Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 7 (1.7.1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
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■ Nlhmatohinan vorzflgllclies deutsches Fabrikat f«r Haushalt Bawarba ladustria Ulaptl, Camdt&aL, Stuttgart, KronprlizstrifteZZ Esslingen, Untere Metzgerbachstraße 9 Aal Waasch artolehtort« Zahlanctb*dlasaac*e I 4 rcsversammlung de» I s r. F r » u t u » f t e i « « flott. Tic 4» rfift nbf, Frn» 3ba* Wotüifb, erdffnete mit rincm Gedenkivorl a» dr» im letzten Jahre so plötzlich vcr storbenen Religionslehrer Wißmann dir Sitzung. Sir gedachte dn risrigr» Tätigkeit dr« Verstorbene»' für dr» Brrrin und würdigtr feine großen Berdienste, Dir Soffiererin, Frau Jda Wißmann, nftntlcic den Kassenbericht. Dir Borsitzrndr wir« daraus hin, das, Frau Jda Wißmann nunmehr 25 Jahre Irr» ihre« Amtes maltet und dankte ihr für ihre Pslichllrcue. — Ei» gemütliche« Zusammensein beschloß die Bersain», >»»g. Sabvigtbuig. Tie Wellsirma Heinrich F r a n l Söhne, Ludwigsburg, konnte dieser Tage da« Fest ihres hundertjährigen Bestehens feiern. Zu dieser Feier war auch da« Jsr. Borsteheramt eingeladen und durch seinen Borsitzenden, Max Treyfus, verlrelen wor den. Durch die Herstellung der bekannten Koscher Zichorie mit der hebräischen Aufschrisl »nlerhält die Firma allgemein Beziehungen zu israelitischen .greisen. Es darf noch erwähnt werden, daß der l!ll>2 verstorbene Geh. Kommerzienrat Hermann Frank in seinem Testament auch der hiesigen israelitische» Gemeinde ei» namhafte« Legat vermacht hatte. Hl». In den letzten Sitzungen de« Israel. Bor» st e h e r a m l e s wurde die Erneuerung der Syna goge eingehend beraten. Der Beschluß geht nun dahin, für dieses Jahr da« Dach sowie da« übrige Gebäude unseres Bethauses einer gründliche» Renovierung z» unterziehen. Gleichzeitig sollen die Dienstwohnungen durch Umbau teilweise vergrößert werden und eben falls zweckmäßige Auffrischung erhalten. Tie Ernenernng de« Jnnenraum« der Synagoge soll einer spä tcre» Zeit Vorbehalten bleiben. Immerhin soll diese Notiz für die Mitglieder unserer Gemeinde, denen doch eine ivürdige Ausgestaltung unsere» Gotteshauses am Herzen liegt, jetzt schon eine Anregung zu frei willige» Gaben und Spenden sein. Ehemalige Ulmer und sonstige Interessenten sollten aber von der bevor stehende» Ausführung diese« gottgefälligen Werkes - - Binjan Bedek Habajis -- alsbald Kenntnis erhalte». Ul». Tie Kameraden de« Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (RjF), Ortsgruppe Ulm, treffen sich, wie seither, jeden ersten Montag im Monat im Bah» hoshotcl (Inh. M. Berloger) zu einem gemütlichen Zusammensein. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Beteiligung an diesen Abenden eine größere ivürde. Ist doch allen Kameraden des RjF, Ortsgruppe Uli», Gelegenheit zu ungezungener Aussprache geboten. Auch können dort wichtige Mitteilungen von seiten des Vorstandes entgegengenommen werde». Gäste, sowie Kameraden von auswärts, die vorübergehend hier weilen, sind an diesen Abenden stets herzlich willkommen. DieDelegierteutagung des Verbands jüdischer Jugendvereine Deutsch« lands. (Eigener Bericht) Am 27. und 28. Mai d. I. fand in Dresden die aus allen Teilen des Reiches außerordentlich stark Desuchte 7. ordentliche Delegierten tagung des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands statt. Ungefähr 600 Teilnehmer, darunter etwa 250 Delegierte — 7 aus Württemberg —, nahmen an der Versammlung teil. Der Tagungsausschuß der Israelitischen Gemeinde Dresden hatte in tagelanger Arbeit die Tagung außerordentlich gut vorbereitet. Nach der Eröffnungsfeier hielt Rabbiner Dr. Wolf Dresden die Begrüßungsansprache. Tie Tagung wurde hierauf von dom Vorsitzenden Rabbiner Tr. Siegfried Klein eröffnet. Aus der Tagerordnung standen die Referate von Rabbiner Tr. Wiener- Berlin, Herbert Felsental-Tüsseldorf und ' Tr. Julius Herzseld-Essen unter dem Motto: „Unser Weg in die Wirklichkeit". In Anlehnung an dieses Programm wies der Vorsitzende darauf hin, daß es nunmehr die Aufgabe des Verbandes fei die bisher gehegten Ideale in die Tat umzusetzen. Unter den zahlreichen Begrüßungsschreiben war auch rin Schreiben des württemb. Israelitischen Oberrats. Dr. Salinger begrüßte im Auftrag der Jsr. Gemeinde Dresden und des Landesverbands Sachsen die Versammlung und wünschte ihr einen glücklichen