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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-06-16 · 6 (16.6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
6 (16.6.1928)
Date
1928-06-16
Page
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72 - flu’ncn. bie i» brr Weltgeschichte ausgetreten sind, i»<’u Weg >11 ('Hui tmö zum i'iiiteit au-jflfbaut. l5-> ist aber ihr Schicksal gewesen. aus halbem 'Wi’iV flehen tical:ebin au fein. All.in das Juden tun, hat feine St-iilirheit jolgerichlig >11 Ifnbe nebaefttrein l'iolUsbeiveis das Gotterlebnis, ,iiiu( II u': e i L’ l i cf>: i i r -r-: eh re (bie .beimfehr des Wei ft es in i'u'tt , seine SitlkichkeK :das (üuie um des (''i'ieu willen >u um , sind Eigenwene geblie heu, »in Deieum.t.en das Jndesein immer wieder i'öchste Taseinsersas'nng bedenter. rein Einspruch gegen jede Bernien ctiliclinng Gottes, seine Forde iitm. bfu '.Oiemdiei;;n heiligen und zu ver gotlen, bleiben noch heute weltgeschichtliche Großtaten, denen gegenüber alles außerjüdische reli giöse Ringen der Menschheit klein und kleinlich erscheint/ Darum ist das jüdische Problem nicht etwa eine ängstliche Frage nach der Stellung des Ju dentums gegenüber der nichtjüdischen Umwelt, nicht etwa die Schassung eines landwirtschaftlichen oder kulturellen Zentrums in irgend einem Teil der Erde. Das jüdische Problem ist die stolze Bejahung der einzigartigen Eigenwertigkeil der Wahrheit des Judentums! Var Recht an der Heimat. Rheinlandtagung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. (Eigener Bericht). Metz und Speyer der Fall. Tas erste Jahrtau send deut'cher Geschichte scheine durchaus fried liches Zusammenleben zwischen Juden und (Ihri sten gebracht zu haben. Bon 1200 ab etwa folgte ein halbes Jahrtausend von Rot und Bersolgung der Juden, die erst in den beiden letzten Jahr Hunderten langsam nachließen, um theoretisch 1*iH> ihren Abschluß zu finden. Wenn der Mensch in seinen geistigen Elementen aus Re ligion, Svrache, Kultur und Abstammung sich znsaminensetze, so liege in keinem dieser Merk male etwas beschlossen, das die Juden in der vollen Erfüllung ihrer nationalen Pflichten hin dern könnte. Entscheidend sei darüber - hin aus das subjektive Merkmal des Willens, und die ser zeige die unlösliche und innige Verbunden beit der Juden mit Teutschland, das seit Jahr tausenden ihr Vaterland ist. Rationales Bewußt sein im heutigen Sinne sei Produkt junger Entwicklung. Seit dem Treißigjährigen Kriege gab es preußisches und sächsisches, badisches und hes sisches, aber kein deutsches Rationalgefühl. Erst nach den napoleonischen Kriegen begann das Volk von deutschem Land zu sprechen, begann die .Hochspannung des deutschen Rationalgesühls, an dem die deutschen Juden ihren reichlichen An teil haben. Tas Tor, das den deutschen Juden durch den Zugang zu allen deutschen Tingen ausgetan wurde, könne nicht * mehr geschlossen werden. Ter Weg gehe sür Inden und Christen nach der gleichen Richtung: Ausbau des Vater laudcs, Geineittichast aller Gutgesinnten, Besei tigung aller unnötigen Auseinandersetzungen, aus denen einzelne politische Parteien ihr ganzes -löln, tN-? Stad: dl r Pre't'a. »ah am 3. Juni 'r!* : l! , II U l ';; » a D ■■ s Central V 1 - ■: i v ' c :: I ' ck' -. . r : aaisbürge r j ü d: i ck: ■ n I a i. b >' n '» j c» t'.’iaue.u kl»s Y-iv nO uv.i- :uat live: iei ne "Iren N lUltiV uv' . : diinde, te T i.nel-mer er irfii .II,u. ' ' 1 i: \.Mtr w: s, du ck' eine Mo.gen “l ' ü.v ic,\ ■> utD: :u:- :-psl in der Kölner städti i: r, i ■» eene: di weil ü.e. lautend I. r '11 ’ii l.t.'i: T e Bo.i tze:de des tastgeben :Vi! l N'S i!' ■ i»i ckn :' r .'andesveeband-es des Ce»; o!v, ofiti ard Iei che 'e:d Köln, konnte *■» iny i: V ■ i:'\ :iv: -lvocten eine große Reibe;t:.:i'v i'd.t.l rfieu. ftädu'chen und Justiz e' ö. >,'11. '»1 UNli ."