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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-04-16 · 2 (16.4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
2 (16.4.1928)
Date
1928-04-16
Page
[Seite] (sequence 8)
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fuiftoniabcnbe großen Anklang finden. Frau Liefet Erlanger erstattete sodann «inen ausführlichen Bericht über die Tagung des Württemb. Hohenz. Landesverbands des jüd. Frauenbundes. Die mit Wärme und Uebcrzeugungskrast gemachten Ausführungen von Frau Jda Marx ließen erkennen, daß sie mit außerordentlichem Fleiß sich in die nicht leichte Materie cnigearbeitet hatte. Langanhaltender Beifall lohnte ihren ausgezeichneten Bortrag. Ulm. Ter Jsr. Wohltätigkcitsverein Ulm hielt am Samstag, 7. April, im Bahnhofhotel seine oroentlicl'^ Hauptversammlung ob. Ter Borsipende, I akob Guggcnheiiner, begrüßte die Erschienenen. Er gedachte vor al.en der im abgelaufenen Jahre verüorbcnen Milglieder, die von den Anwesenden durch Erbebe» von ilireu Sipe» geehrt wurden. Tief empfundene Worte des Tantes widmete er dem sel. Rabbiner Tr. F. Straßburger, deisen vorbildliches Wirken keine ,;eu ke.uule. Lein Ram: loird dem Brrein ein dauernde-.- Bermächtnis bleiben. Tic Anschaffung einer Tbcraschmiuke-:- zum ehtenvollen Gedenken deS Ber» blichcneii wurde vom Ausschuß schon früher beschlossen Eine -Anregung von Sally Steiner, «ine „Tr. F. Straßburger-Stiftung" zu Gunsten von Armen und Bedürftigen zu errichten, wurde mit allgemeiner Zustimmung ausgenommen. Vom Schriftführer, Rcchlsanivall «'lump, wurde sodann das Protokoll der voriäbrigcn Persammlung verlesen. Tic Ausgestaltung des Wanderarir.envereins, der in gewisser Abhängigkeit voni Wobltätigkeilsverein steht, soll einer späteren Versammlung vorb.hilten bleiben. Leopold Hilb. der >ta sier des Vereins, erstattete den tiafsenbericht, der als erfreulich bezeichnet werden konnte. Nach Angabe der im texten Jahre dem Verein zugcwiesenen Geschenke und Spenden richtete L. Hilb noch treffende und be> herrigcusn e.tc Worte an die Mitglieder und forderte zur treuen Erfüllung ,ih:er Pflichten auf. Zum Schluß brach-ie H. Steine. der Leitung des Vereins den wohlveldienten Tank der Versammlung gebührend zum Ausdruck. | Verein zar Abwehr des Antisemitismus g i OrlSiirappe Stuttgart 1 | Donnerstag, 19. April 1928, abend* 8 Uhr | | im Stadigartentaal | | Oeffentl. Versammlung j | Vox trag Ton | (Geb Bat Professor OrJalttr Sitz, Leipzig I Ober: H 1 ..Antisemitismus im Denen tfentsdien 8 l Reim seit 1879“ - W Hieiu Ist jedermann freundlich eingeladen. W IiiiiiiuiininniiiiiiiiiniiiiuiiiiiiiiiiiiiiiinininninininimimnimiiuiiiHiiiiiimHinmnininn Aus der Welt des Judentums. Di« Hauptversammlung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Ter Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat am Sonntag, den 1. April, und Montag, den 2. April 1928, seine außerordentliche Hauptversammlung im Logenhaus, Berlin, Kleiststr. 10, abgehalte». Tie Tagung beschästigte sich mit den Problemen, die die Hauplausgabe des Bundes bilden: Sicdlungskätigkeit, Aufrechterhaltung der inneren Neutralität und damit Entgiftung des politischen Lebens, starke Zusammenfassung aller am Weltkriege beteiligten Kameraden und Be^ Handlung der sozialen Fragen. . Tie Tagung war aus allen Gauen Teutschlands zahlreich besucht. Wie der Vorsitzende in seiner Begrüßungsansprache feststellen konnte, hat der Bund im vergangerten Jahre eine erfreuliche Ausdehnung genommen. Er zählt über 500 Lrtsgruppen im ganzen Teutschen Reich. (J.T.A.) Hermann Cohen-Ehrung durch sein« Vaterstadt. Tie Stadtverwaltung von Coswig in Anhalt, dem Geburtsorte des Philosophen Hermann Co^ hen, hat den Beschluß gefaßt, anläßlich der zehnten Wiederkehr von Cohen's Todestag eine Gedenktafel ani Geburtshause des Philosophen anzubringen. (J.T.A.) Der Rücktritt des Lbrr/abbinrrs von Rotterdam. Ter Lberrabbiner von Rotterdam, Tr. B. L. Ritter, der feil 40 Jahren dieses Antt bekleidet, trat am 1. April zurück. Grund zu seinem Rücktritt ist die im Vorstand der Rotterdamer jüdischen Gemeinde mit 11 gegen 3 Stimmen erfolgte Ablehnung seines Antrags, in die Statuten der Gemeinde eine Bestimmung aufzunehmen, daß Juden, die Ehen mit Christen - 26 - eingehen, ihrer Rechte innerhalb der Gemeinde verlustig gehen. (J.T.A.) Ei»' und «uswauderuug iu Palästina 1927. Nach dem soeben erschienenen offiziellen Bericht der Regierung betrug die Zahl der Ein Wanderer -in Palästina 1927 2713, während die 'Zahl der Auswanderer in dem gleichen Jahre 5091 betrug. Tie Zahl der Auswanderer übersteigt die der Einwanderer um 2378. (J.T.A.) Legin« der jüdischen Siedlung i« Liro-Lidscha«. 