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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-01-01 · 19 (1.1.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
19 (1.1.1928)
Date
1928-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
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— 586 — dervogelbewegung war nichts als eine Flucht vor dem Leben, das nicht gefiel, vor der Realität, eine Ausschaltung der Tatsächlichkeit. Heute haben wir kein richtiges Verhältnis mehr zu irgend etwas, was nach Utopie oder Romantik aussieht. Wenn wir darum einige Hinweise für die Arbeit in unseren Jugendvereinen geben, so wollen sie der neuen Sachlage in der Jugendbewegung weitgehend Rechnung tragen. Was soll die Jugend in ihren Bünden tun? 1. Am deutlichsten zeigt sich die Freude der Jugend an der Körperkultur: Baden, Sport, Wandern. Tie Jugend pflegt diese Tinge nicht nur darum so gern, weil sie die Blutzirkulation befördern, den Stosfwechsel beschleunigen, das Nervensystem anregen, sondern weil sie seelische Spannungen zur Entladung bringen, weil das Wachsen und Reifen eine innere Unruhe ver verursacht, die der junge Mensch in der Aufmerksamkeit für die Ausbildung und Pflege seines Körpers ableiten möchte. Biele wilde Triebe werden hier in wertvolle Energien umgeleitet: der Wille wird gestählt, die ungezügelten Kräfte in Zucht und Lrdnung genommen, dem Geist seine Spannkraft wieder zurückgegeben, Lustgefühle, die eine Ledenssteigerung und Lebensfreude bedeuten, werden hervorgerufen und gemeinschastsbildende Kräfte erzeugt und gepflegt. Freilich soll unsere Jugend nicht ein Sklave dieser Körperkultur werden, der sic jede freie Minute opfert, und die sie durch zahllose Wettspiele auf bedenkliche Abwege leitet. Gering zu werten ist das reine Sportinter» esse, das unsere Jugend auf jeden Sportplatz führt und sie nach jeder Sportzeitung greifen läßt, das aber nicht so stark ist, daß es den jungen Menschen zur aktiven Teilnahme an sportlichen Leistungen treibt. Auf diesem Gebiet soll unsere Jugend etwas leisten und nicht nur davon sprechen. 2. Gesunde Jugend ist gesellig und anschlußbedürftig. Sie sucht nach Ergänzung. Die Hoffnung, daß sich aus den Lebensformen der Jugendbewegung eine neuartigel Geselligkeit edlerer Art entwickeln würde, hat sich nicht erfüllt. Unsere Bünde könnten dahin streben, diese Schuld der Jugend einzulösen und dafür besorgt zu sein, daß unser geselliges Leben wieder Schönheit und Würde atme. Ich schließe mich hier unserem Jugendführer Dr. Löffler-Frankfurt a. M. an und stelle mit ihm an die Geselligkeit drei Forderungen: Sie diene der Entspannung, d. h. nicht, daß sie gar keine Ansprüche an unsere Aufnahmefähigkeit stelle, sondern, daß sie nur die teilweise Ermüdung berücksichtige, aber alle die Kräfte beanspruchte, die durch unsere Tagesarbcit brach liegen geblieben sind. Die meisten Menschen bringen zur Geselligkeit ein Geltungsbedürfnis mit, sie wollen dabei mittun. Es sollten bei jeder Geselligkeit also möglichst viele junge Menschen zu Mitträgern der Veranstaltung gemacht werden, also Vereinsorchester, Sprecher, Lautenspiel, Singgruppen. Endlich soll die Geselligkeit lebenssteigernd sein, uns also in die Sphäre wahrer Kultur hin- Buchhandlung Inhaber: H. Beck u. G. Dufayel STUTTGART PoststraBo 6 / Haus Stahleok / Tslsfon aseae FRIEDRICH STAHL Geschäftsstelle der „Freien Bühne Otto Hhmann, Stuttgart KnsgaugshaUe Anogangoballe Fernsprecher 209 91 - Postscheckkonto Stuttgart 251 OH Dürrer Thüringer Schokolade Tier Drannschtpeiger Pralinen Käse Durstwarea Keks Deine / Liköre / Weinbraad Obst / Südfrüchte / Reifeproviaat Spenalitär: Anrichten feinster kalter Platten ftote /. Stufig. Eilboten und- Transporttnstttur Klara Schopf Telephon SA. 602S7IS6IS9 RotebOhlstraße 07, Hths. Ecke Silber bargstrc\jic Transporte, Umzüge, Lagerungen, Botengänge aller Art, Kommission. Gehweg - Reinigung.’ iiuiniHiiiiitiimitiiimmiiimHiiMiiiiiiiiiHiiiiiiiH Umzüge Transporte aller Art besorgt billig und pOnktlidi per Auto. TransporfgeschÄtt _ E.Kalz Johiutttlr. 85 — TeL 64136 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiininiwitiHiiiiiiiiiuiiiiiiiiit

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