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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-05-01 · 3 (1.5.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
3 (1.5.1928)
Date
1928-05-01
Page
[Seite] (sequence 9)
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vollen Ausschluß über die Aahlaussichten für Reichs¬ und Landtag und wies aus die Notwendigkeit hin. daß jeder einzelne von dem Wahlrecht, das auch eine Wahlpflicht in sich schließe, Gebrauch mache. In seinem Aassenbericht appellierte Oberlehrer Wochenmark an die Mitglieder, durch erhöhte Beiträge den L.B. zu unterstützen und einen leistungsfähigen Wahlfond zu schassen. Rach Schließung der Versammlung leitete der Borsitzende de- Borsteheramtes, Dr. Katz, eine allgemeine Aussprache über Gemeindeangelegen« heiten «in. \V. Tüblußeu. Rach der Württemberger Hochschulstatistik waren im Winterhalbjahr 1927/28 an der hiesigen Universität zehn jüdische Studierende immatrikuliert, von denen sieben Rechts- und Staat-Wissenschaft, und je einer Medizin» Philosophie und Pädagogik studiert haben. Im gleichen Zeitraum studierten an der Technischen Hochschule in Stuttgart dreizehn Juden und zwar fünf Architektur, je zwei Maschinenbau und Elektrotechnik und je einer Bauknnde, Eisenhüttenkunde, Pharmazie und Chemie. Ul». Sitzung des Borsteheramtes. Rach dem Voranschlag für das Rechnungsjahr 1927/28 betragen die Einnahmen 15 26üMk. die Ausgaben («inschl. der Landes Umlage von 12 718 Mk.) 45 730 Mk. sodaß sich ein Abmangel von 30 470Mk. ergibt. Es wurde beschlossen, zu dessen Deckung eine Umlage von 11 Prozent aus dem einfachen Betrag der Einkommensteuer für 1926 und au» dem dreifachen Betrag der Vermögenssteuer auf 1. Januar 1925 zu erheben, wovon 6,5 Prozent auf die Gemeindeumlage und nach dem Beschluß der Israelitischen Landesversammlung 4,5 Prozent auf di« Landesumlage entsallen. Im Vorjahr hatte di« Gemeindeumlage 8 Proz. und die Landesumlage 3,75 Prozent betragen, sodaß der diesjährige Airchensteuersatz trotz der Erhöhung der Landesumlage eine Ermäßigung von 0,75 Prozent darstellt. Nachdem die Landesumlage schon durch Erlaß des Kultministeriums vom 17. 2. 28 für vollziehbar .erklärt worden ist, wurde inzwischen auch die Gemeindeumlage durch den Oberrat genehmigt und vom Oberamt Ulm für vollziehbar erklärt. Di« Renovierung an der im Jahr 1873 erbauten Synagoge läßt sich nicht länger ausschieben. Es wird nunmehr ein Architekt mit der Erstattung eine- Gutachtenüber die notwendig vorzunehmenden Arbeiten und deren lkosten beauftragt. Di« Baukosten sollen nicht aus laufenden Mitteln, sondern durch Aufnahme eines in 20 bis 25 Jahren zu amortisierenden Darlehens gedeckt werden: di« endgültige Beschlußfassung darüber findet erst nach der Genehmigung de» Gutachten» sowie des Voranschlags statt. Dr. H. n. Ul«. Durch die Anwesenheit unseres zukünftigen Rabbiners, Dr. E o h n - Stuttgart, erhielten die beiden letzten Peßachtage eine besonders festliche Weihe. In einer seierlichen Predigt, der Rabbiner Dr. Cohn das Schriftwort „Unsere Tag« lehre uns zählen, daß wir ein weises Herz erlangen" zugrunde legte, gipfelte der Gottesdienst. Di« Ansprache machte auf alle Zuhörer den nachhaltigsten Eindruck. Ul«. Am 13. April ds. Js. wurden di« irdische» Rest« der in München gestorbenen Frau Bertha Wolf, geb. Rosengart, an der Seite ihres im Jahre 1903 verschiedenen Gatten aus dem hiesigen Friedhof beigesetzt. Di« Verblichene war am 27. 