-er- A dlner Polizeivrä'identen uln.ch: und ''» La: :: d esee: ckils ". äiicenten Tr. Ifltlei: l.r Iv!.! -NINN en ieiß/'i Tas Pr.iiidinni .... ■>' >Il all' fens wo durch feinen ersten Bor; Nd-Ii. .'» nii’.'iii Z\ ■. B, odrin Berlin, e-nen D 2t f :w: •e.er des B o r - i tz n d e n R e ch l s a > i w a! i B.HI I.' W,! Br litt und den Tirektor des ' 11 ü U fNS T. L udlvia Holländer Berlin 1 I' .'N N l . ' ui z' ' i e:»r äugen, ricknese Justiz T y : 0;::it >v. iri»- Worte des Tankes v; ‘7~]' 'l'- :*r.l! /I; Uli iei eine Tveiev ‘if ' 'i u» ’■ .f,n i ».iuiichein Boden bege I, ,.,.t :» a::d) >ie Dei,frf>en Juden eine II' »i. ' n '! •: I ' ^end': r ge " e chickne ver Mi', r t ie - n ' Vie ’'arfiiuvif s des Heiniai s; z'' ■ V e .:!>e - st, »den an» o niljchein Boden fr , * - » -e . Hinweis i'.ni das Rhein!;!. . >. . n. daß vorn R'nein der 1U-. '.ih: .'Ul liu I II i ade: nach dem st neu ge llMtiöe;t ' 'Nd . .Id v tro « de: Bertolgnugen in der He: r.Mt li< . ftru 'ich dir -k Unswanderer zus-ich.rn, daß Df: lllrf fl cho> f’:»,' t, : i'ejckien in die alte Hei nur r.n )C it.lt neuen Herren keinerl-'i Scb X- . i: f: e ene; w'rden ioN en. Jnsti.zrar Bll t; 'ck,! un :;t.: dein Wunsche, daß din'e -i r ■T ' ti: . ri'!'on imu C-",v W:l U r k y.i irü7: an B 'terlande e:fü:len und als! Illt; : ■ 1 :: deiuichen 'B llsgenoii. n :‘ilt r. l-v i: .■ i A! [: , r. »e n.ch. Jude aut deut ck ’ l'b; »(• T s 4 'rnno Weil. Er tfi'irte ans. da» andl'.int des Themas nir Voraus icm in1'!* lll’l . '.inäcki» d,e S eUung des Tent ich: V :Mlf . be nt'ckif. d: ,-e ,>itu allgemein zu im tevi I"l' n T r. A-.il!chl,de::e in einer Form. ZU' en Är v» »»- k'er enni von Rationen, Istren 'kV . ,\flt "i n .»u» ich »eevoetre.e.i liejtz. die Enl I Jeden Bücher»misch erfüllt Ihnen die SCHWÄBISCHE BÜCHERSTUBE Schneider & Truekenmiiller Charlottenstr. 1 / Telephon 2503 t Programm bilden möchten .Tr. Weil schloß seine mit hinreißendem Schwung vorgetragenen Ausführungen unter dem immer wieder erneuerten Beifall der Zuhörer mit den Versen aus den Meistersingern: Wacht auf, es nahet der Tag und leitete so zu der vom Kölner städtischen Orchester machtvoll vorgetragenen Ouvertüre aus den Meistersingern über. Rechtsanwalt Tr. Heinrich Frank, der Vor sitzende der Ortsgruppe Köln des Centralvereins, hielt öi.' Schlußansprache. Aus dieser Feier und Kundgebung anläßlich des Kulturwerkes der J}re)fu in Köln klingt und soll klingen das Hohe lieb unerschütterlicher Heimats- und Kulturzuge iör'gkeit des deutschen und rheinischen Juoen, der, in deutsche Kultur hineingeboren, unbeschadet seiner Treue zu väterlichem Glauben und Abstammung, Höchstes und Letztes für sein Vaterland einzusetzen gewillt ist. Was hier heute zur Webe steht, ist nicht das juristische Bürgerrecht, sondern der Anspruch auf das kulturelle Be heimatetseiii des deutschen Juden innerhalb der deutschen Nation. Tr. Frank wies aus die Bedeutung kultureller Zusammenarbeit für das nationale Bewußtsein hin, und hob die aus der abendländischen Kul turentwicklung garnicht hinwegzudenkende Bedeutung der Bibel hervor, in der die großen Mensch heitsforderungen der Gegenwart bereits ihren klassischen Ausdruck gesündigt hätten. Turch bedrükkende Vorgänge der Gegenwart sollten wir uns in dem durch drei Jahrtausende bewährten jü dischen Optimismus nicht beirren lassen. Alles das, was uns als deutsche Juden heute bewegt, faßte Frank in das folgende mit begeister ter Zustimmung aufgenommene Schlußge.'