Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 2 (16.4.1928)
- Date
- 1928-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/4904101-5441815-5443013--1835-4905827- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- «27 aber auch fein Brot gegeben?" „Weil ich weiß, was hungern heißt!" „Was will er denn heute essen, oder hat er noch einen Vorrat?" „Nein, gnädiger Herr, aber ich bin das Fasten eher gewöhnt als jene Leute; nebst den uns gebotenen sechs Fasttagen, habe ich schon manchen Tag saften müssen. Morgen habe ich wieder Brot." „Er ist doch kein Jude? diese haben gebotene Fasttage." „Gnädiger Herr, allerdings bin ich Jude." „Wie kommt das? die Juden zahlen doch für jeden gezogenen Mann ein Aversum an die Kriegskasse?" „Mein Vater war Einläger") in W. . . da sagten die Gemeinden: wir seien nicht einheimisch, die Kasse sei nicht sür uns; übrigens diene ich meinem König gern." „Wie stark ist seine Familie, und mit was nährt ihr euch?" „Früher, als noch der Judenleibzoll war, konnten wir ungehindert mit unserem kleinen Kram hausieren. Wir handelten mit Kurzwaren: Bändel, Faden, Knöpfe, Nadeln, Brillen u. d. g. und erhielten uns so ziemlich gut; jetzt hat dies aufgehört. Mein Vater sucht durch Botengänge und durch Kommissionen, meine Mutter und Schwester durch Aushilfe in Haushaltungen, Kranken- und Wöchnerinnenpflege etwas zu verdienen, es geht aber öfters knapp her." „Glaubt er seine Eltern subsistieren zu können, wenn ihm das Hausieren erlaubt würde?" „Ja gewiß, gnädiger Herr, wir wissen uns zu begnügen." Hierauf sprach der König etwas in einer fremden Sprache, wahrscheinlich französisch, mit dem General. Tiefer zog ein unbeschriebenes Blatt aus der Brieftasche und schrieb mit einem Bleistift darauf und gab es dem König. Dieser schrieb darunter, falzte es und gab es dem Soldaten mit den Worten: „Ties trag er auf die Kriegskanzlei, und warte er bei Götsch auf den Erfolg." Götsch Freudenthal war Hosfaktor, ein Mann von treffendem Witz, eine beliebte Person bei Hofe, besonders bei dem Könige; übrigens ein wahrer Jehudi von altem Schlage. Unser Soldat wurde auf der Kriegskanzlei von dem Kanzlei-' diener wie gewöhnlich mit den Worten: „Was will er? Was hat er?" empfangen. „Ein Herr hat in der neuen Anlage mir dieses gegeben, ich soll es auf die Kriegskanzlei tragen." „Geb' er her!" Da das Billett nicht versiegelt war und keine Aufschrift trug, las es der Kanzleidiener und ward höflicher. — „Warten Sie einen Augenblick, ich will Sie bei Sr. Exzellenz melden." Nach kurzer Zeit kam er wieder. „Sie können bei Sr. Exzellenz eintreten." — Der Minister: „Wo hat er den König gesprochen?" „In der neuen Anlage, Exzellenz, wo ich Wache stand." „Wie ist das zugegangen?" Ter Soldat erzählte den Hergang. „So! er bekommt den Abschied und hier eine Anweisung auf 150 fl., die er bei Götsch erheben kann. Warte er bei Götsch, bis die Sache ausgefertigt ist." Man kann sich denken, welche Freude unser Mann bei dieser Nachricht empfand. Er traf Götsch nicht zu Hause an, wurde aber von seiner Gattin — einer jüdischen Hausfrau — freundlich empfangen und gut bewirtet. Als Götsch nach Hause kam, übergab der Beglückte ihm die Schrift und erzählte den Hergang. Unser Mann hielt einen guten Sabbath in Stuttgart. Tie Woche darauf erhielt er seinen Abschied, das Heimatrecht für seine Eltern und. ein Patent, mit Kurzwaren in ganz Württemberg hausieren zu dürfen. (Aus dem Jahrgang 1870 des „Israelit".) *) Einläger waren solche Heimatlose, die dahin verwiesen wnrden, wo sie geboren oder kopuliert wurden. Aus Grund langjähriger, vielseitiger und gründlicher Erfahrungen im Bau von Fernsprechern ist es gelungen, einen den Bedürfnissen der Schwerhörigen vorzüglich angepaßten elektrischen Hör-Apparat» den Phonophor, zu schassen. Mit Hilfe de» Sie««»»-Ptz»»»ph»r» kann jeder Schwerhörige, bei dem künstliche Hörmittel über- Haupt noch eine Wirkung auszuüben vermögen, an jeder Unterhaltung, an Theateraufsührungen, Konzerten und Borträgen teilnehmen und in Versammlungen und Zusammenkünften dem gesprochenen Worte mit Verständnis folgen. Der Phonophor verschafft daher dem Schwerhörigen wieder Genuß und Freude am Leben und ermöglicht es ihm, ohne Schwierigkeit seinen Bcrujsarbeiten obzuliegen. link nr FMcrni As naMscrta ns fcs UrtnliK «ntar tu isniHtMlaOlrtliafetri MC orflfL fl»det am *ouUg> April warm. 10 '/* Uhr Im Urtel. GemdadelMU, Hospllalstr. 