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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-10-01 · 13 (1.10.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
13 (1.10.1928)
Date
1928-10-01
Page
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- 164 Phot© IfrilcLeriVrcmdl ** STUTTGART KÖHIGSTR.10 Stuttgart. Jüdisches Lehrhau«. Da« jüdische Lehrhaus Stuttgart veröffentlicht in dieser Nummer seinen Arbeitsplan vom 8. Oktober bis 22. Dezember d. I«., den wir der Beachtung unserer Leser besonder« empfeblen. sS. Inserat Seite 157). Stittgcrt. Tie hiesige Lrlsgruppe der „3 i o n i ft i | scheu Bereinigung für Deutschland" er öffnet ihr Wintcrprogramm am IO. C[tobte b. Is. mit einen, Vortrag von Theo Pariser über „T i e Ien> ish Agcne »"• Es folgt« im Berlauf des Winters eine Reihe iniercssanier Reierate, deren Themen aus der Anzeige der Zionistischen Arbeitsgemeinichasi 157' ersichtlich sind.' Stuttgart. Sanitätsrat Tr. ü a r l Ries beging am 13 «eptember seinen HO. ükburf «tag, wobei sich so recht zeigte, welche große Verehrung ihm von allen seilen gezollt wird. Tic Tagespreise gedachte besonders der großen Verdienste, die sicti der Jubilar al« Vorsitzender der sanitätsvercinigung Stuttgart, besonders während der eiriegszeit und als Unterrichksleiter, erworben hat. Tie starke Inanspruchnahme als geschätzter > Arzt hinderte Tr. Ries nicht, auch regen Anteil am künstlerische,i Leben Stuttgarts zu nehmen. Besonders int „Württ. Goethebund" und in der „Freien Bühne" war er ei» nie versagender Mitarbeiter. An dieser stelle aber sei besonders sein nie erlahmendes Interesse sür alle WohltäligkcitSbestrebungen unserer Go nieinde hervorgchoben. Tr. RieS gehört zu jenen seltenen Männer», die nie versagen, wenn man sie um Hilfe und Mitarbeit sür der Allgemeinheit zugute kommende Werke angcht. Teshalb verbinden wrx gerne mit unseren besten Wünschen den Tank an den Jubilar sür alles, uh»* er Gutes im Dienste unserer Gemeinschaft geleistet hat und mit Gottes Hitse noch viele Jahre leistc» wird. Stuttgart. Tas üunsttzaus Hirrlinger stellt z. Zt. eine Äotlektion des bekannten Stuttgarter Malers I gn a z .^-Ä a u s m a n n auS, die in ihrer künstlerischen Geichloiienbeit starke Eindrücke vermittelt. Reben i Porträts in Pastell und einem durch die räumliche Anordnung besonders intcresianten Selbstbildnis des stünstlers seiieln einige sehr gut gesehene Stuttgarter Bilder daS Auge. TaS Bild „Schloßplatz" z. B. fixiert mir meisterhasier Sicherheit die vibrierende Atmo'vhäre und pulsierende Geschäftigkeit des Stadtzentrums an einem strahlenden sommertage. Auch die „schwabstraße" wie der „slsd.gar.en" sind komrositionell wie koloristiich gleich bemerkenswerte Arbeiten. Besonders zu erwähnen iind noch der auS der Vogelperivektir. geieheue „ifinderipielplatz" und die rerende Miniature „Stadion". Ein Besuch der Ausstellung ist aui* wärmste zu empfehlen. H. St. Stuttgart. Unter der Ueberichriil: Humanität ' im schlachlhos" wird von anscheinend ossiz e.ler seile dar Folgende im Stuttgarter Neuen Tagblatt Nr. kr :!»!> verrijenllichlt „Ein sehr lehrreicher Versuch, de. iveri criclieint, als ständige Einrichtung eingeführt zu iverden, wurde vor einigen Monaten im Stuttgarter städlisclten Tckilachtboi mit elektrischer Betäubung des schlaltttriib* gemacht. Tas Experiment wurde an zwei «üben und einem Zungsarrcn vorgenommen im Beisel., mehrere" sachverständiger, darunter des Tirektors des Uircchlcr Schlachthoss, Tr. Hoefnagel. Ter Erfolg war über Erwarte» günstig. Veierinärdirekior a. T. Tr. «ösler, der den Versuch damals leitete und sich auch sonst, um die Verbesserung der Einrichtungen des schlachthoss große Verdienste erworben hat, berichte: daiüber in der von Tr. von Lftertag herausgegebenen Zeitschrift sür Fleisch und Milchhygiene sVerlag R. schccx, Berlin sW l«, Wilhelmstraß: 10). Tarin heißt es: „Zur Verwendung kam der im Maschinenhaus des schlachtkos-.