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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-06-01 · 5 (1.6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
5 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
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1 Ausnahme der Israeliten war, La das Toef um dir Mitte des 12. Jahrhunderts in eine Bcrli chlngischr und eine Lchöntalische Seite geteilt war, (die Ztraße schied beide Teile) nach Lchöntaler Tarstellung gemeinschaftlich, während die Herren v. Berlichingen den sog. „Judenschup" in ihrem Zediere beanspruchte», woraus unzählige Streitigkeiten flösse». Zuerst ist 1650 davon die Rede. Berlichingen hatte damals 25 „Lchutzju den", Lchönkal I. Allem Anschein nach waren die Israeliten bei den Herren von Berlichingen besser gelitten, als bei denen von ^chöntal: denn als crstere 17*3 ihnen allgemeines Wohn recht zubilligien und sie auch in chrinliche Häuser ausnahme», wurde von den Herren von schöntal dagegen protestiert. Tie Lnnagoge, im unteren Teil des Dorfes nabe der Jagst. in ein einfaches, aber ehrwürdige» Gebäude ohne Stil aus dem An fange des IX. Jahrl-underis. Irin sehr aller Betsaal dagegen hat sich aller Wahrscheinlichkeit rach in dem oberen Stocke des jepk der Familie Berlinger gehörigen Hanfes befunden. Teilweise gut erhaltene he bniiidi Inschriften, die mir an ähnlich heiligen Crtiii angebracht werden, lassen mit Bestimmt beit diesen Schlns, riehen. Ein sehr älter Saininel sriedhof, wohin u. a. mich die Jsr. von Äünzelsau ihre Toren verbringe», liegt Stunde südöstlich vom Crt enlsernt ans einer Anhöhe mitte» im Feld. Eine kleine liraelinsche, t>>emeinde befand sich auch im nahe gelegenen Bieringen. Im Jahre 1651 befanden sich dort 3 israelitische Familien, von welck en Mainz das Schnvgeld wie' auch das Ansnahinerechi anspräch. Tie anfangs selbständige t>>enieinde wurde ,regen des ständigen Rückganges ihrer Mitglieder laut Erlast der Obcrkirchenbe. Horde vom 3. August 1X32 irov Kefligsten Wider standds Berlichingen zngetcili. Im Jahre l*73 iraren in Bieringen noch 5 Wahlberechtigte, 1**3 zählte es noch 16 Israeliten. >853 weist die vereinigte Wählerliste beider O^meinden l<> Mit glieder ani. Tie Bevölkccungsstaiistik zeigte fol gende gnrve. 1*7.5 12*, 1895 loj; I9Ii> 95; 1025!»» Jstaeliren. Einer ziemlich starken Ansiedluirg dee Jsrae liien im Jagstiale und dessen näheren Umge bnng, sieht nnr eine verhältnismäßig geringe im ganzen Äocherral gegenüber. Ter Eirund hiefür mag in dem llmstand liegen, dast ihrem Zuzug in diesen Srischasken grösteree Widerstand cnkge gengeseh! ivurde. Eine Ansiedlung von Israeliten erfolgte nur in Beaunsbacb und Äünzelsau tliagelsberg. lieber die Entstehung deo israelitischen Gemeinde in Braunsvach fehlen nähere Taten. >673 gab es dort l israelitische Familien, die sich laut Ebro nik im Jahre 1715 schon sehr vermehrt hatten. Tie Snnagoge wurde 1733 erbaut, ivahrfcheinlich ir-urde um diese Zeit auch dee Friedhof angelegt. 1*32 wurde das Rabbinal in Bcaunsbach errichtet, zu welchem auch die Sberämler Hall und Erailsheim und Teile der Sberämrcr Äün zelsau. oierabronil und Schringen gehörten. 