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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-05-16 · 4 (16.5.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
4 (16.5.1928)
Date
1928-05-16
Page
[Seite] (sequence 4)
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mit der üblichen pietätvollen Ehrung der im letzten Jahr« verstorbenen Verein-Mitglied er. Er schilderte hierauf da» enge Freundschaftsverhältnis de» Verein» zum hiesigen Israelitischen Fürsorgeamt, da» seit dem Beschluss« de» Vereins vom 26. Februar 1823 die Berteilung der Vereinsunterstützungen an dir hiesigen Armen und Bedürftigen durchführt. Di« Erfahrungen auch de« letztenGeschäftrjabre» bestätigen, daß dieser Anschluß an da» Fürsorgeamt durchaus im Jnlsreifc de» Vereines gelegen und sich nach jeder Richtung chin erfolgreich ausgewirki hat. Ter Verein ftt durcki seinen ständigen Vertreter im Arbeitsausschuß de» »Fürsorge amt» mit allen Bedürfnissen der Lrtsarmen und Durchreiserlden vertraut und so im besten Linne imstande, wertvolle wirtschaftliche Hilfe zu leisten. (gerade im Hinblick aus diele enge Arbeitsgemeinschaft mit dem Fürsargeamt wurde der Generalversammlung die Umänderung de» Paragraphen 13 der Satzung vorgeschlagcn und nacki einer eingehenden Aussprache, an der sick, außer dem Vorsitzenden die Herren Essin - ger, SontK.-imer, Lnerberg, und Stettiner beteiligten von der Versammlung angenommen. Ter Paragraph ,»ird von jetzt an lauten: Solange da» Israelitische Fürsorgeaml mit der Vcr abreichung der llnientützungen bcauitragl ist, ist diese Stelle berechtigt, die einmaligen Unterstützungen zu bestimmen. Das Fürsorgeamt kann auch höhere als .^ic in Par. 12 und 13 erwäbnten Gaben von RM l,l. hziv. RE 20. ohne Genehmigung des Vorstandes, des Kassiers oder des Ausschusses gewähren. Der Ausschuß ist befugt, auch die Einnahme von ordentlichen und außerordentlichen Beiträgen und von iseichenken Par. I>> dem Fürsorgeamt zu übertragen. In diesem Falle hat an Stell« der in Par. II vorgesehenen Prüfung durch die beiden Rechnungsprüfer der Kassier die von dem Füri'orgcamt vorgelegten Rechnungsausweisc nachzuprüscn, über deren Befund er dem Ausjchuß und der Hauptversammlung Bericht zu erstatten dal. Dem Kassenbericht. den der Kassier Otto Bamberger erstattete, war zu entnehmen, daß der Berlin im letzten Fahre eine Einnahme von 3739,1* Marl gehabt hat, die er ungekürzt dem Fürsorgeaml zugewicsen hat. Der Durchreifendenverein halte eine Einnahme von 3338,10 Mark, der bis auf einen Renbestand .von 261,23 Mark für die Turchre,sende > verioerte. worden ist. Rach dem Berichte wurde zu den Reuwahlen geilt rillen. Tie Versammlung nahm dabei die Mitteilung des Vorsitzenden mit auirichllgem Bedauern entgegen, daß er im Hinblick aus sein vorgeriickleS Alter den Vorii« des Vereins niede.tegeu müfje. Stephan Strauß war 27 Jahre im Ausichuß tätig, von denen er fünf Fahre Kassier und k3 Fahre Vorsitzender war. Direktor Sonideimcr schilderte mit beredten Lorten die außer-, ordentlichen Verdienste des bisherigen Vorsitzenden um den Verein, der insbesondere durch den Anschluß an da« Fürsorgeamt Weitblick und Verständnis sür die Ausgaben einer großstädlischcn Wohlfahrtspflege beivic- ,'en. Unter den, Beifall der Versammlung schlug er vor. Stephan Strauß zum Ehrenrorsitzende, zu er- . nennen. Gleichzeitig erinnelte er daran, daß Arthur ’ Eiiinger ebensalls seit >!> >l im Ausschuß tätig sei und ,n den Fahren I!