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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-06-01 · 5 (1.6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
5 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 9)
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— SS - Fi*!0daäa^e (Erseagal* der Otaeral Motors) -irr utitns tote elettr.-utaitule BnMsirul Die Zsraeltten im Bezirk Künzelsau. Bon Lehrer Juli»» Schapiro. Bon den zahlreichen, schon seit frühester Zeit bestehenden israelitischen Gyneinden des Oberamts Künzelsau haben sich nur wenige bis auf den heutigen Tag erhalten. Es liegt dies teils an der immer mehr zurückgehenden Zahl der Israeliten im allgemeinen, teils an der in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts stark einsetzenden Abmanderung nach den Städten. Schon von altersher, vielfach mit der Gründung mancher Ortschaften, bildeten sie einen Teil der bürgerlichen Gemeinden und im Wohl und Wehe mit ihnen wurde chr Schicksal mit der Länge der Zeit so innig verknüpft, daß sie in denselben vollständig ausgingen. Diese allmählich gewordene Bodenständigkeit trug im wesentlichen dazu bei, daß die Israeliten in hohem Maße an den kulturellen Bestrebungen ihrer Mitbürger teilnahmen und im edlen Wettstreit mit ihnen das wirtschaftliche Niveau mancher Ortschaften erhöhten. Die Bevölkerungsstatistik der Israeliten im ganzen Oberamt weist folgende Zahlen auf: 1812: 750; 1846: 1133; 1858 : 869; 1871: 777; 1875: 677; 1880 : 662; 1895 : 542; 1910: 362; 192>t 279 Israeliten. Zu den ältesten, jetzt noch bestchenden isr. Gemeinden des Oberamtes zählt die von Hohebach Schon im Jahre 1348 waren hier Israeliten ansässig, teilten aber bald das Schicksal mit anderen Glaubensgenossen, die später dem Bolkswahne zur Zeit der Pest zum Opfer fielen. Erst nach dem Westfälischen Frieden, der u. a. auch bestimmt«^ daß der Graf von Hohenlohe wieder Herr seines Gebietest werden sollte, hören wir wieder von Anfiedlungen ift. Familien in Hohebach und den übrigen hohenlohischen Ortschaften. In den Jahren 1666—73 wurden 8 Familien ausgenommen gegen ein Schutzgeld von 10 fl. Schutzbriese, die noch vorhanden sind, wurden ihnen ausgestellt gegen 10 Taler. Bei der Landesverteilung im Jahre 170Ü8 waren in H. 7 Familien. 1728 hatte sich deren Zahl wiederum auf 8 erhöht. Die Statistik weist im Jahre 1875 184, 1895 114, 1910 77, 1925 53 Seelen auf. Kirchlich unterstanden die Israeliten von Hohedoch der Muttergemeinde in Ailringen bis zum Jahre 1817. Auch hier waren schon frühzeitig Israeliten vom Deutschherrenorden ausgenommen worden. Seit wann sie sich dort angesiedelt haben, läßt sich nicht mit Bestimmtheit Nachweisen: jedenfalls schon vor 1695. Als berühmter Sproß der isr. Gemeinde in Hohebach verdient Erwähnung der in Portland, Ber. Staaten, verstorbene Sal. Hirsch In ärmlichen Berhältnissen ausgewachsen, wunderte er nach Amerika aus, wo er sich in seltenem Maße das Bertrauen seiner Mitbürger erwarb. Es wurde ihm die hche Auszeichnung zuteil, in Konstantinopel die Bereinigten Staaten als Gesandter zu vertreten. Zu Hohebach gehörten ferner die Jsraelüen von Hollenbach, die sich seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts dort angesiedelt hatten. Sie besaßen eine eigene Synagoge, die erst im Jahre 1902 verkauft wurde. Auch in Mulsingen bestand ftüher eine ansehnliche Jsraelitengemeinde. Unter Würzburger Herrschaft wurden dort schon schr bald (nähere Zeit der 1. Ansiedlungen unbekannt) Israeliten ausgenommen. Laut Dekret vom 16. November 1695 mußten sie anstatt der jura stolae an das Pfarramt ein Neujahrsgeld bezahlen. Heute ist ebenso wie in Hollenbach keine isr. Familie mchr dort seßhaft. Die 3 Gemeinden Dörzbach, Laibach und Altkrautheim wurden laut Dekret der Isr. Oberkirchenbehörde vom 3. August 1832 in Dörzbach vereinigt. Deren Synagoge, erbaut im Jahre 1838, wurde, nachdem sich die Jsraelitengemeinden ausgelöst hatten, verkauft, das Inventar fiel an das nahe gelegene Hohebach. Ausfallend ist die verhältnismäßig gering« Zahl an israelitischen Friedhöfen im ganzen Bezirke genannter' Gemeinden. Durch das Berbot mancher Herrschaften, denen die Ortschaften unterstanden, Begräbnisstätten zu errichten, waren die Israeliten gezwungen, sogenannte Sammelfriedhöfe anzulegen, wcchin sie ihre Toten, oft von weitjer Entfernung her, bringen mußten. Ein solch verlassener Friedhof befindet sich noch in Laibach. Bor mehreren Jahren wurde dieser unter der fachkundigen Leitung und Mitarbeit des nun leider^versterbe nen Lehrers S. Wißmann, Künzelsau und erfolgreicher Mitwirkung des Herrn Hauptlehrcrs Wallrauch in Dörzbach restauriert rnifTneu um friedigt Im Jahre 1852 wurde in Hohebach ein israelittscher Friedhof errichtet, wohin die Israeliten von Hollenbach, Ailringen und Dörzbach ihre Toten bestatteten. Am Ende eines starken Bogens, den die Jagst von Schöntal her beschreibt, liegt der vom linken User allmählich sich in die Höhe zichende Marktflecken Berlichingen, wo sich ebenfafls eine alte Jsraelitengemeinde bis heute erhalten hat. Di« Ketlvro«« ■ Wilhelm Hauss Fernsprecher 499/ Wilhelmstraße 52 Schlosserei und Eisenkonstruktionen Spezialität: Markisen u. Rolladen Brudunannfllbar-Bastacka Karl Gertler Juwelier JULIUS NÄGELE ' SCHOKOLADENHAUS HEILBRONN a. N. Kalrerttr. 22, Telefon IMS Kaffee / Tee und Kakao VICTORIA-VERSICHERUNG ‘Die Victoria bieiet bei größter Sicherheit Zeitgemäße Derstcheruugsformen für jebes DerficheruugsbedSrfois Suddirektion Hch. 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