öbnis zusammen: Im heiligen Tienst am deutschen Volke und deutscher Kultur werden wir anläßlich der Pressa versammelten deutschen und rheinischen Juden auch in alle Zukunft, in Willens, Schicksals und Kulturgemeinschast, in sittlicher, kultureller und geistiger Förderung heimatlich deutscher und rheinischer Erde unser Letztes und .Höchstes her geben, weil Herz und Gesühl es uns so gebieten. Tas Orchester stimmte das Deutschland lieb an, dessen dritte Strophe von der Festversammlung stehend gesungen wurde. Hach den Wahlen. wickln» des deut-chen Volker- und des deutschen Lande - bi-/ ,n io-er d-rutiien Gestatt. Während aller ° . i'ioöt'i. bentichee Ge'chictile sei die Anwe ienlieu Dev ,'"fren tu Teutirfilaub nachweisbar. Tos ■■ ir'aut.iii rii. Cdi' ans dein Jahre :^> erwähn bereits die An;ves nbeii von Juden in 'loht ,i einer Form, die eine schon lang wäh reine ' :.treie»: e t von Inden in drr Stadt vor ansse'lt. Aei'nl'ch sei es bei Aachen, Mainz, Ter Ausgang der Wahlen hat nur geringe Ueberraschungen gezeitigt. Tie Teutschnalionalen haben io viele Mandate verloren, wie die Sozial demokraten und die Koinmunisteu erobert haben. Tie eigentlichen anti'emitischen Parteien haben nur einen geringen Siimmenverluft erlitten, wenn sie auch mehrere Mandate eingebüßt haben. Ratio nalsozialistcn. Völlischnationale und die Deutsch sozialen haben I 100 000 Stimmen auf sich ver einigt: es kamen also gerade zwei antisemitische Stimmen ans jeden deutschen Juden. Ein bedeutsames Endergebnis der Wahlen ^st der große Stimmenverlust der demokratischen Par iei. Aber mindestens ebenso bedeutsam ist die unzweideutige Erfahrung der Wahlzeit, daß die Tentschnationale Volkspartei zu den antisemitischen Parteien zu zählen ist. Tie Wahlen haben ein eigenartiges Ergeb nis gehabt, auf das die „Abwehrblätter" auf merksam machen. Ueberall da, wo (mit Aus nähme der bayerischen Wahlkreise Oberbayern Schwaben sind Franken, die antisemitischen Par reien 1924 mehr al? 40000 Stimmen gehabt. sind sie stark zurückgegangen. Auf der anderen Seite haben die rein antisemitischen Parteien überall da, wo sie 192t weniger als 20000 Stimmen hatten, mit Ausnahme der Wahlkreise Leipzig und Ovpeln starken Zuwachs erfahren. Aus dieser interessanten Erscheinung darf der Schluß gezogen werden: wo die Antisemiten bis her einen großen Anhang hatten, also Gelegenheit befassen, sich in ihrer wahren Gestalt zu zei gen, haben sie eine zumeist recht empfindliche Niederlage erlitten. Rur Bayern macht hier eine Ausnahme. Wo aber die Aniijemiteu bisher nur in aerinaer stahl vertreten waren und deshalb noch nicht durchschaut werden konnten, gelang es ihm":, .'.folge zu erzielen. Tabei muß auf eine merkwürdige Zweiteilung Teutschlands hingewiesen werden, die sich bei einem Vergleich der antisemitischen Stimmen zahl der Wahlen in den Jahren 1924 und I92B ergibt: Zieht man von Nord nach Süd eine Linie, die westlich der Wahlkreise Mecklen bürg, Potsdam, Merseburg und Thüringen verläuft, so haben wir westlich und südlich dieser eJ'IIÜIIIÜIII!:; v1,,V;ir,:|,;l:ti»:-I»,,i»»iiiii;!!';: :.Ui,.i:!!iiiiuiiiiiiiiiiuniiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiuuiinMiiiiiiii SCHIEDMAYER MIETE TAU8CH STIMMUNGEN Planofortefabrik v. J. u. P. 8ohledmayer BEQUEME STUTTGART, Neckarstrasse 12, Ecke uirtonetraaae Perne preoher FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM aesAi/4& IHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII PRIX

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