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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-06-16 · 8 (16.6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
8 (16.6.1928)
Date
1928-06-16
Page
[Seite] (sequence 7)
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Max Liebermann bleibt Präsident der Akademie der Künste. Wie der „Amtliche Preußische Pressedienst" mittcilt, ist Professor Dr. Liebermann auch für die Zeit vom l- Oktober 1928 bis September 1929 zum Präsidrntcn der Preußischen Akadcmi.' der Künste Berlin gewählt worden. Das preußische Staatsministerium hat die Wiederwahl soeben bestätigt. (ITA). Profesior Sobernheim mit der Leitung de» Deutschen Generalkonsulates in Neapel betraut. Wir wir erfahren, ist der Legationsrat des deutschen Auswärtigen Amtes, Prof. Tr. M. Sobernheim, mit der Leitung des deutschen Generalkonsulates in Neapel für die Dauer der Abwesenheit des gegenwärtigen Generalkonsuls betraut worden. Prof. Dr. Soberheim wird sich zwei Monate in Neapel aufhalten. Es ist dies der erste Fall, daß ein deutscher Jude einen hohen konsularischen Posten im Auslande bekleidet. (ITA). Lloyd George gegen Lord Melchett und für die Juden. In dem bisher von Lord Melchett (Sir Alfred Mond) vertretenen Parlamentswahlkreis Carmarthen, in dem nun eine Nachwahl notwendig geworden ist, hielt" Lloyd George eine große Wahlrede, in der er die Persönlichkeit des von den Liberalen zu den Konservatirea übergetretenen Lord Melchett persönlich scharf angegriffen, dabei aber dem Judentum, dem Melchett entstammt, seine große Achtung bezeugt hat. Trotz der Hochmertigkeit der Juden, sagte Lloyd George, würde es heute weder im Hause of Commons noch im House of Lords einen Juden geben, würde nicht die Liberale Partei seinerzeit gegen die Konservativcn, zu denen sich Melchett jetzt zählt, die Judenemanzipation erkämpft haben. Die Liberalen waren eS, die für die Verleihung des Stimmrechtes an die Juden und auch die Wählbarkeit von Juden eingetreten waren. (ITA). Da» Werk ve» Präsidenten der süd> slaoischen Akademie der Wissenschaften über ein jüdisches Thema. Unter dem Titel „Gebalim" ist in der Edition der „Matica Hrvatska" die letzte w ssenschaft liche Arbeit des verstorbrnen großen kroatischen Gelehrten und Präsidenten der südslavischen Aka demie der Wissenschaften, Dr. Wladimir Mazu ranic, erschienen. „Gebalim" ist eine geographische und ethnologische Bezeichnung, wiche im histori schen Briefe des berühmten jüdischen Gelehrten des 10. Jahrhunderts in Spanien, Chasdai Jbn Schaprut, an den Chan der zum Judentum über getretenen Chasaren in Südrußland, vorkommt. Bisher versuchten die Gelehrten, „Gebalim" »ach Deutschland, Pclen, Böhmen zu versetzen. Dr. Mazuranic kommt aber auf Grund eingehender Studien zu der Schlußfclgerung, daß unter „Ge balim" nur ein slavisches Volk und Reich an der Adria zu verstehen sei. Auch die etymologische Deutung des Wortes „Gebalim" spricht für diese These. „Gebalim" wird vcn den semitischen Wor ten „Gebal", „Tjetel" abgeietet, was „Gebirge" bedeutet. Auch der Name des slawischen Volkes der Kroaten (Hrvati) wird von „hrb", „Hora" abgeleitet, was ebenfalls „Gebirge" bedeutet. Tie Kroaten wären daher „Gebirgsbewohner" oder „Gebalim", also jenes Bo.k, welches Hasdai Jbn Schaprut erwähnt. Und das Land der „Geba lim" wäre demnach das kroatische Königreich, welches zur Zeit HaSdais als Seemacht blühte und mit dem andalusischen Sultay Abderrach man III., dessen Minister Hasdai Jbn Schaprut war, sreundschasttiche Beziehungen unter hielt. (ITA). Die Ansiedlung von Juden im fernen Osten 1928/29. In Chabarowsk, von wo aus das Siedlungs werk in Biro Bidschan