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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-01-01 · 19 (1.1.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
19 (1.1.1928)
Date
1928-01-01
Page
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Gemeindezettang für die iftnclitifdicn Gemeinden Württembergs 8« )ng«pitl«; etnttUt0lid| 8«fUllgelO fOIpL 4 Retd)«mmk «urelimmm« IO Neichspfomtg J>of»fa|«*-Konto, Mt 5* Crftetnt monatlich rmetmal am 1. a. 1«. verlag- Fsraeltttsche verlagsmistall G. m. d. kj. tetafptechet S.-N. tSStt (mit ffit Detlagcabtlg.) Schrlftleltaag: Stodtroddtaer X>r. Rieger, Stuttgart Oiatiottenittaft« 13. flnjclg tnpttlsi M« «tn|palflg« nonpattUltjcUt obtt ötttn Kaum 30 Netch»pt«mitg famtUcmmjttg«n and klein« ftnjdgni di« KktajtU« to Retd)«Pfennig Reklame 1.30 R«td|«mmk Sei wiedettioinngen vetgtinsttgnn, IV. Jahrgang Stuttgart, 1. Januar 1?2$ Nr. W Rabbiner Dr. Ferdinand Sirassburger gestorben am 18. Dezember 19Z7. Am ersten Tage des Lichterweihefestes ist unmittelbar nach dem Einleitungsgottesdienste, bei dem er noch erhebende, begeisternde Worte an seine Gemeinde gerichtet, Rabbiner Tr. Ferdinand Straßburger in Ulm jäh aus dem Leben geschieden. Wohin die Schreckenskunde drang, weckte sie tiefste Trauer. Es war ja für al.e die Straßburger ge'annt, ganz unbegreilich daß dec jugend rische Mann, dieses Urbild sonniger Lebenssülle und froher Schaffenslrajt nicht mejr unter dcn Lebenden weilte. Es ging wie so oft im Leben: erst im Augenblick, da dieses Leben Erinnerung geworden, empfanden alle, die es geliebt, die ganze Größe des Verlustes. Vor ihnen allen stand der Mann mit den strahlenden Augen, mit dem goldenen Herzen, mit der empfindsamen Seele, der Mann mit der aufrichtigen Herzenssrömmigkeit, der umfassenden Nächstenliebe, der altjüdischen Gläubigkeit — und in seinem Scheiden empfanden alle, was ihnen der Verewigte gewesen ist. Ferdinand Straßburger war kein Theoretiker der Theologie, lein Grübler, keine Gelehrtennatur, dafür aber der wegbewußte, tatkräftige Menschenfreund, der gotterfüllte innerlich fromme Seelsorger. Was feiner Berufscrfafsung die besondere Note gab, war aber seine männliche Aufrichtigkeit, seine biedere Wahrhaftigkeit, seine Wahrheitsliebe ohne Menschepsurcht. Vinter jedem seiner Worte stand der Mann, sein Wort war seine Ehre; so wie er dachte, sprach er furchtlos und treu. In Sachen der Wahrheit war er unerbittlich, streng bis zur Härte. Tie Leisetreter mochten ihn deshalb nicht. Wer aber den Mann liebt, der zu seinem Worte steht, der verehrte ihn. Dabei war er das Vorbild des mildesten gütig sten Menschenfreundes, „ein Jünger Ahrons, lic bend den Frieden und chm nachstrebend, liebend die Menschcn und sie zu Gott leitend", ein Mann der gren- -enlostn Men'chen iebe, der in der Liebestätigkeit die heilige Krönung feines Amtes erkannt hatte. Kein Weg war ihm zu weit, keine Mühe zu groß, wenn es galt, ein Werk der Liebe zu fördern. Wer hilfesuchend zu ihm kam, wußte, daß ihm geholfen wurde, wenn Hilfe me nschenmöglich war. Der G.u dzug seiner Amtsführung war fromme Ehrfurcht vor feinem Amte. So wie er sich aus ernster Begeisterung dem Dienste seines Gottes gewicht, so erfüllte ihn bei jeder, auch bei der bescheidensten Amtshard.ung h iliger Ernst, die „Ehrfurcht vor der Gemeinde", wie ein Weiser in Israel die rechte Stimmung eines Lehrers in feinem Amte gekennzeichnet. Sein Lehramt in der Schule galt ihm als Gottesdienst; nur nach ernster Vorbereitung bestieg er die Kanzel. Er forderte von jedem, der im heiligen Dienste stand, besonders aber von sich selbst, Achtung der Stau desehre. Sittliche Entrüstung sprach ihm aus Wort und Miene, wenn er von Handlungen hörte, welche die Ehre seines Amtes zu beeinträchtigen imstande waren. Darum trat er überall stotzberedt für die soziale Gleichberechtigung sciner Berufs kollegen ein, die in ihm ihren sachkundigen und tapferen Sachwalter verehrten. Aber bei aller inneren Würde war Straßburger * # a k

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