21 Agronomen haben der amtlichen Komzet ihre Kräfte zur Vorbereitung der Kolonisationsarbeit in Biro-Bidschan angeboten; sie sind bereit, sich sofort nach diesem Rayon zu begeben. In dem Städtchen Prilutzki haben sich 100 jüdische Familien zu einer Kolonisattzmsgesellschaft zusammengetan, die schon im Monat April unter der Führung von Agronjomen die Reise nach Biro-Bidschan im Fernen Osten antritt, wo sie sich landwirtschaftlich betätigen will. (J.T.A.) Jüdische Farmer in de« Vereinigte» Staaten. Tic „Jewish Agricultural Society of Newyork" meldet in ihrem letzten Jahresbericht, daß 75 000 Juden in den Vereinigten Staaten Ackerbau und Viehzucht betreiben. Im Jahre 1900 waren es ihrer kaum 1000. Jetzt nennen sie 1000000 Acres ihr Eigentum, mit einem eingeschätzten Wert von Tollar 100000000. Man findet jüdische Farmer in allen Zweigen des Ackerbaus und der Lbstkultur, und überall haben sie gute Erfolge erzielt. Tie Jewish Agricultural Society, welche im Jahre 1900 gegründet wurde, hat die'e,chack to the farm" (zurück aufs Land)-Bewegung unter den Juden befördert. Sie geht den Farmern mit Rat und Tat an die Hand. Hauptsächlich sind es russische und polnische Einwanderer, welche sich auf dem Lande an icdeln. Jahrhunderle.ang war ihren Vorfahren in Rußland und Polen der Ackerbau verboten. Jetzt, in einem freien Lande, wenden sie sich wieder einem Berufe zu, den ihre Vorfahren schon in biblischen Zeiten betrieben. Dir Zahl der Jude« in Rewyorl. Laut der soeben abgeschlossenen Volkszählung im Staate Newyork beträgt die Zahl der jüdischen Einwohner von Groß-Newyork 1.728.000. (J.T.A.) _ Der König von Württemberg u. der jüdische Soldat. Als König Friedrich I. von Württemberg zum König erhoben wurde, suchte er seine Residenz Stuttgart durch Anlegung neuer Straßen und schöner Gebäude und durch Park- und Gartenanlagen zu verschönern. Um diese Arbeiten zu beschleunigen, mußten zur Hilfe der Gärtner die Zuchthaushäftlinge herangezogen werden. Um den Fortgang seiner Anordnungen zu beobachten, ging der König, wenn es die Witterung zuließ, täglich in den Anlagen spazieren. Bei diesen Spaziergängen war der General v. Tylin sein beständiger Begleiter. Bei einem dieser Spaziergänge ließen sie sich nicht weit von einem Wachtposten auf einer Bank nieder. Während sie dasaßen, kam ein Trupp Sträflinge, die hier arbeiten sollten, an. Wie diese alle Personen, bei denen sie vorüberkamen, anzubetteln gewohnt waren, so gingen sie auch den wachhabenden Soldaten um eine Gabe an. Der König bemerkte, daß der Mann jedem etwas gab, und, als ihm die Münze ausging, sein Brot aus seinem Brotsacke unter ihnen verteilte. Diese außergewöhnliche Handlung erregte die Aufmerksamkeit des Königs so sehr, daß er sagte: „Diesen Mann muß ich kennen lernen, gehen Sie und rufen Sie ihn hierher." Der General, welcher durch seine Uniform a.i solcher kenntlich war, ging zu dem Soldaten. Dieser präsentierte das Gewehr. „Ter Herr auf der Bank dort will ihn sprechen." „Exzellenz wissen: ein Soldat darf seinen Posten nicht verlassen." „Gut, ich werde ihn ablüsen lassen." Ter General ging auf das nächste Nachtlokal und ließ ihn ablösen. Der Soldat ging, wie von ihm verlangt wurde, machte vor dem König seine Honneurs und blieb ehrfurchtsvoll vor ihm stehen. Ter König: „Was hat er den Sträflingen gegeben?" „Gnädiger Herr! was ich bei mir hatte." „Was war das" „Meine Wochenlöhnung, die ich heute gefaßt habe." „Er hat ihnen HEILBRONN Auskunftei und Deiekilvbfiro Tu. 1729 „WOrttembergla“ Ten 7zs HEILBRONN «. N.f Frankfurters*»*« Nr. 7 Erste« Fzdilutthii (Ar AuskAafte Aber VtiaBg». Rai. Credltflhlgkeit SpcfUlltilt FaaiUea* o. tfeirais-Aaskünfie W )ennann cßade Z I EIGENE SCHIRMFABRIKATION | | Herrenhüte Spazierstöcke ff 1 Ecke Kaiser, u. 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