Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 19 (1.1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
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— 587 - einheben und selbst zu einem Kulturfaktor werden. Jede Geselligkeit sei somit eine gehobene, die Geist und Seele speist und fördert. Also nur edle Kunst bieten, jede Art von Kitsch sei aus demDarzubietenden verbannt. Die Geselligkeit soll unseren Sinn für das Schöne und für die echte Kunst wecken und speisen. 3. Im allgemeinen wehrt sich der junge Mensch gegen die Arbeit. Die Jugend besitzt den Arbeits- und Bildungsdrang nicht, den wir gewöhnlich bei ihr voraussetzen. Doch ist in aller gesunden Jugend diesem Trägheitsgesetz auch ein gewisses Gegengewicht beigegeben in dem jugendlichen Trieb zu reifen, zu wachsen, über das Jugendwesen hinauszukommen. Aber zuviel dürfen wir von der Lernarbeit in den Jugendbünden nicht erwarten. Dabei hüte man sich, diese Arbeit der Jugend zu leicht zu machen, sie zur Spielerei herabzudrücken. Denn die Arbeit hat ihre eigene Würde und ihre eigene Freiwilligkeit, die mit dem Verzicht und seiner Größe zusammenhängt. Sic verlangt Opfer und nur, wer sie bringt, darf die Früchte der Arbeit genießen. Der junge' Mensch soll in den Bünden eine neue Art von Arbeit kennen lernen, die sich von der landläufigen Schularbeit wesentlich unterscheidet. Die Jugend muß selbst aktiv dabei sein, die Arbeit vollziehe sich nach einem klaren Plane, schreite langsam vorwärts. Man vermeide also große Vorträge von hervorragenden Rednern. Diese können nur dann und wann als besondere Unterbrechung der gewohnten Arbeit auftreten, gleichsam in Feststunden. Die Arbeit soll nicht eine Einzelleistung, sondern eine Gesamtleistung darstellen. Sehr nahe kommen der besten Arbeitsweise in den Bünden die Görlitzer Freunde. Man lese nach, was sie im „Jugendbund" Nr. 11, Jahrgang 1927 darüber schreiben. - Bei aller Lernarbeit sind hauptsächlich zwei Dinge zu beachten. Alles Zusammensein mit der Jugend muß etwas von der warmen Beziehung von Mensch zu Mensch spüren lassen. Es muß im jugendlichen Eros begründet sein, in der Liebe zu dem lebendigen Schönen, das im Führer oder im Freunde verkörpert ist, in der Sehnsucht nach dem, was dem Einzelnen an seelischen Werten fehlt. In der Arbeitsgemeinschaft, beim Heimabend usf. sollte alle ein freundschaftliches Verhältnis umspannen, etwas Warmes, Gemütliches muß sich dabei einstellen. Aber dieser jugendliche Eros als wichtiger Erziehungsfaktor ist allein nicht in der Lage, eine Gruppe auf die Dauer zusammenzuhalten. Eine solche idyllische, auf Freundschaft ausgebaute Gemeinschaft — die immer eine Flucht vor der Wirklichkeit bedeutet und darum auch in der Jugendbewegung eine so große Rolle spielte — ist zu fthr aus persönlicherlebnishafte Basis gestellt. In dieser Sphäre entstehen leicht Konflikte, der Boden ist zu wenig gefestigt und darum wankend. Es muß deshalb als Gegengewicht ein zweites hinzukommen: nämlich eine bestimmte sachliche Aufgabe, ein In- <§) SßJruokolajde, * tfralimru MAUXION köstlich' Begehrt und Berühmt Unser Stuttgarter Haus ist eröffnen Sie finden dort unsere bekannt erstklass. JJc^Qpoiitats^Strümgfe Herren-So dre n, Kinder Strümpfe Damen- XVäsdie Jka-Strumpf GmbH. König str. ZI Stuttgart Köntgstr. ZI das führende Strumpf-Spcztalhaus E. SPINDLEK NACHFOLGER CARL MARTIN LANGESTRASSE 17 / FERNSPRECHER 22815 OPTIK Motzer L Krauß Stuttgart Köntgstr. 33 (licke Eberhards tr.J Damenkleidersftoffe Nur preiswerte Quelitfitsware GARDINEN C HR- FoLLnachr DIWAN-A BETT- 'hschJLvor- M0CNMAu6EN G.AUTSNRIETH Stuttgart Sophien-Stratse 38 beim alten Postplaiz Ru Nr. 64138 fort rasch Stempel-Baur, Stuttgart Alfred Baur 20 205999999999999945