geleitet wird, fand in diesen Tagen die erste Sitzung der Abteilung von C o m z e t für den fernen Osten statt. Es wurde beschlossen, für dieses Jahr Siedlungsland für 6000 Familien vorzubereiten. Der dritte Teil dieses Bodens wird an nichtjüdische Fami- - ioi - lien vergeben, die sich noch im vergangenen Jahre in Biro Bidschan angesiedelt haben. Bon jetzt ab wird in Biro-Bidschan Siedlungsland an Nichtjudcn nicht abgegeben werden. Für die Arbeit im Jahre 1928 29 wurden 309000 Rubel bereitgefle.lt. Im kommenden Jahre hofft man 3000 jüdische Familien mit insgesamt 11000 Seelen in Biro Bidschan anzusiedeln, davon 2500 als Landwirte und 600 als Handwerker und Eisenbahner. Es wurde ferner beschlossen, an die Erforschung des Territoriums nördlich der transsibirischen Eisenbahnlinie, welch.s vor kur zcm dem Rayen Biro Bidschan angegliedcrt wor den ist, ungesäumt heranzugchen. (ITA). Die „Hyam-Solomon-Nutional- Aniversität*. Die G.ündung einer nationale.« Universität in Washington, die dem Andenken des hervor ragenden amerikanischen Patrioten der Befrei ungskriege, Hyam Solomon, geweiht sein soll, ist das Ziel eines Werbeseldzuges, der am Me morialtag Hyam Solomon; oeginnen wird Angehörige aller Bekenntnisse haben sich zusammengesunden, um dieiem Inden, der der jungen Republik hals, durch die geplante Universität ein Denkmal zu setzen. Solomon lieh dcn Bereinigten Staaten im Jahre 1776 600000 Dollar. Die bisher ausgelaufenen Zinsen betragen über 180 Millionen Dollar. Davon soll eine gewisse Summe für die Errichtung der „Hyam Solomon National-Universität" in Washington be willigt werden, d e als geistiges und Kulturzen trum Amerikas und Mittelpunkt aller Universi täten des Landes gedacht ist. Louis Friedman, erklärte den Pressevertretern: „Kein Schulbuch er wähnt d:n Namen Hyam Solomon, kein Gedicht besingt seine Taten. 1861 verwarf der Kongreß die Vorlage, eine goldene Solomon-Gedächtnis münze zu prägen. Juden und Christen, Rabbiner ynd Geistliche werden nun gemeinsam an drn Kongreß das Ersuchen richten, die Dienste dirses «großen Juden für die Sache der Freiheit anzuerkennen und, wenn auch verspätet, gebührend zu würdigen." Nach^den Plänen der Führer dieser Bewegung soll den Präsidenten der Bereinigten Staaten nach ihrem Rücktritt vom Amte das Rektorat der Universität angeboten werden Ferner sollen durch Freistellen Studenten aller Länder der Weit in Washington zusamnunge.rächt werden. Besondere Berücksichtigung soll das Studium und die Ausbildung der Neger und Indianer finden. Hyam Solomon war in Polen geboren und stammte aus einer angesehenen Familie. Seine Reisen führten ihn nach vielen Ländern und er kam nach Newyork, als die Engländer die Stadt besetzt hielten. Er wurde verhaftet, entfloh aber aus dem Gefängnis und verhandelte im Aufträge der jungen Regierung mit Holland und Frankreich über Anleihen, die die Fortführung und siegreiche Beendigung des Freiheitskampses ermöglichten. (ITA). 9amilienirai$rtc|tteu. Diese Rubrik steht unseren Lesern kostenlos zur Verfügung. Stuttgart Geburten: ' 22 1>. 1028. Eva, Tochter des Fabrikanten Wilhelm Elsas und seiner Ehefrau Erna Bianka. geb. Mosenthal. Hauptmannsrcute 44 23. <>. 19.8. Martin Julius. Eohn des Kaufmanns Lskar Friedrich Rothschild «nd seiner Ehefea» Grekehen. geb. M>il. Ncrfsstr. 7 1.7. 9:8. Lotte. Tochter des Fabiikanicn JuliuS PauIErpftein und seiner Ehefrau Martha, geb. Levi. Eilcherstr. 0 ULM O o 0 o o o e o o 0 OL MOHAEN-APOTHEKE AUGUST HEISS ALLOPATHIE UND HOMÖOPATHIE GROSSES SPEZIALITÄTEN.LAGER FERNSPRECHER Nr. 29S Blumenladen Hermann Uietzen Ulm / FrauanstraBn 21 naben d. 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