Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 7 (1.7.1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
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Ter neue Sahungsentwurf wurde einstimmig angenommen, der Tendenzparagraph wesentlich abgeändert. Ta» Ziel des Verbandes ist die Erzie hung zu bewußtem Judentum auf neutraler Grundlage und die Erziehung zu staatsbürger lieber Gesinnung. Rabbiner Tr. Klei» sah sich wegen Arbeits Überlastung gezwungen den Vorsitz niederzulegen. Unter großeni Beisall wurde ihm der Tank sür die bishergeleistete Arbeit ausgesprochen und ihm eine künstlerische Plakette überreicht. Hierauf wurde Rabbiner Tr. Habn Essen zum 1. Vor sitzenden gewählt. Eine nicht sehr erfreuliche Teballe entspann 'sich nun über eine» Antrag Felsenlhal de Jonge. Ter Preußische Landesverband sollte in ziemlich ultimativer Form ansgefordert werden, verschie dene Paragraphen des Judengesetzes sofort »eu zu ordnen. Auch die nichtpreußische» Landes verbände sollte» ersucht werde», dafür Sorge zu tragen, daß die Pestimmungeii der Judengeseye in de» einzelnen Länder» einem moderne» In geiidwa'ilrecht entsprechen. Insbesondere soll die zir-aolsähigkeit mir dem A). Lebensjahr beginnen, sowie Zensur und rlarenzzeit abgeschasfe» werden. Weiierlu» spricht der P.J.J.T. die Erwartung ans, das; die jüdischen Körperschaften, die die Schaffung eines Reichsverbandes der deutschen Juden vorbereiien, alles daran setzen werden, um in kürzester Zeit eine demokratische lyesamtvcrtrc lung der deutschen Juden zu erreichen. Tiefer Antrag wurde gegen eine große Oppo siiion angenommen, lieber den Antrag Herz selb, dem sich auch die Vertreter Badens, Lach jens und Württembergs angeschlossen hätten, wurde nicht abgestimmt. Tie Versammlung fand ihren Ans klang in einem prachtvollen Referat Tr. Hahn über: ZJüdifche Jugend im Welljugendbund". Tie Arbeit im Weltjugendbund könnte dazu führen, d>e Jugend mit andern Problemen bekannt zu machen und an der Völkerversöhnung milzuar b iien. Tie Bedenken dagegen müßten zurück g-.stellt werden, da nur durch gemeinsame Arbeit der Weg ins Freie führen könne. linier diesem Eindruck schloß die Tagung, weickn hossenilich zur Belebung der Arbeit in d>» Vereinen in den nächsten Jahren beitragen wild, damit bii der nächsten Telegiertenragung eui weilerer Schrill zum Ziele des Verbands s>'!gei,e,ii werden kann. Abends veranstaltete der Tresduer jüdische Ju gendvereiii ei» Fest, das einen harmonischen Ver laus nahm. Tie organisatorische Leistung der guten Unterbringung und Verpslegung, die der Tresdner Ausschuß unter Führung von Kurt Hirschel über nomme» haue, war eine glänzende. Ein großer Teil der Telegierten schloß sich euier Fahrt nach Prag an und besichtigte dort d: jüdischen Lehenswürdigkeiren unter sachkundiger Führung. Ter Jugendverein „Herderver emigung "haue die Organisation auch hier in dankenswerter Weise übernommen, und man be nuyte gerne die Gelegenheit die Arbeit in diesen Vereinen kennen zu lernen. Besonderes Interesse wurde einem Vortrag deS früheren Rektors der llnivrrsiläl Tr. Sleinherz über „Tas jüdische Prag" entgegengebrachk. Auch den dortigen Gastgebern gebührt der wärmste Tank sür die vielen Aiireg.ingeii, sie sic den Gästen boten. RaÄ zweitägigem Aufenthalt in Prag trennte man sich mit dem Wunsche aus ein gesundes Wiedersehen. Aus der Welt des Judentums. Bulgarien. Die Tragödie der jüd. Gemeinde in Philipoppel. Turch das katastrophale Erdbeben in Südbulgarien ist auch die ansehnliche jüdische Gemeinde m Philippopel sehr schwer betroffen werden. Tie jüdische Gemeinde von Philippopel zählt rund li.'üiO Seelen. Tie jüdische Gemeinde besitzt dtei Synagogen, von denen die Synagoge „Jeschurun" mehr als 400 Jahre alt ist, ferner einen Kindergarten, zwei Elementarschulen und ein Gymnasium. Philippopel ist Sitz des Zentralkomitees der zionistischen Organisation Bulgariens. Hier erscheint auch das zionistische Organ. Nun ist es — 91 — mit dem Wohlstand der jüdischen Gemeinde dahin. Tie große Mehrzahl der von jüdischen Familien bewohnten Häuser ist vollkommen zerstört, die Einwohner kampieren in den Gärten oder auf den öffentlichen Plätzen unter Zelten oder in baufälligen Baracken. Tie jüdischen Schulen sind vollkommen unbenutzbar geworden. Auch die Synagogen sind in Philippopel sehr schwer betroffen worden. Tas Haus der jüd. Gemeinde und das des religiösen Tribunals (Beth-Tin) liegen in Trümmern. Früher sehr wohlhabende Familien sind jetzt auf die öffentliche Unterstützung angewiesen. Tie Gemeinde selbst verfügt nicht über die notwendigen Mittel, um auch nur der dringendsten Not abzuhelfen. Die Mitglieder der Gemeindeverwaltung haben dem JTA-Korrespondenten gegenüber ihrer großen Sorge bezüglich der Zukunft der Gemeinde Ausdruck gegeben. An 1800 Juden werden täglich Brotrationen verteilt. Die Regierung baut Wichnbaracken. Darüber hinaus ist es aber dringend notwendige daß die jüdischen Organisationen des Auslandes der unglücklichen, einst so blühenden Gemeinde Philippopels durch Unterstützungen über die erste und äußerste Not hinaushelfen. (ITA). HEILBRONN Damen- und Herrenfriseurraume, Parfümerie ■ L. RUOFF WW Inh.i EUREN BONN ■ ....... IO / Gofllieb Pi arbadi / Hetlbronni Bidhaneref and Grabifeingeichift am neuen Friedhof Anfertigung von Grabdenkmälern jeder Art Reichhaltiges Lager In fertigen Qrab- Denkmälern Figuren u. Relief$ , Sldicrer’sdie Apotheke LUDWIG SÜNDER Hetlbronn a. N. Arzneimittel / Uertandstotfe / Spezialitäten ******************************** | caf£ schmieg! * * $ mit Konditorei * * Sülmerstraste 107 * * Iclcfon 130 * ** +*****************0HE********** ..... 1 J^ermann oßade I | EIGENE SCHIRMFABRIKATION g W Herrenhüte Spazierstöcke W | Ecke Kaiseru. Sölmerstr., Tel. 644 Z IIWMi FRIT7 SFFI KAiJERITR. 18 I rn-1 1 wCß« FERNSPR. 887 ■ Feine Schreibwaren | Elegante Lederwaren ■ Kunstgew. 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