Verlauf. Herrliche Worte, die die Jugend begeistert aüfnahm, fand Rabbiner Dr. Baeck-Berlin, der insbesondere darauf hinwics, — 89 - daß Kindheit und Jugend die großen Kraftquellen des Lebens bedeuten. Es gälte, die Jugend zu den Idealen des Judentums hinzusührcn. In einem tiefschürfenden Referat sprach Dr. Max Wiener Berlin über „Tie Verwirklichung der Persönlichkeit in der sachlichen Arbeit". Bedauerlich war, daß gerade für dieses Referat wie auch für die folgenden keine Leit sätze gegeben wurden, so daß die Debatte sich aus wesentlich andere Punkte erstreckte. Das Leben soll mit den jüdischen Idealen erfüllt werden. Ter Geist der jüdischen Religio» führe den Juden zu der sittlichen Tat. Es ist eine Ausgabe der jüdischen Jugend dies zu erstreben. So wird die ganze Persönlichkeit des einzelnen Juden in den Dienst der großen Idee des JndenluinS gestellt. Herbert Fesicruhal referierte über die Arbeit in den Bünden. In den einzelnen Vereinen besteht kein einheitlicher Arbeitsplan. Nur dann können die Ziele des Vereins erreicht werden, wenn an die einzelnen Bünde ein Mindestcrziehungsprogramm gestellt wird. Ernstliche Arbeit und Kameradschastsgesühl ermöglichen cs, daß die Jugend in den Vereinen wertvolle Mitglieder der Gemeinde werden. Jugendbewegung und Jugendpflege müssen einander die Hände reichen. Zum Erziehen gehören aber Führer, die sich ihrer Ausgabe voll und ganz bewußt sind. Es sollen Führertagungcn stattsinden, vielleicht eine Führerschule gegründet werden. Nur der, der sich ganz in den Dienst der Sache stellt, ist berufen Führer zu sein. Lehren und Lernen sind,eine Notwendigkeit für den Führer. Wenn das Mindesterziehungsprogramm, das von der Verbandsleitung ausgestellt werde, erreicht wird, würde damit jeder Einzelne im Verein zur Selbst Verantwortung erzogen. Tr. Julius Herzfeld Essen sprach über die Ar beit der Jugend in der Gemeinde. Er verlangte weitgehende Heranziehung der Jugend zur Gemeindearbeit, aber^ auch die Unterstützung der Arbeit der Vereine durch die Gemein den. Durch die Einheitsgemeinde sollte der Zwiespalt in den Gemeinden beseitigt werden, so daß das Gemeinschaftsgefühl die Grenzen der Parteien verwischt. Ueberhaupt müßten di« jüdischen Gemeinden sich von all den Streitigkeiten der Parteien sernhaltcn. Tie Gemeinde hätte die Pflicht, den Vereinen Jugendheime zur Verfügung zu stellen, in welchen geeignete Bibliotheksräume usw. vorhanden sind. Ter Religionsunterricht müßte eine Umgestaltung erfahren. Rabbiner und Lehrer sollten sich in den Dienst der Juzend stellen. Das Elternhaus müßte gerade den Fragen des Unterrichts ein weitaus größeres Interesse entgegenbringen. JSr beantragte folgende Resolution: Ter V.J.J.T. steht auf dem Boden der Einheits-Gemeinde. Er erwartet von allen Landesverbänden und Gemeinden weitgehende Heranziehung der Jugend zur Gemcindearbeit und die Berücksichtigung seiner Forderungen: 1. Tie Frauen sind wahlberechsigt. 2. Das aktive Wahlrecht zur Gemeindevertretung beginnt mit dem vollendeten 20. Lebensjahr. Ter V.J.J.T. erstrebt die' Schaffung einer dcmokrasischen Gesamtvertretung^ der deutschen Juden. Nach Schluß der sich an diese Referate anschließenden sehr lebhaften und regen Debatte tagten die verschiedenen Ausschüsse bis tief in die Nacht hinein. In' der geschlossenen Delegiertentagung am Montag wurde der Finanzbericht cntgegengenommen. Jedes Mitglied eines Vereins hat in »Zukunft-20 Pfennig pro Monat an den Verband abzuführen. Ter Landesverband erhält aus diesen Beiträgen und aus den Eingängen der Fördereraktion, die Zustimmung fand, einen prozentualen Teil zurückerstattct. In diesem Betrag ist ferner das Abonnement für die Zeitung. „Ter Jugendbund", welche künftig jedes Mitglied eines'Vereins erhält, eingeschlossen. Ter Württ. Landesverband stimmte gegen diesen Antrag. HEILBRONN Karl Gertler Juwelier Spezialität! Bruckmann. Kaiserstr. Silber-Bestecke __ JULIUS NÄGELE SCHO KOLADENHAUS ■ HEILBRONN a. N. Kalaeratr. 11, Telefon 18M Kaffee / Tee und Kakao VICTORIA-VERSICHERUNG -Pie Dictoria bietet bei größter Sicherheit ieittzemäj?e Dersicheruugsformen für iebes Dersicheruuys- J bebiirfuis Subdirektion HCh. SAUR, Hellbronn Bismarck-Straße 1 / Telephon 1483 Strnmpfwaren Handschuhe Trlkotagen Ntrlekwaren Herren-Artikel StrampQiaiis Albert Skhler, St ater Einfang aparter Nauhaltan. 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