Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 24 (16.3.1928)
- Date
- 1928-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 9)
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mutigen (der sog. Konzerne), die Zunahme der öffentlichen Betriebe mit der Gleichmacherei der in ihnen Beschäftigten und schließlich die Rationalisierung mit ihren Einschränkungen. Diese vier Neubildungen im deutschen Wirtschaftsleben sind für den jüdischen Mitbewerberkreis von größerer Bedeutung geworden als für den nichtjüdischen. Denn jede Gleichmacherei oder Verbeamtung ist insofern judenfeindlich, als sie den gleiches leistenden christlichen Bewerber im allgemeinen bevorzugt. Wo die höhere Leistung verlangt wird, ist diese Gefahr behoben, weil dort auch die höhere Leistung bewertet wird. Wo diese Bewertung versagt, wirkt sie katastrophal auf die jüdische Mitbewerberschaft. So wie es eine Beamtenhierarchie gibt, die instinktiv Eindringlinge abwehrt, so ist in Deutschland eine Angestelltenhierarchie im Entstehen. Alle Deklamationen gegen diese ernsten Tatsachen sind wirkungslos. Klug ist, wer mit den Wirklichkeiten rechnet, und die Ausschließung der jüdischen Mitbewerber aus dem Angestelltenkreis innerhalb dieser vier Neubildungen ist nun einmal eine Tatsache! In ihrer Weiterentwicklung liegt aber die Garantie ihrer Wandlung. Es ist unbezweifelbar, daß sich auch in den Kartellen, in den Kon- 727 - I zernen und in den öffentlichen Betrieben der natürliche Wettbewerb, der bisher noch ausgeschaltet scheint, zwangsläufig entwickeln wird. Damit ist aber der einzige natürliche Ausweg aus der so schmerzlich empfundenen Kalamität der Aussperrung jüdischer Mitbewerber gewiesen. Tie moderne Riesenorganisation verlangt Spitzenleistungen. Sie wird sich von der Angestelltenhierarchie auf die Dauer nicht einengen oder erdrosseln lassen. Der wirtschaftliche Pionier wird bald den Durchschnittsarbeiter hinter sich lassen. Es ist selbstverständlich, daß trotz dieser sicheren Hoffnung auf eine gesunde Entwicklung der Großbetriebe der Kampf um die Gleichberechtigung im Wirtschaftswettbewerb eine natürliche Forderung für die jüdischen Deutschen bleibt. Tie politische Gleichberechtigung verlangt als notwendige Ergänzung die wirtschaftliche Gleichstellung. Das gilt für alle Großbetriebe, aber in erster Linie für die staatlichen und städtischen Betriebe, die aus öffentlichen Mitteln-gespeist werden. Das beste Mittel zur Verwirklichung der Gleichstellung bleibt aber auch hier die jüdische Oualitätsleistung. Wie der Jude auf allen Gebieten der Betätigung die Höherleistung Nachweisen muß, so muß auch der jüdische Angr- 9uqeiHt-Fü»'Bekiek]uiH) P&tO'Sctiuti'Haus 8chul-Sf rasse-7 Snder freuen si ,Jfe/fo”KonigiIc 9uaend'FüssBeKiei(ftino w mm