Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 19 (1.1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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— 582 - Charakterisiertes zu betrachten. Tie zionistische Ideologie ich will damit nicht an den Zio nismuS als solchen rühren bezeichnet das Leben der Juden unter den andern Völkern als eine Art Gespenstecdascin. Aber was kann ge svcnstischer sein als ein Leben gegen die kon freien Faktoren der Umwelt, die unauflöslich mir unserer Wirklichkeit verbunden sind? Ein Leben im Wartesaal, ein uneigentliches, slaues und sabrizicrtes Dasein, ohne Entspannung, ohne Arglosigkeit, ohne eine gerade Beziehung zur Lonne, die über unseren Häuptern steht, ein iro nisches gebrochenes skeptisches Leben in lauter Vorbehalten, ein Leben, bei dem man vielleicht ein seellose- Erwerbsgeschäst betreiben, aber ganz gewiß nicht geistig gedeihen kann. Geist und Leben wollen ansgreisen. Sie brauchen Raum und Arglosigkeit und direkte Beziehung, der ironische Vorbehali erwürgt sie." Es gibt gewiß auch eine schlechte, ovportunisti sche Assimilation, eine Assimilation aus minder wertigen, verwerflichen Motiven. Man muß aber von den Menschen und ihrem geschichtlichen Leben sehr wenig verstehen, um zu verkennen, daß das gegen die Grundindee nicht das Geringste be weist. Gott kann Mode werden so gut wie La tan, an das Höchste können sich die niedrig sten Motive hängen, und wenn es opportunistische Assimildnten gibt, so gibt es unzweifelhaft auch ebensoviele opportunistische Rationalisten: dafür Jüdisches Lehrhaus Stuttgart In unserer Vortragsreihe über die verschiedenen Richtungen innerhalb des Judentums spricht Sonntag, 15. Jan. 19Z8, abends 8 Uhr im grob. Saal des Ob. Museums, Kanzleistr. 11 Dr. Martin Buber „Vom Chassidismus” Die Mitglieder de» Vereins jadifches Lehrhaus und die Hörer von Lehrhauskursen haben gegen Vorzeigen ihrer Mitglied»- bezw. Hörerkarte freien Eintritt. Im übrigen sind Eintrittskarten zu M. 1.— erhältlich in Stuttgart: in der BOcherstube Bütow. RotebQhlstrasse 21, im Musikhaus Jakob, Königstrasse 25 sowie bei der Geschäftsstelle Hospitalstrasse 36; in Cannstatt: im Schuhwarenhaus iosef. Seelbergstrasse 11 und in H. Rettzels Hofbuchhandlung, Königstrasse 54. Am 26. Februar 1928 folgt ein Vortrag von Dr. Ernst Simon-Frankfurt Main über: „Idee u. Formen des Zionismus“ haben die europäischen Patriotismen eine erdrückende Fülle von Beispielen geliefert." Das sind Gedanken, welche die ganze Sinnlosigkeit und Kulturwidrigkeit der nationalen jü dischen Kreise gegenüber der Tatsache der Assimilation offenbaren. Sie sind die bindende Wider legung gegenüber der Geschichtsklitterung, mit der von bestimmter Seite gegen den jüdischen Liberalismus gearbeitet wird. Für diese angeblich wissenschaftliche Methode bezeichnend ist ein Vor trag „Wandlungen im Lcheralismus", den Rabbi ner Tr. Elk-Stettin am 24. Oktober in Mann heim und am 26. Oktober in München gehalten hat, über den das Mannheimer Israelitische Ge meindeblatt Nr. 11 und die Bayrische Israeli tische Gemeindezeitung Nr. 12 ausführlich bc richten. Angeblich kann das Judentum nur weiterbe steen, -renn Hinte i)m ein lebendiger Organis mus, das politisch national- Judentum steht. Reale Betrachtungsweise des Judentums erwartet allerdings einen anderen Schluß: solange das BERTHOLD AUERBACH> VEREIN Dienstag den 3. Januar 1928, Stuttgart-Loge, Cal werstr. 33, Hihs., abends 8 % Uhr spricht Frl. Martha StrantKannslalf aber „Babel Varnhagen“ * Dienstag, den 10. Januar 1928, abends 8 Uhr in den Rfiumen der Stuttgart-Loge. Calwerstr. 33, Hths- Vorfrad von Konsul Max Strand aber „Der Sduvarzbarfh-Prozeft“ * Zu dem am Sonntag, den 15. Jan. 1928, abends 8 Uhr im groben Saal des Oberen Museums stattfindenden vom Verein jüdisches Lehrhaus veranstalteten Vortrag von Dr. Martin Buber „Vom Chassidifmnf“ haben die Mitglieder des B. A. - V. freien Zutritt. Antröge zu der am 24. I. 192<S stattfindenden General-Versammlung wollen bis 17. 1.1928 schriftlich an Herrn Obersekretfir Wissmann, Neue Weinsteige 18, gerichtet werden. Wir suchen zu Ostern für 14 jährigen Knaben mit Realsdmlbfldnng nadb auswÄrti kaufm. Lahrstalla m. freier Station. Sabbatb frei. Angeb. erbeten an Isr Ffirsorgeamt, Stuttgart,Hospitalstr.3ö