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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-11-01 · 15 (1.11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
15 (1.11.1928)
Date
1928-11-01
Page
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> jithrcit. Aus brr anbetcn Seite kennzeictmeie er die Kode» griffigen und ethiirtieu iserie he? altiüdiiclieii Srtuiii tum.- und k>eren Brdeniung für die ganze Menfchheil. Ter Poriikcndc der R.F.F. machte schliehiich aus die groszc cS,-fa>ir auimerkiam, die darin bestrdl, daß junge ■Weniilie» immer wieder kriliNos Borwürie gegen das ^ud.iilum erdeaen und itcli dann ui Rodheilen wie ssriedtwisimandnng, >i verleiien la'ien. Er gab der vosi niiii.h' hin.Srua, daß der Proiesl der Regierung diesen L>> indinlen ein ,jiei >enen iverdei Sally ^ttensooser. ' Ein Nachruf. 4!o» -2. Schackinoil'itz. Frankfurt a. Bl. -E-e ijuv rund zivei Fahre luv, ich veebrackne meine Jverieu in v.'i e; genk h e i in und (ernte Den Mann kennen. Den ich zu nahst als ÜJiui'tcr eines ciMVlheiclmi.uiien und i!fliciiteijiigen betouu Deue, Dann ah ec mich als M.e niche n niiD tui e ii dumme, so Das; ich ihn achte» nnD liehen uv nee 2 min C i! e n s a o > e e hieß Der Unenihehr lute, lltmenneiDltche, lleberaUgesehene. Wo sein ncua nDige> Tomizil, wo ec eigentlich wohnte und iich aufhieli, wae senwer zu sagen. Tagsüber iahinan ihn in tVi e r g e n t h e i in, wo et, zumal in Der Nack heinchien 2ommcriaifon, Die Sche chiio ans»hie sind einen Siab von jungen Schoch um heeanbiivete Scho» i» aller Morgenfrühe tam er von G D e l i i n g e n,| rot» er ebenfalls \vuu und Ben hatte, hergeradelt. ,^iorfchte nnD iah nach Den Rechten in Den lüDifcheu Hotels, um weiter »ach Martelsheim zu saufen, wo in Der R e 11 g , o n s I ch u 1 e Die HinDer sei ner Darrten. ir;ae Die Arbeit im Mergemyetmer riiilaehthPt >u IfuDe, so ging es nachmittags . loen nach W e, k e r s h e i m. Das Schlachtmesjer in De" laiche, Fioel unD Hefte für Die Schute a» Das Rad geschnallt, nnD abenDs blieb noch eine Siunde übrig, um in Gesellschaft von Ginhci »liichen nnD .'cHrgaiten im Hotel zu Mergentheim heim t'ilaic zu jii>en. Leine Familie wohnte, tote ich glaube, in M a c.k e 1 s h e i in. Aber am Lai'data leitete er Den Gottesdienst in Gdelfin g e n„ Fch wecDe Die,e» einfache», schlichten Goites Die»» in Der kleinen LanDgemeinDe mit ihrer Lcaeuneiiinnagoge, wie >i> Don in Der <4egcnD nnluh fiiiD. hie vecgeife». Ter von alten die Deren ToiijnDen gefüllte Raum, Die alten Ge - ränge uiijd lebctaiter Mitwirkung Der ganzen Cii*v;i:De. Das Dem i d. e ..tili teelofenu", „Met net tii ivie nufer Gott!-- u»D „'äset ist wie unser u.aii! von Lehrer und Gemeinde im schönen kräftige» Goor vorgetragen. Tie einzige Kon zeision, Die Dte Geostvcitet Dee KleingemeinDe heim liiuh.uch Der Reform in ir;üittemberg ge macht hmteu. Tann Der Gang Durch Das Torf bei gclDeiier. Sabbaihvorniiilags,'oiine. Ter 2ab hat!) wae im Crte, Das konnte man sogar Dem hoilbeiaDeneu Heuwagen unD Dem geruhig Darauf ichlm’eubtn braunen Bauernjungen aufehen. Wie Da Die Leute, alte Frauen tief beDeckt, auf Den Sluhle» u»D Banken vor Den Häusern saßen, in tirtD.iriuug Der Bohneiiiuppe unD Sadbaibkugel, Die alle aus Dem genieinfame» Bäckerofeu Glok kenfehlag elf kamen. Aber vorher gab es noch nie Die Männer unD Jünglinge ein 2 chiur 1 e r n e u UnD überall Der ,gberr Lehrer ', Herr Lehrer Da unD Herr Lehrer Dort. Gin Blick in Das Heine jüDiiche Hotel, unter Dessen sehr uieDerem, aber ebenso gastlichem Tackte wir etwas >vo» Der köstlichen Sabbaihspeise, Die im gemein samen Bactecoien Die Rächt hinDurch von lie heu. tochkunDigen Gugeln betreut warDe, kosteten. T oit iahen wir Die h u » D e r t j ä h r i g e Ur grostmuuer