«l3 21 di« Kasse des Vereins vorbiidlich geinhri hat. Er empfahl der Versammlung iiine Wihl zum Ehrciimitglird des Verein». Tie beiden G> ehrte» nahmen die Auszeichnung mit Tank an. Hierauf wurde Otto Bamberg«' zum Vorsitzenden, Direktor Sonlheimer zum Schriftnihrer und stellverirelende.i Vorsitzenden. Sigmund Kallmann zum Kassier de» Vereins ge •. ählt. Reugcwählt wurde Leo- . pold Goldjchmidt in den Ausschuß und Julius Schlefl'inger zum Ersatzmann. Ter Vertreter des Vereins; im Fürsorgeian bleibt Cito Bamberger. Stuttgart. BerthaId A u e r b a ch V c r e i n. Vor einer stalilirlci Hörersrinir sprach a.n I. Mai ds. Z». Landgeriällsdircltor Stern über „Tie Geschichte der Juden in Spanie n". Ter Redner stellte iest, daß schon lange vor der Völkenvinderung Jude» - 48 - in Spanien wohnten und mtt den jeweiligen Machthabern in bestem Einvernehmen lebten. Unter der RSmerherrschaft standen di« Juden in Spanien im i vollen Besitz ihrer bürgerlich^, Rechte und auch nach der Invasion germanischer Bolksstämme blieb diese»! gute Verhältnis bestehen. Mit dem Augenblick aber, da die Westgoten sich von der früheren arianischen Form des Christentums lossagen und den katholischen Glauben annehmen, wrrden die Juden auss schwerste verfolgt. Erst nach dem Einfall der Araber, denen es nach schweren Kämpfen gelingt, fast das ganze Land zu erobern, können die Juden wieder «in menschcn» .würdiges Dasein führen. In den drei Jahrhunderten der Maurenherrschast blühen Wirtschaft und Künste. Tie Juden nehmen in dieser Zeit eine geachtete Stellungein und betätigen sich aus allen Gebieten des öffentlichen Leben». Mit dem Schwinden der Arabermacht setzen aber die Bedrückungen der Juden wieder ein und im Jahre 1492 verlassru die letzten unter dem Zwang de» Ausweisungsdekret» da» Land. Besonders interessant war die Tarstellung der inneren Geschichte der spanischen Juden. Bier große jüdifche Gelehrte geben dem spanisch-jüdischen Geistesleben da» Gepräge: Salomo ibn Gabirol, Abraham Jbn Esra, Fehuda Halevi und Maimonides. Ter Redner besprach die geistige Wirksamkeit dieser Männer und vermittelte durch den Vortrag einiger Gedichte einen Einblick in ihre erhebende Gedankenwelt. Zum Schluß zeigte Landgerichlsdireltor Stern eine Reih« ausgezeichneter von ihm selbst ausgenommen«! Lichtbilder, die mit den Kulturzentren Spaniens, mit den vielfältigen Stilsormen seiner Architeltur und den für die spanischen Juden bedeutungsvollen Stätten bekanntmachten. Ter hochinteressante Vortrag, der den langanhaltcnden Brisall aller Anwesenden weckte, gehörte zu den bemerkenswertesten Veranstaltungen de» diesjährigen Programm». H- St. V- Stuttgart. Bcrthold Auerbach Verein. Nachdem im Rahmen der hiesigen zionistischen Vereinigung Frau Gerda Arlosorofs vor kurzem die tech nischen Probleme des modernen palästinensischen Staate» kurz aufgezeigt hatte, war es interessant, am 8. ds. Mts. von Tiplom-Jngenieur Plawner hierüber Näheres zu erfahren. Diplom-Ingenieur Plawner, der lange Fahre in Palästina weilte, zeichnet« einleitend kurz die Geschichte des jungen Staatswesens und schilderte dann sein« Fahrt nach Haifa, die von Triest ihren Anfang nahm. Er verbreitete sich über da» palästinensische Eisen bahnwesen, über den Ausbau des Hasen» von Haifa und die diesbezüglichen technischen Projekte, und besprach sodann das besonder» sür Palästina so wichtige Ent und Bewässcrungsproblem. Von größter Bedeutung sür die Entwicklung und Rentabilität des Kolonisalionsiverks ist agch die Elektrifizierung de» Landes. Während früher in erster Linie Wind und Dieselmotoren zur Gewinnung elektrischer Energien verwendet wurden, sucht man seit einigen Jahren die natürlichen Wasserkräfte des Landes für diese Zwecke nutzbar zu machen. Auch die Ausbeutung de» Toten Meeres, dessen unermeßlicher Salzrcichtum für die palästinensische Wirtschaft vielversprechend ist, steht heute ,m Mittelpunkt der technischen Erschließung des Landes. Sehr interessant waren auch die Ausführungen de» Redners über die Siedlungsproblemc selbst sowie über die architektonischen Verhältnisse Palästina» mit besonderer Berücksichtigung von Tel Awiv. Tie stark passive Handelsbilanz Palästinas fordert gebieterisch die Hebung und Ausdehnung seiner Industrie. Es gibt aber heute eine große Reihe von industriellen Unternehmungen, deren Erzeugnisse vom heimischen.Markte gerne ausgenommen werden, Fabriken, die Ocle, Textilien, Leisen, Möbel, Nahrungsmittel usw. Herstellen. Ten Schluß des interessanten Vortrags bildete eine Betrachtung des palästinensischen