- durch den Siemens Tchuckertschen Umfor mer sür die gesamte Lichtleitung des Vieh- und Schlacht hoi* gclicjerte Gleichstrom 110 bis 120 Volt, gemessen durch . den Voltmeter. Ter Stromverbrauch war 1 2 Ampere je Betäubung, also sehr gering. Als Zuleitung vo, der Lichtleitung wurden zwei isolierte Drähte mit einein Einschalter verwendet. Als Elektroden d euten eine 0,Öt> qm große stupferplatte, die auf der mit Wasser befeuchteten Lendengegend glatt ausgelegt und durch einen T rick sestgchalte, wurde, un) ein Messingrohr, dis we eine Trense ini Maul angebracht war. Nau> Einschaltung des elektriicbe» Strome» sanken die Tic e plötzlich in die «nie, wie beim normalen Hinlezen, um sich alsbald platt aus die Seüe zu legen. Ter Vorgang ging sehr rasch, aber ohne Ausschlagen vor sich. Sosort nach dem Ausschalten der Stromes, nach drei bis fünf Sekunden, wurde vollständige Bewußtlosigfett durch Anivendung äußerer Reize sestgestellt. Rach wenigen (2 3) Minuten kam das Bewußtsein wieder zurück; auf erneutes Einschalten des Stromes auf wenige Sekunden, wobei ei» starkes Strecken der Füße sich ossensichtlich bemerkbar machte, erfolgte erneut völlige Bewußtlosigkeit, unb in diesem Stadium wurde der Schächtschnitt, der keine Schmerzcnsäußerungen aus löste, ohne jede Fesselung anstandslos vollzogen. Tie ganze Prozedur verlies innerhalb weniger Minute, so daß gegenüber dem bisher üblichen rituellen Schächten eine wesentliche Vereinfachung und Zeitgewinnung zu verzeichnen ist. Ter Zungsarren wurde durch einmaliges Einschalten des Wechselstromes auf drei Sekundenlänge betäubt und dann sofort geschächtct, was sich innerhalb von w ni gen Minuten vollzog. Tie elektrische Betäubung bedeutet eine wesentliche Vereinfachung und Verkürzung des Schächtakte». Es steht zu hoffen, daß daS orthodoxe Judentum sich mit dieser Art 'des Schächten« einverstanden erklärt, wodurch die Schächtsragc vom Standpunkt des Tierschutzes und der Humanität als gelöst angesehen iverden kann. Ter Elektrotechnik wird er ein leichtes sein, zweckdienliche Apparate zu schassen, die bei einiger Hebung jebe Gesahr sür de» Menschen auSschließen. Ter obligatorischen An tvendung der Betäubung bei sämtlichen Schlachttiercn einschließlich der nach jüdischem Ritus zu schlachtend.'» Tiere, dürste hiernach nichts mehr im Wege stehen, was durch Abänderung der Paragraphen 13 und 14 der Württ - Vollzugsbestimmungen vom 1. Februar 1903 zum Ausdruck gebracht werden könnte." Wir erinnern demgegenüber an die Veröffentlichung des Stuttgarter Stadtraf>binates in Rr. 5, Seite 3 dieser Zeitung: An, Tonnerstag, den 19. dS. MtS., nachmittags 3 Uhr, haben aus dem hiesigen Schlachthos drei Schlach tungen von Großtieren unter Anwendung von Betäu düng durch Elektrizität stattgesunden. Nach dn in hiesigen Zeitungen über diese Versuche verbreiteten Mit teilungen wird behauptet, daß bei dieser Me:hode sowohl de» Forderungen des Tierschutzes wie auch der israelitiichen Religionsgemeinschaft entsprochen sei. Tem gegenüber muß von hier aus daraus hingewiesen werden, daß die Bayerisch: Rabbincrkonserenz als einzige bieder in dieser Frage angegangene rabbinisch« Gemein schast erklärt hat, daß sie eine Entscheidung über die rituelle Zulässigkeit der Betäubung der Schlachttiere durch Elektrizität noch nicht abzugeben imstande ist, da die bisherigen Versuche den Erweis der religionS gesetzlichen Zulässigkeit nicht erbracht haben. Bun’d Jüd. Jugend »Montefiore* HEILBRONN a. N. Montag, den 15. Old. 1928, abends 8 Uhr, Oberer Saal d. Adlerbraucrei rezitiert Redakteur HANS SlIRNHilH STUTTGART „Eigenes ln Vers und Prosa" Um zahlreichen Besndi wird gebeten Im Einvernehmen mit dem Rabbinat der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Stuttgart wird erklärt, daß solange die religionsgesetzliche Zulässigkeit dikser Schlachtungen nicht einwandsrei ausgesprochen ist, per Oknuft des Fleisches von derartig geschlachteten Tieren religionsgesetzlich nicht erlaubt ist. Bucha«. Studienreferendar Tr. Alfred Marx, Sohn des Oberlehrers Mar Marx hier, z. Z. am Realgymnasium in jdöln-Teutz tätig, hat die 2. Staatsprüfung für den höheren Schuldienst mit gutem Erfolg bestanden. Eöptziage«. I s r. B o r st e h c"t\m t. Rabbiner Dr. Tänzer hat den Vorsitz im Vorstey^Aint Göppingen niedergelegt. Zu seinem Nachfolger wählte das Kollegium einstimmig den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, Salomon Ottenheimer, den dienstältesten Vorsteher unserer Gemeinde. HEILBRONN Damen- und tlerrenfriseurraume, Parfümerie H 1. 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