3. 1849 in Buttenhausen geboren, aber schon in den fünfziger Jahren de» vorigen Jahrhunderts nach Blaubeuren verzogen. Als Tochter einer großen Familie verheiratete sie sich daselbst im Jahre 1871. Der Stadtvorstand von Blaubeuren hatte für dir Hochzeit den Rathaussaal zur Verfügung gestellt. Kurz« Zeit hernach siedelt« sie mit ihrer FamUi« nach Ulm über. Hier entfaltete sie als Ausschußmitglied und Vorsteherin des israelitischen Frauen« Vereins in einer langen Reihe von Jahren eine äußerst fruchtbar« Tätigkeit auf allen Gebieten der Nächstenliebe ohne Unterschied des Glaubens und Standes. Ihr tief ausgeprägter Familiensinn, durchdrungen von jüdisch-religiösem Empfinden, war insbesondere Triäbseder ihrer geradezu vorbildlichen Hingabe und Opfer« bereitschast. Ihre guten Werke werden durch ein treues Gedenken fortwirlrn. Ul«. Im hiesigen Jugendbund sprach am 2. April Lehrer Spier aus Haigerloch über das Thema: Di« heutige Situation der Judenheit und de» Judentums. Der Bortragend« wollte mit seine» Darlegungen nicht eigentlich neu« Tatsachen bringen. Er wollt« vielmehr «in möglichst eindringliche» Bild von der Lag« der jüdischen Gemeinschaft und des Judentums geben, um so junge jüdische Menschen auf ihr« Verpflichtung beiden gegenüber hinzuweisen. Daß es ihm gelang, da» Interesse der Zuhörer für die berührten Probleme zu wecken, bewies die lebhafte Aussprache, die sich bis zur Mitter- » nachtsstunde hinzog und di« sich besonders um den Fragenkomplex: Judentum als Volksgemeinschaft oder Religionsgemeinschast und Religionsgesetz oder religiöse Ethik bewegtt. - - 39 - FerienfortbUdungskurs am 15./16. April 1928 für die Rabbiner und ReligionSlehrtr des Landes. Am 15. und 16. April 1928 fand in den Räumen des Württ. Wirtschaftsministeriums, Lindenstraße 4, der diesjährige Ferienfortbildungskurs für die Rabbiner und Religionslehrer des Landes statt. Fast sämtliche Beamte der Jsr. Religionsgemeinschaft waren anwesend. Zum 1. Vortrag von Rabbiner Tr. Tänzer-Göppingen „Das Gesetz in Betreff der öffentlichen Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen vom 25. April 1928 (Reg.-Bl. S. 301) im Lichte der Geschichte" waren Bertreter der jüdischen Vereine Stuttgarts erschienen. Im Namen des Israelitischen Oberrats begrüßte der Präsident, Regierungsrat Tr. Rördl i n g e r, die Anwesenden. Stadtrabbiner Dr. Rieger, der Leiter des Kurses, verlas einige Begrüßungs- und Entschuldigungsschreiben, darunter eines des Verbands Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Dr. Rieger überbrachte die Nnladung des Jsr. Borsteheramts Stuttgart zu einem gemütlichen Beisammensein mit Abendessen im Logenlokal. Als Vertreter Badens war Rabbiner Dr. Schiff erschienen. ~ Hieraus ergriff Rabbiner Dr. Tänzer, Göppingen, das Wort zu seinem zweistündigen Bortrag. — Der Redner bemerkte, daß es in wenigen Tagen 100 Jahre sein werden, seitdem das Ge- HEILBRONN Karl Gertler Juwelier SpezIalltAti Bnickmanit- Sllber-Bastacke Kaiserstr. KUSZWAKEN LZ Strample, TrUMtWflMkC WHWRTf ehender ■. JULIUS NÄGELE SCHOKOLADENHAUS HEILBRONN a. N. 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