Erzichungswesens, die den Eindruck »ermittelt«, daß auch aus diesem Ge! biete mit Erfolg gearbeitet wird. Tic zahlreichen Hörer dankten dem Referenten, der sein Thema klar und erschöpfend behandelte, mit lebhaftem Beifall. H. St. Stettgarl. Am 27. April b. Js. würde der in weiten -reisen bekannte Bankier Ernst Hochberger plötzlich au» seinem arbeitsreichen Leben gerufen. Der Verstorbene erfreute sich in der Stuttgarter und auswärtigcn Bankwelt de» größten Ansehen« und gehörte seit langen Jahren dem Ausschuß de» Verbandes württemb. Privatbankiers an. Ebenso betätigte er sich in der württemb. Landesgrupp« des Reichsverbandes deutscher Makler, dessen Au-schußmitglied er war. Bi» zum letzten Tage seine« Leben» stand er seinem 1888 gegründeten Bankhaus vor, unterstützt durch seinen Sohn, Bankier Leo Hochbrrger. Die zahlreichen Beileidrbezcugungen aus allen Teilen de» Reich» sind «in sprechender Beweis für die allgemeine Wertschätzung de» Verstorbenen. Stuttgart. I» beglückender körperlicher und geistiger Frische feiern am 20. Mai d». I». Heinrich G « i l i n g e r und sein« Ehefrau Therese, geb. Gailinger, Seneselderstraßc 83, daS frohe Fest der Goldenen Hochzeit. Tie Mutter der Jubilarin, wie die Mutter de» Jubilars waren Schwestern, ebenso ivaren di« beiderseitigen Väter Brüder — eine Tatsache, die gewiß nicht alltäglich ist. Acht Enkel und drei Urenkel erfreuen den Lebensabend de» Jubelpaare», dem, anläßlich dieses schönen Tage», den sie fern von Stuttgart verbringen, gewiß reiche Ehrungen von allen Seiten dargebracht werden. Auch wir gratulieren aufs herzlichste und wünschen dem Paare noch viele Jahre in Gesundheit und Zufriedenheit I Stuttgart. Am 11. Mai dieses Jahres konnte Samuel Herz, Rotrstraße S, seinen siebzigsten Geburtstag feiern. Der Jubilar ist schon seit einer Reihe von Jahren Kassier des Israelitischen Waisenhauses in Eßlingen und hat sein Amt mit Umsicht und Pflichttreue verwaltet. Wir wünschen ihm einen gesegneten Lebensabend! Laanstatt. In diesen Tagen konnte Sigmund Ü i n d a u e r, Seniorches der Firma S. Lindauer & Co., Korsett- und Trikotagensabrik, Cannstatt, die 30. Wiederkehr des Tages seiern, an dem er in die väterlich« Firma eingetreten ist. Als erster Vorsitzender des Zentralverbandes Deutscher Korsett-Großfabrikanten und als einer der führenden Männer der Korseil- Jndustrie genießt Sigmund Lindauer weit über die Grenzen Württembergs hinaus das größte Ansehen. Aus Anlaß des Jubiläums hat die Firma S. Lindauer & Co. der Unterstützungskasse ihrer Arbeiter und Angestellten 50 000 Mark überwiesen. Cauuftatt. Am 13. ds. Mts. konnte Fabrikant Ferdinand Hanauer, der Seniorches der bekannten Bettsedern-Fabrik Rothschild & Hanauer, sowie der Stuttgarter Firmen Fritz & Bauer und M. Lepmann seinen 60. Geburtstag feiern. Anläßlich dieses Tages wurden dem Jubilar, der in der deutschen Bcttfedern-, Industrie einen führenden Platz einnimmt, reiche Ehningen zuteil. Eßlingen. Am 24. April ds. I». sprach Oberlehrer Rothschild im Israelitischen Frauenverein über „Die Geschichte der Eßlinger israelitischen Ge- MUMIIIMIIIIWÜIMllllMMMI MNWllllllttllWMMMIllNMllWillllülUMlli SCHIED!« AY ER Planofortafabrlk v. J. u. P. Sohledmayar STUTTGART, Neckarstrasse 12, Kok« uirtcnatrasM FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM MIETC TAUSCH STIMMUNGEN BEQUEME TEILZAHLUNGEN PamapraoNar asa 41/42 ttwauuimiwinmimumiiitiHiuiBliJiuiiiiiiiiutmiiuiiMmttiiiiiu<!>WIMW flil', Icparateranoin feiner Sdiulmaren Jos. Oblinger Schuhmacher-Meister Hohenhefmerstrafe 4 ERNA HÖRRMANN, **. huchthausen /v“’Z5M- , <Aug. KoHntet Malermeister Tel.61865.Sutbrodftr.9 Malerarbeiten in jeher »nsfiihrnag solid n»h billig Herd. Werkstätte Hasenbergstraße 82 Reparaturen aller Art Grammophone EnflHiu!«« fteskhts- Korarat aut Woasdi lat Hau I HShenrotaurani a n ~_l_l» j und Cal4 oCttOlLDilCK idiSne Aussicht auf die Stadt Nachmittags and abends StnSeabohnUnle SM«. 10 (Knnilstw ffbtidnah)

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