Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 23 (1.3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
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[ - 711 - richte», die als altvertrautes Gut zum festen Bestand des jüdischen Gottesdienstes gehören. Das ks ist eine Geschmacklosigkeit, die vom Standpunkt jeder Kultur unverzeihlich erscheint. Ein christlicher »Zuhörer, der im Theater neben mir saß, hat sei-. ncn Abscheu gegen eine derartige Blasphemie jüdischer Künstler dem eigenen Bekenntnis gegenüber unverblümter ausgedrückt, als "es das Prozeßgesetz gestattet. Als Rudolf Schildkraut vor kurzem in einem amerikanischen Film mitgewirkt, der einzelne Judenchpen gehässig darstellte, war die gesamte Presse einmütig in der Verurteilung dieser Charakterschwäche. Was hier von Juden geboten wurde, übertrifft noch diese Charakterlosigkeit und gehört außerdem zu d n'Fell rn der sonst so glänzenden Regie. Sie täte besser, diese Gebete zu streichen oder sie mindestens in lateinischer Sprache verrichten zu lassen. Das Hebräische mag auf der Bühne in Stücken, die eine feierliche Pathetik erfordern, berechtigt sein. In Stücken, die einem nichtjüdischen Gedankenkreis entstammen oder ihn darstellen wollen und in Darstellungen aus dem jiddisch-chassidischen Milieu ist es unberechtigt. Dr. R i e g e r. Wanderbettel «och immer ei« gutes Geschäft i« Württemberg. Die Zentralstelle der jüdischen Wanderfürsorge für Baden und Pfalz veröffentlicht den folgenden Brief, der auch die Württemherger Wohltäter besonders interessieren wird. Mannheim, den 5. 12. 1927. Sehr geehrter Herr Muskat! Wie Sie mich jetzt sehen und mich richtig al§ Schnorrer beurteilen, denn Sie haben Erfahrung genug, um Echtes vom Unechten zu unterscheiden, sehe ich mich gezwungen. Ihnen gegenüber nicht nur Ihre Ansicht über meine Persoy als richtig zu erklären, sondern auch Ihnen beichten zu müssen. Es sind jetzt vier Jahre her, als ich begönne,» habe, dies unselige Handwerk auszuüben. Ich bin ein Sohn achtbarer Eltern^ habe auch reiche, angesehene Verwandte hier in Deutschland, und es war nur Abenteuerlust, die mich dazu verleitete, von Stadt zu Stadt und von Land zu Land zu ziehen. Schon in meiner Jugendzeit verübte ich manch« tolle Streiche, es kam der Krieg, die Nachkriegszeit, die Inflation, die mir zu allen möglichen Unkorrektheiten verhelfen haben; später taten dies die Kameraden, die ich auf der Wanderschaft kennen lernte. Das waren zumeist routinierte Schnorrer, raffinierte Hochstapler, die mich in allen möglichen Tricks unterrichteten. Das Leben der Schnorrer ist nur auf Lüge aufgebaut und je besser man lügen kann, desto größeren Erfolg hak man zu verzeichnen. Ich habe oft schon die Leute HEILBRONN Wess AKircher, Musikhaus, Heilbronn a. N. Kieselmarkt 7 - Tel. 367 Ludwigeburg Wilhelmetr. 14 - Tel. 848 FlOgel - Pianos - Kunstspielinstrumente erste Fabrikate Sprechapparate Vox - Electrola - Klingsor usw. - Schallplatten aller Marken - Stets größtes Lager - Saiteninstrumente aller Art Reparaturwerkstatt« - Stimmungen - Umtausch Günstige Zahlungsbedingungen. ■iiinimiiimiiiiiiniinmiiiummiimn.nwMiuitm lPAUL HAAGER \ l MALERMEISTER : Fernruf 1053 - Fraaenweg 5 - Gcfr. 1M4 wiiiiiwwiwiiwii. iwwiiiiiiiiiwwwmimiiwl (JTO- REPARATUREN KRAFT-FAHRZEUGE ÖL-BENZIN-GUMMI PETER HAGELAUER PADUNBNSntAt» 15-IS TEL. 1S47 I JULIUS NÄGELE SCHOKOLADENHAUS HEILBRONN a.N. Kalsersfr. U, Telefon 1866 Kaffee / Tee und Kakao n, Takko