96 statt. Der Aoudiui. 1. Geidtlfliberldit; 2 Keucnberldit und Entfaltung des Kasslers; 3. Vcrxhlcdene*. Sfamflietsnac&rii&tets. Stuttgart. Verlobte: Hildegard Andorn, Krefeld, mit Ltto Heffenthaler. Ttlly Halberstadt, Wiesbaden-Biebrich, mit Max Bloch. Stuttgart, Cqlwrrstr. 4 ULM pniHRiiiiiiiiiiiiiiiNiniiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiuiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiyg B KONDITOREI UND CAFE 1 TRÖGLEN / ULM _ Spesial-Geschäfl für Bestellungen I Ü Gegr. Pünktlicher Versand nach auswärts | I 1811 Feinste Praline eigener Herstellung W gBnmHnnmimiiiiiiiiiiimiintnimmiiiiiiiiBitt—HMiimmmumiiiiBmiiiinwiiimiuiuimiiiiig Blumanladon Hermann Uietzen Ulm / Fraiianstrako 21 naban d. Stadtpoet (Trambehrv-HattaetaJIa) empfiehlt /Sr Jede Gelegenheit passend Bitte beachten Sie die Schändender - 1 Munster» Drogerie Apoih. L. FEES Hlrsdishra£e 26 Sämtliche Artikel s. Körperpflege, Verbandsstoffe, Drogen und Chemikalien in nur bester Quadiät bei fachmännischer Bedienung Pf aff - Näh maschinenhaus Inhaber: Otto Pabst Fernsprecher 4<4 Ulm a. D. Hirschstraße Nr.* L N. Berahelmcr ULM a. D. | Münsterplatz §§ | Erstes Haus für: i Damenkonfekilon / Kleldcr-Sfofle Größtes Lager in: TEPPICHEN, LÄUFER, DECKEN usw. Galt Boiler Gute Käse kanten Sie vorteilhaft bei Heinrich Rohmann frtiUü-, Biurul Uu-iutitt Fraaeastrafe 27 - Teleloa II Adolf Simon / JXJ'i“.' (Ärztlich geprüft — System Mander) Hafenbad 1 (Fiünsterplalx) — Fernsprecher Nr* 1163 Spredistundet» Montag b. Freitag 6*/r 12 u. 2-6'/» Samstags 6' /g-4 Nagelpflege (Pedlcnre) Idi Welse auf die Bequemlichkeit des bei mir ln Gebrauth stehenden Mauder'sdien?edteure Stuhls hin, auf welchem sSmtllche Behandlungen ohne Messer vorgenommen werden können KUNSTHAUS GÖBEL Feine Einrahmungen Anton Dillenz MALERMEIS ^FvE R ULM A. DONaV GLÖCKLERSTRASSE S6, FERNSPRECHER 600 »dbooe ° MOHREN-APOTHEKE | AUGUST HEISS | ALLOPATHIE UND HOMÖOPATHIE o GROSSES SPEZIALITÄTEN-LAGER 0 o o FERNSPRECHER Nr. 29* goMmoitrtrTaxxBuoBoooooogc FRITZ FRANK* Gipserand StakkateargeichSfl U L M a. Donau Marktplatz IS, Tal 1627 i AusfflMnmi slmtl. Gipser' a. Stukkateurarbetien » TemienCoutsu. ■akltzarkellea HEINRICH NEHER ULM a. D.» Hauptwach-Plats Korbwarm, Kln derwagen Bürstenwaren, Rohrmöbel Bigene Fabrikation / Reparaturen ROBERT SCBNE1DER ■■haben CH*. BREHM BAUFLASCHNEREI Waschd. Bade-EtarkhlnagcB Gas-, oad WtMcr.Aal*|c, Fernsprecher 966 / UbiKiyuK IS ALOIS LECHNER SQdl. MOnsterplatz 30 - Haus Kilian Straub Uhren-Spezialhaus Reparaturen smmnfffliiiRnnniiiiimiinnuiiniiiimiRininmnimimimnmnmfiRinnitiiniuuiiiMiiiiiiiii^ | Franz Morgenröiher | ^ARCHITEKT I Bautechnisches Büro ULMa.D. | _ Sedanstr.147 | Telefon10t9 | Iiiiniiniiiiuiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiil SCHIRME u. STÖCKE beste Qualität, größte Auswahl Reparaturen aller Art rasch und billig Schirmfabrik Göbel nur BOCkpaua s, Telephon 123 Loheland- Gymnastik Lehrwelse v. Rohden-Langgaard Unterlicht erteilen Maria Brassart Otsastr. t Q. KunsaaiUllor LHMeostetnstr. iS (ilIäyäiri1fä)fi1(ä)(B)(iirölfö1(ä|fä]rafil(B}(ÖKjjrfiiröTä)fiyittöl(ö)|¥)(aflä]fä)fä|[ä)(al S 0 i Julius Grosse, Neu-Ulm | Krankenhaasstra(e 9 Üj Fernsprecher Nr. 126 Amt Nea-Ulm (5) S Färberei und chemische Reinigung | Gardinen-Wäscherei _ l5imii1l«ll«IBBIBigBIBBHjIgllälB(gBllglBllältellälBläHjlBBBSBB Konditorei » 1 Neu-Ulm 1 Qualitätserzeugnisse JOS. FREYBERGER Neu-Ulm a KUNSTGEW. SCHREINER WERKSTÄTTEN Btksnak pdiafcs« Arbeit — AsftnciMM F