Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 15 (1.11.1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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— 449 — Jahre 1804. Die damals aus den Dörfern Westrußlands ausgewiesenen 60000 jüdischen Familien wurden nach Neurußland, d. h. dem Gouvernement Cherson, Jekaterinoslaw und Tau« rien verpflanzt. Aber die hier lebhaft einsetzende kolonisatorische Tätigkeit der Juden scheiterte an der Korruption der Regierungsbeamten. Ein neuer landwirtschaftlicher Kolonisationsversuch ging im Ausgang der Mer Jahre von der Regierung Nikolaus I. aus. Die neuen Kolonien im Gouvernement Jekaterinoslaw, in Littauen, Polen und Wolhynien blühten schnell auf. Aber bereits 1859 hörte die Regierung auf, den Juden freies Kronland abzugeben. Immer neue Einengungen und Einschränkungen wurden Gesetz, bis die „Provisorischen Verordnungen" von 1882 den Juden die Niederlassung auf dem Lande völlig verboten. Es waren aber bereits im Laufe des 19. Jahrhunderts fast 200000 ^iiiiiiMMiiiiiiiiiiiMitiiMiiiiuiiiiiHiiHtriimimimiiiiiiiHHuiiittniiiMtiitiniiiKiiiiiiriiHiMiiiiiiii^ | An unsere 1 | werten Glaubens-Genossen! | 1 Die Gemeinde Horb a. N. (Wrttbg.), welche 1 120 Seelen zählte besitzt kein eigenes Gotteshaus M und muhte sieb bisher mit einem Betsaal in einem gemieteten Lokal behelfen. Dieser Saal ü 1 steht aber der Gemeinde in absehbarer Zeit | nicht mehr zur Verfügung, und ein anderes Lokal I ist nicht vorhanden. Zur Aufrechterhaltung des 1 | Gottesdienstes ist der Bau eines Gotteshauses W | dringendes Bedürfnis. i Die Stadtgemeinde Horb hat in hochherziger 1 Weise unserer Gemeinde einen Bauplatz kosten- W Los zur Verfügung gestellt. Es ist deshalb M i möglich, dem Neubau einer Synagoge näher zu W W treten. Aus eigenen Mitteln kann es sich je- M W doch die Gemeinde nicht leisten, das Projekt Hj zur- Ausführung zu bringen. 1 Z Wir wenden uns daher an den so oft bewähr- | 1 ten Opfersinn unserer Glaubensgenossen mit s der Bitte, uns mit reichlichen Spenden zu un- i terstützen, und uns zu einem Gotteshause zu ver- 1 S helfen. — Spenden werden erbeten an | Isr. Vorsteheramt „Synagogenbau"Horb a. N. | M Postscheckkonto Nr. 21093 Stuttgart | Israel. Vorsteheramt. 1 liiiiiiiiiiiiiiiHimuiHimiiHiiiimmiiiiiüimuHiwmHiimiiiiaumBiHiiiMiiMiiiHaiiiniHiiHi^ ^iiiiiiiiiinmifiitinMiitiRiiiiiiiiimiiifflniiiiiininiimniRtiTiiiiiniimiiDiisiiifliiiiiiimiiiiniii^ 1 Israelitischer Frauenverein Stuttgart Z | Daa Sukkoih-Fesi | | ist in frohen Stunden gefeiert worden und | | der schöne Ertrag wird lange wohltätig wirken, g | Dem Ausschuß des Israel. Erauenveretns | | ist es herzliches Bedürfnis, all’ den fleißigen | | Frauen zu danken, die in tatkräftiger Weise | zum Gelingen des Abends beigeiragen i | haben. g | Dank auch allen denen, die durch Geld M D und Spenden sowie durch künstlerische Ga- | | ben dem Werke dienten. g ^IMillll[|IIIWUI1ttlitl)(lWWUIUB«HHtWUIUIH»IHIWI)tUHiHBHWUtlllUIUKIIIIUWItlWIWlll^ Juden zur Landwirtschaft übergegangen. Am Ende des Jahrhunderts bestanden 21 jüdische Kolonien im Gouvernement Cherson, 17 Kolonien in Jekaterinoslaw, 10 in Beßarabien und 248 kleinere Siedlungen in den südlichen und nordwestlichen russischen Provinzen. Der ukrainische Tahak wurde fast ausschließlich von Juden gezüchtet, 2,5 Millionen Weinreben wurden angepslanzt, der Gemüsebau hoch entwickelt. Wie gesund die jüdische Landwirtschaft war, bezeugt die Tatsache, daß sie die Katastrophen der Kriegs¬ und Nachkriegszeit ohne Schädigung überstanden hat. Der Aufschwung der jüdischen Kolonisationen beginnt aber eigentlich erst mit der Agrarrevolution von 1917. Allerdings blieben die jüdischen Kolonien der Ukraine, besonders die im Bezirk Jekaterinoslaw in den Jahren der Anarchie (1919 —1921) von den Ausschreitungen räuberischer Banditen nicht verschont. Auch die Requisitionen der Sowjetrepublik waren eine schwere Belastungsprüfung für die jüdischen Kolonien. Noch ernster war ihre Gefährdung durch die Mißernte des Jahres Jüdische» Lehrhaus Stuttgart In unserer Vortragsreihe über die verschiedenen Richtungen innerhalb des Judentums spricht am Montag, 7. November, abends 8 Uhr im Saal des Stadtgartens Rabbiner Dr. Leo Baedf-Berlln über: Liberales Judentum. Die Mitglieder des Vereins Jüdisches Lehrhaus und die Hörer von Lehrhauskursen haben gegen Vorzeigen ihrer Mitgliedsbezw. Hörerkarte freien Eintritt. Im übrigen sind Eintrittskarten zu M. 1.— erhältlich in Stuttgart: in der Bücherstube Bütow, Roiebühlstrasse 21, im Musikhaus Jakob, Königstrasse 25 sowie bei der Geschäftsstelle, Hospitalstrasse 36; in Cannstatt: im Schuhwarenhaus Josef, Seelbergstrasse 11 und In H. Reitzels Buchhandlung, Königstrasse 54. Dienstag, 13. Dez. folgt Vortrag von Dr. Nathan Birnbaum-Berlin über: JMS flbciilcIcnuislrcBe Jntfealm.“ JMtSdies Kinderheim Mil Tu Linie Stuttgart - Nördllngen Streng rituell — Prospekt Leiterin: FrL Lina Nager