hoisentltch ist sie noch am Leben-, ivie sie Den zweiten Teller mit jugendlicher FrenDe abiolvierte. M e r g e u t h e i m e r Was s e r -ati e i i c nie in ihrem Leben g e t t n u (e n. Am 2uuutag schon in aller Frühe sprach ich wieder Heren Ttteni'ooscr in Mergentheim. Bis zur Mittagsstunde hatte er so und so viel ge fchächtei, so und so viele 2tuuDen in Den verichieDene» FilicilgemeinDen unterrichtet, 2choch iimiüuger instruiert, Aussicht im Aufträge Des Rabbinaces in Hotels und Pensionen ausgeübl, und am spateren dcachmittag schritt er in Talar und Baren, hei strömenDem Regen, hinter einer Bahre einem Leichenzuge voran, stundenlang, von irgeuDwo in einem Torfe im Gebiete einer feiner vielen FilialgemeinDe» kommend, irgendwohin nach einem Torfe, wo sich ein alter verlassener jüdischer Friedhof befindet. Am Ausgangspunkte sprach er die Gebete, am Grabe hielt er eine Rede, die sogar recht gut war. Auf dem Rückwege schlachtete er noch Hühner und Gänse in Mergentheim. Tann radelte er nach Hause. Wohin? Rach Markelsheim, nach Weikersheim oder nach Edelsinnen? Gr hatte überall fein Heim, er gehörte zur Landschaft; wie der Apfelbaum — 186 — am Wege, wie der Sprudel aus dem Boden, mit einem Seufzer der Sehnsucht hinzu, ,chesser wie Feld und Wiese. Kein Kind in Der ganzen! wäre ein Motorrad, eS würde mich rascher Gegend, das nicht respektvoll Den Hut zog vor und sicherer vom Flecke bringen, und ich könnte mehr leisten." Gs war dies zur Zeit sein höch ster und sehnlichster Wunsch, das Motorrad. Ter Motor in ihm Drängte zur Tal, und er be Durste Der besten technischen Hilfsmittel. Gin Fahr war verflossen. Fn der Fülle der Tagesarbeit ertranken die Ecinnerungen uild Gin Drücke an die württembergischen Fdylle nach eüianDer. Ta las ich, es war am Lukkausseste des vorigen Jahres, in einer Tageszeitung eine dreizeilige Notiz unter „Vermischtes" „Gestern verunglückte ein Mann in den besten^ Fahren mit einem Motorrad auf der Straße von Mergentheim nach Weikersheim tödlich. Er stieß mit dem Motorrad an einen Baum. ES handelt sich um den jüdischen Lehrer Sally Otlensooser, Der auf dem Wege zu seiner Gemeinde war, um Dort am Feiertag den Gottesdienst zu leiten." Eine Träne der Wehmut und der Erinnerung siel auf die drei Zeilen unter „Vermischten No lizen" aus der letzten Seite. Tamals überkam es mich: Lb nicht auch sonst jede Zeile dieser i „Vermischten Rubrik", für die Allgemeinheit Dem „Herrn Lehrer", kein Bauer auf Dem Felde, i so belanglos, ein Schicksal darstellt?! an dem er nicht mit einem „Grüß Gott" und! Fch gewann damals nicht die Kraft, Dem „Wie stehts Heuer mir Dem Mar»?' vorüberradelte.! Freunde ein Tenkmal in Worten zu setzen. Nun Fch fragte: „Mein Lieber, woher nehmen Sie ist ein Fahr verstaue», und Das Versäumte sei Zeit und Kraft, Das alles zu bewältigen?" Er kurz nachgeholt. Ter altberühmten bayerischen zeigte lachend auf das nicht mehr neue Rad. i Familie C 11 e n f o u f e r entstammend, wurde Man sei rasch dahin und Dorthin, besonders, ' Salln Cttettfoofer schon früh für den Lehrer wenn es bergab gebt. . . „Aber", fügte er i berus bestimmt. 1902 verließ er mit Auszeich CANNSTATT 1» Gaffe 6(hf«ei(ti)arbt II MARKTSTR. 24 , TELEFON Nr. 50012 EIGENE KONDITOREI Pünktlicher Versand nach auswSrts Paal M auser / caonslafl Spezial Gestalt für Aussteuer «Artikel Wilhelmstr. 18 20 - Telefon 50999 Anfertigung kompl. Aussteuern in eigener WerkstStte Karl Kunze Königstrofee 46 / Telefon 51124 Lager feiner, moderner Pelzwaren Erstklassige Maßarbeit Umarbeitungen f“ /CHIRM.MOSER CANNSTATT K6nf4sftr*tc 41 / Tel. 274 empfiehlt seine eigenen Fabrikate Spazlerstftdf t / Slodt scbirne / Reparatur Ä. BERTA BUNDSCHUH J X). 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