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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-12-16 · 18 (16.12.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
18 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
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Widersinn dieser reinhebräischen Kultur geschildert. Besonders ist die angebliche einheitliche hebräische Kultur in Kanaan eine Selbsttäuschung. Tel Aviv ist keine jüdische Stadt, sondern eine russische Judenstadt. Tie polnischen, russischen, rumänischen, usw. Juden haben ihre Heimat in Palästina nicht abgestreist. Sie sind Volksangehörige ihrer Länder geblieben. Tas gilt noch entschiedener für die westeuropäischen und amerikanischen jüdischen Einwanderer und sicher nicht weniger für die jemenitischen, bocharischen und persischen Juden in Palästina, die sich alle ihre nationale Gegensätzlichkeit bewahrt haben. Tie reale Wirklichkeit straft die Behauptungen von einer einheitlichen hebräischen Kultur in Kanaan Lügen. In diesxa Zusammenhang gehört die unerfreuliche Reklame für die „Hebräische Universität", die tatsächlich bisher nur aus einer kleinen Anzahl von Forschungsinstituten besteht, in denen jüdische Gelehrte mit ihren Assistenten wissenschaftlich arbeiten. Nach der ossiziellen An gäbe vom Mai 1927 besuchten die Universität damals neben 37 Lehrkräften 168 Hörer, von denen gerade 50 ordentliche Studenten waren. Aber wichtiger als bieje Feststellungen sind die überaus vorsichtigen Urteile Wieners über die wirtschaftlichen Aussichten Palästinas. Sie lassen sich dahin zusammensassen, daß nur die Industrien, die ihre Rohstoffe im Lande selbst finden, hier lebensfähig sind. Es fehlen der In dustrie und der Landwirtschaft langsristige Betriebskredite. Tie Einnahmen des Keren Hajeffod sind auch nicht annähernd imstande das Kreditbedürfnis zu befriedigen. Tie Zukunft der jüdischen Siedlung ist davon abhängig, daß die Juden weiter gewaltige Summen in Palästina anlegen. Ta» Land kann sich nicht selbst erhallen. Tie Einfuhr- und Ausfuhrziffern belegen diese ernste Tatsache. Zum Pessachfeste 1927 haben in Tri Aviv 22000, d. h. die Hälfte aller dortigen Juden diq öffentlichen Unterstützungskassen in Anspruch nehmen müssen. Gewiß läßt sich ein sicheres Ur teil über das Ge- oder Mißlingen des win schaftlichen Aufbauwerkes zur Zeit noch nich, bilden. Nach menschlicher Voraussicht aber isr es nur als ein philantropisches kolonisatorisches Un ternehmen zu betrachten. Es ist ein Versuch, der sich hosfentlich zu einem gemeinjüdischen Kultur werk ausbauen wird. Wer sich eine klare Vorstellung von den der zeitigen Verhältnissen der jüdischen Siedlung ver Mitteln will, lese Alfred Wieners Buch. Es zeigt den einzigen gangbaren Weg in Palästina; eine entschiedene Absage an den ungesunden Natio nalismus mit allen seinen Uebertreibungen und Sentimentalitäten und ein kraftvolles Einsetzen für eine philantropische kolonisatorische Arbeit. Ter Zionismus steht nach dem 15. Kongreß am Scheidewege. Tie Entscheidung sollte ihm nicht schwev fallen. Wieners Buch ist ein Wegweiser am Scheidewege.- Die Stuttgarter Gemeinde-Abgaben im Verhältnis zu denjenigen anderer deutschen Grohgemeinden. Bon Rechtsanwalt Dr. Tänzer. 1) Tie Landesversammlung wird sich in ihrer nächsten Sitzung, wie alle Jahre, wieder mit >) Die nachfolgenden Angaben entstammen einer Rundfrage der Gemeindepflege bei den der Konferenz- Gemeinschaft jüdischer Grohgemeinden angeschlossener Verwaltungen. Die Feststellungen stützen sich am die Mitteilungen der Gemeinden Berlin,Breslau, Hamburg, Köln, Mannheim, München, Nürnberg, Leipzig und Frankfurt am Main. ALFRED BÖHM BÖHMS SIROCCO KAFFEE ■CAC*Bmn.i8H .fBNHow-ea»p|tiuasi TELEF. 22451 ALFRED BOHM STUTTGART CALWERSTRASSE 18 A1FBEDBÖHM BÖHMS TEE ■CAlWEfiSTD.18B .FWNOSS-BOHSCtoKKSI TELEF. 22451 Die beste Kapitalsanlage VERTRETER an allen Plätzen getackt! GUSTAV SIHON erhalten Sie durch den Abschluß einer Lebensversicherung bei der „VITA" Lebensversichernngs A. G. in Zürich. Beratung kostenlos ( und unverbindlich durch die General-Agentur für Württemberg / Stuttgart-Valhingen, Obere Oesterfeldstr. i

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