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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-07-01 · 7 (1.7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
7 (1.7.1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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Reise gewonnenen Eindrücke. Es ist uns leider nicht möglich, seine hochinteressanten Ausführungen an dieser Stelle erschöpfend wiederzugebrn. Wichtiger erscheint uns, sestzustellen: unter dem Eindruck de- Gehörten hatte wohl jeder Teilnehmer die Empfindung, daß ohne Rücksicht aus politisch« Einstellung des Einzelnen die Gesamtjudenheit sich restlos zur Unterstützung dieses großzügigen Sicdlung-werkts zusammcnfinden sollte, lleberzeugend legte der Redner dar, daß nicht mehr von der Errichtung eines Judenstaates gesprochen werden könne, sondern daß nichts anderes geplant sei als eine Heimstätte für die anderortS großen Leiden auSgesetztrn Juden zu schassen. Auch die Frag«, ob dar SicdlungSwrrk erfolgreich durchzuführen sei, scheid« auS, die großen bisher erzielten Erfolge geben die Sicherheit des weiteren Prosprrierens. Ihm erscheinen die Fortschritt«, die er nach zweijährigem Zwischenraum zwischen seiner ersten und zweiten Reise feststellen konnte, geradezu wunderbar. Er schreibt sie der hingebenden, aufopserung-sähigen Tatkraft und ArbeitSsrrude der jüdischen Kolonisatoren zu. Dieses Lob aus dem Munde eines christlichen Redners, der sich in keiner Weise zu einer stimmungmachenden Schönfärberei veranlaßt sah, der sich auch nicht scheute, seine Ansicht über Mängel der Organisation ungeschminkt zu äußern der auch Schattenbilder zeigtc (so zum Beispiel bezüglich der jüdischen Universität), ist doppelt hoch zu werten. Kein geringerer als Gerhart Hauptmanu ivar es. - 87 - der als erster die Aufmerksamkeit de» Redners auf Palästina lenkte. Regierungspräsident Dr. HauSmann hegt übrigendie feste Ueberzeugung, daß in absehbarer Zeit Gerhart Hauptmann sich in einem größeren Werk zur Palästinasrage äußern werde. In Palästina selbst ist in allen Schichten der Bevölkerung das jüdische Aufbauproblem das gegebene Gesprächsthema. Siedeln ist eine schwere Kunst, eine Kunst aus lange Sicht, wie Redner als Siedlungsbeamter feststellen zu können glaubt. Das Wunder deS Ausbaus in Palästina sei besonders interessant. Es sei hierbei aber auch mit in erster Linie geistige Arbeit zu leisten. Kultur zu pflegen sei da- Primat der Juden, die nach Palästina ziehen. Die Wandlung der 30 000 Einwohner zählenden Judenstadt Tel Awiv sei imponierend; unvergleichlich die Leistung deS vor Energie überströmenden, im Ehrenamt tätigen Bürgermeisters, dessen Initiative es vorzüglich zu danken ist, daß die Stadt von unsauberen Elementen gereinigt wurde, daß Ordnung und System vorherrscht und der Berwaltungsapparat auf 68 Beamte herabgesetzt werden konnte. Eine Lebensfrage ist die Einigung der auS so verschiedenartigster Umgebung hier vereinigten Juden, wobei als bindendes Glied die hebräische Sprache als unbedingte Notwendigkeit betrachtet werden muß. Tie frühere Kindersterblichkeit von 20 Prozent ist aus l Prozent gesunken. Die Plantagrnkultur (Jaffa-Orangen) ist von den Juden geschaffen; sie wurde von den blühenden deutsche» Kolonien ausgenommen, und stellt statt dem bisherige» [Damen- Klalderstoffe Id unerreichter Auswahl tu vorteilhaften Preisen LORENZ STUTTCART/gSlYÄSBK! leeJaemlex Eiutia Spezialgeschäft girtimtw für garantiert Indantbrenfarblge <L h. wasch-, liebt und wettere chic Stoffe Indanthren-Haus Stuttgart;.'«: KOnlgttr. 12, gegenüber d. Marttall Ertrag von 4 Prozent einen solchen von 12—20 Prozent in Aussicht. Dem Redner wurde herzlicher Beifall gespendet. Der Borsitzende der leider nur schwach besuchten Bersammlung, Kommerzienrat Albert MooS, dankte dem Red - ner für seine überaus wertvollen Ausführungen. In der dem Bortrag folgenden Aussprache vertraten noch LandgerichtSdirektor Stern und Dr. Feldmann ihre mit denen des Redners nicht in allem übereinstimmenden Ansichten, aber auch sie mußten zugeben, daß diese» Siedlungswerk als Heimstätte für um ihr« Existenz ringende Juden vollste Sympathie und Unterstützung verdient. Herr Dr. Marcus aus Berlin gab noch über manche aufgeworfene Frage wertvolle Auskunft und forderte in der an ihm gewohnten Begeisterung zur Unterstützung deS großen Liebeswerkes auf. Der Veranstaltung wohnte u.—a. auch Staatspräsident a. D. Tr. v. Hicber bei. M. 0. Stuttgart. Am 19. Juni vollendete in erfreulicher Rüstigkeit der Rentier Wilhelm Jonas sein 80. Lebensjahr zugleich mit seinem Zwillingsbruder Albert JonaS in Neuwied. Zahlreiche Anverwandten und Freunde erfreuten die Jubilarc durch ihre Aufmerksamkeiten Möge beiden noch rin langcr sorgenfreier Lebensabend bcschieden sein! Stuttgart. Die antisemitische» Wähler in Württemberg bei der letzten Reichst a.g S - x€.LHoti&Co.x Kohlenbandebflesellsdiefi in. b. H. frteiridtffrMC 8» (am Friedriduplati) LAQERl FERNSPRECHER 20790 Nur crsfltlaffldc Brammaicrlallcn aller Art Sorgfältigste Belieferung! Unbedingte Garantie für abgelieferies Gewicht Gesichts und Körperpflege Hochfreqneazbehandluag Massage Krau Reinhardt «tumeuftr. 2» Tel. 21701 V. HABIBIE Weekftätte (tr Dekoration PolfteemSbel Dp»,.: O Schlaraffia-Matratze» O T»p»zl«nm«lrt,r KoaonbaegotraÜ« Nr. 202' Tal. 62» 77 Miirlllu - Diktate Oiroielßltipp Sllberbnrgstrage 07 Franken Sdnihnparaturwerkstttta Kriegsbergstraße 30 Ecke Blücheru. Friedrich.tr. gut schnell und billig Elegante Damenho» Hirne n. 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