaus müssig die Hände in den Schoß legen? Nein, die Einsichtigen werden auch die Lauen zu überzeugen vermögen, daß diese Arbeit praktisch unterstützt w.'rden muß, daß die großen Organisationen die Mittel zum Bau von Jugendheimen bereitstellen und die Bünde finanziell stützen müssen, daß man die Jugend zur Mitarbeit am sozialen und religiösen Aufbau in den Gemeinden zuläßt, damit die Gemeinden wieder zu lebendigen Organismen w.'rden könne». Ihr Alten, nehmt Interesse an dieser Jugendarbeit, schickt eure Kinder in die Junggruppen und Bünde, helft mit am Aufbau, ihr werdet dadurch wieder selbst verjüngt werden und an den Wert der Zukunft unseres Judentums glauben! Wir wollen das Beste für euch, fiir uns, und für unsere Zukunft! Alsretz Rettmami: König Haber, Erzählung. Verlag I. Engelhorns Rachf. Stuttgart. Man sagt von Moritz Haber, dem Hosbankier irgend eines kleine» deutschen Fürsten des vorigen Jahrhunderts, „daß er ein portugiesischer Jude sei, ein wegen Beruntreuunge» verjagter Finanzagent Ton Miguels von Braganza..." Mehr weist man nicht. Aber das genügt, um den unbeugsamen, zielbewußten Vertrauensmann des Groß- Herzogs zum Gegenstand höfischer Jntrigue zu machen. — Man denkt bei der Lektüre des Buches oft an Feuchtwangers „Jud Süß". Eines ist beiden Romanen gemeinsam: der Hast. Aber Habers Wege sind andere. Sein Schicksal wächst zwangsläufig aus einer Fülle unseliger Verkettungen, aber die Tragik seiner Persönlichkeit wird mehr durch die Dämonie seines kampfbereiten Wesens als durch die Verhältnisse seines Lebenskreises bedingt. Trotzdem ist dieser Haber, der mit dem Kinde der Fürstin — seinem Kinde — ,chie ewige Opposition gegen sein buntes Blut" über seine begrenzte Machtsphärc hinaus bekämpfen will, dieser mutige furchtlose Emporkömmling die ethisch ivrrtvollste Persönlichkeit seines nur durch verlogene Etikette gekitteten Milieus. — Ergreifend ist sein Kamps um das Leben seines Söhnchens, niederdrückend die Gesetzmäßigkeit, mit der ihn das Schicksal zermürbt. — Ein wunderbares Buch. Sachlich, fast nüchtern in der Sprache, aber erschütternd in der Darstellung eines tragischen Lebens. — Alfred Reumanns Buch ist in wahrstem Sinne des Wortes eine Meisternovelle. H. St. BttdiersiDbe Buefow STUTTGART, RotebOblstr. 21 / Telefon 69115 liefert schnellsten» alle gewünschten BUdicr Myrte« tzerry: Da» kleine Mädchen von Jerusalem'). Roman. Aus dem Französischen von Z. Holm. „Das kleine Mädchen von Jerusalem ist — Myriam Harry selbst, die Palästina als ein Stück ihres eigenen Ich», als unvergänglichen seelischen Besitz in di« Kultur Europas trägt. Und die Bindungen zu den Stätten ihrer Kindheit selbst sind so innig, daß Myriam Harry am Schlüsse ihrer Selbstbiographie die Heimat mit den Worten „Verdorre meine Rechte, wenn ich deiner vergesse, o Jerusalem" grüßt. — Wie diese Zions-Liebe wächst, wie sie sich an tausend kleinen Zufällen und Erscheinungen des Leben» zu lodernder Fackel entzündet, wie sie als unbewußte *) Der Helue-Bund, Eine jüdische Buchgemetadr, Berltn W 57. Pallaspr. 10/11 lMitaliedsbeitraa: für die vier Iah. resrethenbänd« beijüdrl. Borauszahlung RR. 1».—, »et vtertel- Khri. Zahlung RM. 8.75. — Interessenten verlangen kosten los e »Blatter des Heine-Bundes-. — Eine Parallelausgabe des Buches für SNchtmitalleder ist im welt-verlag Berlin erschienen und durch jede Buchhandlung »u be,teh«n. Preis: RM. 6.-. Abwehr gegen die Nüchternheit abendländischen Denkens und Fühlen» zum Eigenleben heranwächst — da» läßt sich mit wenigen Worten nicht sagen. Diese« Buch hat eine Persönlichkeit geschrieben, die ihre besten Kräfte aus dem Heimatboden gesogen hat und die auch in der Fremde dem Mutterboden die Treue hält. — Majestätisch, als Urbild gottgewollter Beständigkeit, ruht Jerusalem in den wechselnden Geschel-nisscn diesks Buches Mit begeisterten Worten schildert Myriam Harry die heilige Stadl — und auch wir fühlen uns durch da» glühende Bekenntnis zur Heimat und zur Seele des Orients erhoben. — H. St. Zum Weltspartag 1928. Bier Jahre sind vcrslossen, seit aus dem internationalen Kongreß der Sparkassen in Mailand der Weltspartag geschaffen worden ist-. Dreimal schon ging der Ruf durch alle Welt! Mil jeden« Male wurde die Bewegung mächtiger. Tausende und aber Tausende haben den Wert des Sparens wieder kenne» gelernt. Und die Früchts? Diese erntet jeder Einzelne im reichen Maße. Tenn Sparsamkeit vereint mi. Fleiß ist die Grundlage für Borwärlskomm>.:, Wohlstand und Zufriedenheit. Zudem fördert der Spart r das Gesamtwohl; er Hilst unserer gesamten, infolge des Versailler Diktat» schwer kämpfenden Volkswirtschaft aus dem mühsamen Weg auswärts. Mögen noch viele dem Rus des Weltspartags folgen und das Späten pflegen, zur rechten Zeit, am rechten Ort, mit richtigem Maß! I« Mittuachtbau hat Fr. M u g l e r eine» Damen» und Herren-Frisiersalon eröffnet, der in vornehmster Ausstattung den verwöhntesten Ansprüchen Rechnung trägt. Tie Bedienung durch erstklassigis Personal findet für Damen und Herren in Einzelkabinen statt. Hygienischen Forderungen wirbln jeder Beziehung entsprochen. Tic Preise entsprechen dem von der Stuttgarter Innung festgesetzten Tarif. Eiu wshres Tierparadie« ist an der Endstation der Linie 10 erstanden. Im sogenannten „Assenparadies" tummeln sich das ganze Jahr über die kleinen geschwänzten ltzesellen zum Entzücken von Jung und Alt. Junge Braun- und Kragenbären, Papageien, Eichhörn chen, Ponys usw. vervollständigen diese originelle Tierschau, die das ganze Jahr über geöffnet ist und stets zahlreiche Besucher anlockt. Eine kleine Tampseisenbahn umschließt das Ganze in einem großen Oval «nd bereitet nicht nur den Kindern, sondern auch den Er- «vachsene» großes Vergnügen. Wer seinen Kindern eine «virklichc Freude machen will, der führe sie zum „Assenparadies". ULM | BBON.4FOTKKKE I I Dr. Wolle» Apothekern. Nahrungsmittelchemiker X | Telephon 4030 / Syrllnstraße 0 | | AllopalMsAe n. homOopalb. Abtellnng j Speziallaboratorium für Harn-, Auswurt-, Blutetc. | l Untersuchungen / Chemisch-technische Analysen | A. 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