Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 23 (1.3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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-(>93diesc Zahl den unaufhaltsamen Verfall der familiären Energie, den Bankerott der Familie. Und f wenn die unerbittlichen Zahlen dartun, daß z. B. in Preußen im Jahre 1910 von 7602 in Mischehen geborenen Kindern 1799, also 23,7 o/o, in der jüdischen Religion erzogen wurden, während 76,3 »o dieser Kinder dem jüdischen Bekenntnis entfremdet wurden, so bezeugt diese Zahl, daß mit dem mangelnden Sinn für die Familie das Anwachsen der religiösen Indifferenz Hand in Hand geht. .hier liegt die Wurzel des Niederganges in unserer Jugend offen. Ihr ist die Religion durch das Elternhaus verekelt und dadurch geraubt worden. So leichtfertig, leichtsinnig hat kein Geschlecht gegen die Religion gesündigt wie das letzte. Noch vor 30 Jahren war ein gewisser Rest religiöser Uebung und gottesdienstlicher Frömmigkeit in unseren Familien selbstverständlich. Er hat sich inzwischen in ein Nichts verslnchtigt. Der Religionsunterricht steht auf verlorenem Posten, da ihm die Resonanz des Elternhauses fehlt. Diese Eltern mißachten ganz öffentlich das, was ihren Kindern als heilig und unverbrüchlich geschildert wird. Es gehört in diesen Zusammenhang, daß lediglich aus Gründen der Steuerflucht alljährlich Familien das Judentum verlassen, die bisher zu den älte sie» und angesehensten gehörten, daß also eine Gemeindesteuer, welche notorisch Begüterte ohne weiteres tragen können, sie zur Felonie, zur Fahnenflucht aus dem angestammten Glauben verführt. Wenn in Württemberg eine altjüdische Familie allein deshalb aus dem Judentum austritt, weil die Behörde auf Grund eines ministeriellen Erlasses verlangt, daß ihr Kind bis zum Schluß des Halbjahres während der Religionsstunde in dem Raum verbleibt, in dem anderen Kindern hebräischer Unterricht erteilt wird, so ist das ein furchtbares Beispiel, wie die kleinlichsten Gründe zu Rechtfertigungen des Austritts aus dem durch Familie und Tradition ererbten Väterglauben mißbraucht werden. Wie muß diese Tatsache auf das Kind wirken, das einmal erfahren wird, weshalb die Eltern den Väterglauben verlassen haben! In wundervollen Worten stellt der christliche Dichter Gutzkow in seinem „Uriel Acosta" dar, wie tief in unserem Volke dir Familie wurzelt. Wir müssen beschämt bekennen, daß er von einer toten Vergangenheit redet. Er hält unserer Zeit den Spiegel vor die Seele. Wenn sie doch sehen wollte! Oder gilt auch für unsere Zeit das Wort Gottes an Israel: „Sie sehen alles, aber sie bleiben bei ihrer Torheit"? Eltern, die ihre Kinder lieben, werden den rechten Weg sehen, um ihren Kindern das Beste zu erhalten: den Halt in der Familie und im Bekenntnis. Und nur zu solchen reden diese Zeilen. SfobsulUrgeA! Wegen reinerQjNA&o\ «hudiUldtgfoCkkddfkn and dank dte CaMnlnrtrttari Bcrtto-WliMndoitVIlhdnWrtid. M**knbar*U*eSlr» Bmln. Imduri Gotppcrt. HMdinitt. 4» Dresden. Otto Können». CIrauttuK » Frankfall o. M. RobuCFunk. Gr E»*enh«m«r Vr Hemkarg, Adolf (oras. Donsflkdi 4* KMn-Mdihefen. G<hM> Saorenfcou». G.m.b.H. 34Hparl_fk. Uran. Sllbuborsstt. »4»_ 4* x€.E.Hoff&Co.x Kohlenhandelsgesellschaft m. b. H. FrletrkMfrtfC 8, (am Friedrkhsplate) LAOEIll _ FERNSPRECHER 20790 . Nor ersfldamjc Brennmaterialien aller Art Sorgfältigste Belieferung l Unbedingte Garantie für abgeliefertes Gewicht