Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 23 (1.3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
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- 709 — Das Hebräische auf der Bühne. Ela Naivwort «astspiel de< Moskauer hebrLischea «üastlertheater« „Havima" t« «tuttgart. Und wenn mich begeisterte Schwärmer dafür verketzern — ich muß der Wahrheit die Ehre geben. daß die Stuttgarter Aufführung von An-Skis Dibbuk durch das Moskauer Theater nur in einem begrenzten Maße die Erwartungen erfüllt hat, welche eine enthusiasmierte Kritik geweckt hatte.' Gewiß, die einzelnen Schauspieler sind Künstler; einige von ihnen sind Meister in ihrem Fache und würden jeder europäischen Bühne Ehre machen. Die Pathetik des Chanan, die Rätselangst der Lea, die feierliche Größe des Meschullach (Bote) dürfen als Meisterleistungen gekennzeichnet werden. Die Bühnenbilder sind von künstlerischer Geschlossenheit und erinnern an klassische Gemälde altholländischer und moderner expressionisti- 'cher Maler. Das Zusammenspiel ist wirksam abgetönt und steht unter einer künstlerisch vollkommenen Regie. Wenn dennoch der Abend im Theater nicht jene Befriedigung auslöste, welche die große Zuschauerschar von ihm erwartete, so liegt das an Gründen, die nicht an der Oberfläche stehen. Zuerst das Stück! An-Aski, oder wie es wirklich heißt Salomon Rapaport, hat seine Jugend unter Chassidim, jenen phantastischen Kreisen mit ihrer Halbdunkeln Philosophie, verlckt. Die Eindrücke der Kindheit haben sich wie Märchenbilder aus der Kinderzeit in seine Seele eingeprägt und erscheinen in seinen mannigfaltigen Erzählungen und Dichtungen. Aber die Welt dieser Kindheit ist nicht hebräisch, sie ist jiddisch, und tatsächlich sind alle seine Werke ursprünglich in jiddischer Sprache gedacht und gedichtet. Diese jiddische Geisteswcl^ ist aber ein« seltsame Verbindung zwischen jüdischer Romantik und flawischer Sentimentalität. Dagegen ist da- Hebräische die Sprache der Psalmisten und Propheten, es hat kein« Töne für das weinerlich Sentimentale. Das Pathos der betenden Seüe und das Ethos der sittlichen Feierlichkeit, die mütterliche Klangschönheit religiösen Empfindms bilden die Klangwelt des Hebräischen. Darum muß für den Eingeweihten die Verbindung des Hebräischen mit der chassidischen Legende des Dibbuk wie eine unnatürliche Künstelei, wie eine widernatürliche Verpflanzung biblischen Ernstes auf flawisch-sentimentale Phantasterei empfunden werdm. Vom Lea-le an, mit dem die Mte die Braut ständig anredet, bis zu dem Bam-bam der singenden Chassidim ist das ganze Stück jiddisch, aber nicht hebräisch. Dazu kommt daß die Moskauer Künstler das Neuhebräische mit einer zu lässigen Tongebung sprechen. In apthetischen Stellen des Dibbuk, in denen die Schauspieler nicht sprechen, sondern deklamieren, erhält das Hebräische in ihrem Munde die rechte Klangfarbe. Dagegen verliert es diese, sobald das Gesprochene alltäglich und der Diskurs zum Plaudern wird. Nur einzelne Künstler und dies« nur in den feierlichsten Augenblicken der Dichtung wie Ehanan in der Szene, in der er das Hohelied der Kabbala anstinrmt, oder der Wunderrabbi, wenn er Gerichtstag hält und die gewaltige Beschwörung spricht, werden der Eigenart der hebräischen Klangschönheit gerecht. Der Uebergang vom Sprechen in das Singen, den alle Künstler ausnahmslos, wahrscheinlich als besonders charakteristisch vor allen Dingen in der erregten Stimmung verwenden, ist allerdings jiddisch, aber nicht hebräisch. Auch die Sprache der hebräischen Übersetzung CANNSTATT ESSLINCEN 17 L CHIRMMOSER CANNSTATT KAnltfcirate 41 / Tel. 275 empfiehlt teine eigenen Febrikeie SpaxkrstMic/Siodisddniie/Kcparatw *1 --|--—-... 1 DkMtM _ Apparat« ». Badarfa- | * Artikel empfiehlt preisw. Dinkeladcer L Cie Cannstatt, häntgstrafie *0 Slatei PMHrtMa mrlu stell a. Mte tflidf t Condttorel md (att SCHWAB! —all i KORSETTEN Hüfthalter, Brusthalter, Damenwäsche, Strümpfe nur lo. Qualitäten Maaufaktiir Ea MPyPI* EBIIngen / PllenaaustmBa 41 _ frltar PLOCM 'NnttteteteteteteteBwiteniteMBBteiiiiiffiiiip7 Lebensmittel und Feinkost Emil Knapp - Esslingen - Ecke Ptlensauu. obere Metzgerbachstr. - Tel. 701 Spirituosen - Weine - Konserven IliUlr Neu renorlert. - Gemütliche HlnmHrhlteiicn. Snlkliiil|e Erseogalite.