1908 wurde der Rabbinalssix Hall verlegt. Eine Jsr. goinessionsschnlc, 1*25 als Privaischule er richrei. wurde 1*31 in eine össenkliche isr. Bolk»' schule nmgewandelt, ging aber im Jahre 1923 wegen Mangel an der hiezu nötigen Anzahl von .mindern ei». Bevölkerungsstatistik: 1*75 152, 1*95 159; 1910 88: 1925 55 Seelen. Ten kürzesten Bestand sämtlicher isr. Gemeinden des Lberamis weist die isr. Religionsgemeindc Äünzelsau s auf. Es ist jedoch mit Bestimmtheit anzunehmen, daß diese bereits eine Zweitgründnng ist, denn einer Sage nach, die aber einer gewissen Grundlage nicht entbehrt, sollen die Israeliten schon in alter Zeit, nach Urkunden des Würzburger Ehronistcn Lorenz, feit dem Jahre 1336 in Äünzelsau seßhaft gewesen .sein. Ihr Friedhof habe sich im Holderrain befunden und noch 1700 soll in der Scharsengasse ein Haus mit hebräischer Inschrift gewesen sein. Tie (beschichte der neuer standenen isr. Gemeinde ist eng verknüpft mit oer ihrer Mulkergemeinde Nagelsberg, welche später amtlich den Namen Nagelsberg-Äünzelsau, dann Äünzelsau Nagelsberg und endlich 1900 den Namen ÄünzelSau erhielt, infolge des Weg zugrder Israeliten von Nagelsberg und des Zu zugs aus anderen Gemeinden fBkrlichingen, Bieringen, Hohebach u. Ernsbachnach Äünzelsau. In Nagelsberg bestand schon seit alter Zeit, wahrschein - 66 - lich seil Mitte des 15. Jahrhunderts eine große isr. Gemeinde mit einer eigenen Synagoge, die erst im Jahre 1908 verkauft wurde. Während aber die Jsraelitengemeinde in Nagelsberg bereits seit 2o Jahren der Bergangenheit angehört, hat ihre Nachfolgerin in Äünzelsau eine bis. vor wenigen Jahren ununterbrochene-Linie der Aufwärtsbewegung zu verzeichnen. Bor 80 100 Jahren zählte man in Nagelsberg wohl etwas mehr als 30 ifr. Familien. Sie bildeten also einen ziemlich starken Prozentsatz der dortige» Bevölkerung. Tiefer Stand hatte sich anfangs der 60er Jahre des vor. Jahrhunderts nicht besonders verändert.- Um diese Zeit siedelten mehrere Familien nach Äünzelsau über, sodaß sich in der Mitte der 70er Jahre die dort wohnenden" Israeliten veranlaßt sahen, die Kgl. Jsr. Oberkirchenbehörde zu bitten, in KünzelSau «inen Filialdienst abhalten zu dürfen. Turch Erlaß vom 27. 5. 1876 wurde diesem Ersuchen stattgegeben. Ter Betsaal befand sich zuerst in einer Wohnung in der Schnurgasse gegenüber dem Gasthause zum Hirschen, dann eine kurze Zeit im Linke'schen Ge bäude am MorSbacher Tor, hierauf im Hintergebäude des Auerbachschen Hauses in der Hauptstraße, dann im Hause deS S. Weinsberger. Ter Sitz des Religionslehrers und Vorsängers blieb weilerhin in Nagelsberg, den Fi.ialdienst leitete an Werktagen ein pensionierter Lehrer, während an SamStagen und Feiertagen die Künzeleauer Dam^^nd herrenlrlseurraume, Parfümerie ■ L. RUOFF Inh.i EUGEN BONM ■ FRIT7 CFFI «Au»»»™, i» ■ ri%I A I* GCCb FERNSPR. 607 » Feine Schreibwaren J Elegante Lederwaren ■ Kunstgew. Gegenstände 5 Sämtliche Büro - Artikel Kalsarstr. IO Gotflleti NaiDadi / Hellbronn i Bidhanerei and Grabiteindesdi ift am neuen Friedhof Anfertigung von Grabdenkmälern feder Art Reichhaltiges Lager In fertigen Qrab- Denkmälern Figuren n. Reliefs Sldiercr’sdie Apotheke LUDWIG SÜNDER Heilbronn a. N. 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