Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 14 (16.10.1927)
- Date
- 1927-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 14)
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- 432 - An diesem Tatbestand könnte eine noch so gute und vollkommene- Statistik nichts ändern. Tie Schwierigkeiten einer Wanderungsstatistik dürfen aber auch nicht unterschätzt werden. Tie Kategorien, mir denen es die Wanderfürsorgvorganisation zu tun hat, sind so verschiedenartige, daß es nicht angängig erscheint, zwischen Abfertigungen und Abgefertigten ohne Tisferenzrerung zu scheiden. Es mag zugegeben werden, daß als Hilfsbegrisf es nicht uninteressant ist zu wissen, wieoiel Einzelwanderer es in Teutschland überhaupt gibt (ein Trittel der zitierten Zahlen mag das Richtige tresfen), aber diese Zahl besagt nichts über den wirklichen Umfang, die Intensität und Stärke der Wanderung, die doch nur ersehen werden kann aus den Vorfvrachen, die bei allen Kassen insgesamt zu verzeichnen waren. Im übrigen stimmt es nicht, daß die jüdische Wanderung zu 75 Prozent Turchwanderung ist. Tie Ziffern des Jahres 1926 haben ergeben, daß 30 Prozent allein deutsche Staatsangehörige waren. Tiefe Ziffer dürfte sich in dresem Jahr noch um 10 Prozent erhöhen. Aber auch die verbleibenden 60 Prozent dürsten höchstens nur zur Hälfte von reinen Turchwanderern beansvrucht werden. Tie restierenden 30 Prozent sind Ausländer, die seit Jahr und Tag in Teutschland ansässig sind, und deren Wanderproblem wohl die größte Ausgabe ist, vor die sich die Hauvtstelle gestellt sieht. Ter Forderung einer wftklichen Statistik ist Genüge geschehen, und sic kann nicht einwandfreier gebracht werden, als sie die Hauvtstelle zu publizeren bemüht ist. Was nunmehr das Problem der Produkiioicrung der jüdischen Wanderung betrifft, so will uns scheinen, als ob der Verfasser theoretisch die Produklivierungzwar begrüßt, praktisch aber die Formen und das Material der Produklivierung ablehnt, also eine Produklivierung ohne Produktivierungssormen und ohne Menschen wünscht. Zuerst lehnt er die Turchwanderer ab, die hach seiner Berechnung 75 Prozent der Wanderung ausmachen. Völlig zu Unrecht. Tic Turchwanderung durch Teutschland geschieht nicht im T-Zug Tempo. Die Hauptstelle ist bemüht, alle jene Menschen, deren Durchwanderung paßrechtlich gesichert ist, möglichst schnell zu ihrem Ziel zu bringen. Selbstverständlich kommt diese Kategorie von Personen für die Produklivierung nicht in Betracht. Die Masse der Turchwanderer, die in Teutschland gär nicht verbleiben wollen, die aber doch gezwungen sind, für Wochen und Monate in Teutschland zu warten, weil ihre paßrechtlichcn, staatsrechtlichen Verhältnisse ungeklärt sind, ist nicht gering. Diesen Menschen gilt es vorübergehend nicht Almosen, sondern Beschäftigung zu geben, damit ihr unnützes Umherwandern eingedämmt wird. Produklivierung heißt in diesem Zusammenhang nicht Seßhaftmachung (kein Referent hat das behauptet), nicht Produklivierung des Wanderns, sondern Produktivierung der Wanderung und ihrer Fürsorge. Weiterhin schließt der Verfasser von allen Produktivierungsmaßnahmen (hier sicher mit Recht) die Alten und Kranken aus, denen anderweitige Unterbringung und Unterstützung gesichert werden muß. Ten Schnorrer aber, der durch jahrelanges Wandern jeden inneren Halt verloren hat, ebenfalls unterschiedslos abzulehnen, heißt die mehr den tieferen Sinn unserer Versuche zu verkennen ,heißt Hilfsmaßnahmen von rornherein zu Abwehrmaßnahmen abstempeln. Wir sind vervslichtct, jede Möglichkeit der Hilfe für jene Menschen zu organisieren und auszunutzen (d. h. Produktivierung der Wanderfürsorge) und haben kein Recht, sie die Schuld der jüdischen Aesellschast doppelt entgelten zu lassen. Tann daß jene jahrelang schnorrend herumziehen, das ist unsere Schuld, die wir nicht dadurch aus der Welt schassen, daß wir jeden Versuch ernsthafter Hilfsmaßnahmen sür jene Menschen ablehnen. Schließlich lehnt der Verfasser jegliche produktive Fürsorgemaßnahmc für alle jene Menschen ab, denen manuelle Tätigkeit fremd ist. Sicherlich ist die direkte Arbeitsunterbringung in den angelernten Berufen die produktivste Hilfsmaßnahme, und daß der jüdische Arbeitsnachweis in Zusammenhang mit der Wanderfürsorge Damenhut> F*bri:rHHtlf**** «o ffiP Gartenstrafje Nr. 15 STETS LETZTE NEUHEITEN ERNST SP1NDLER STUTTGART HEGELSTR. 14 - TEL. 223 79 ♦ Empfehle für die Feieriege ff. Butter und Käse A Delikatessen ” Zerrissene Strümpfe werden wie neu hergestelU. Fübllnge nicht abschneiden. Alte Strümpfe milbringen. Paar 55 Pf. TT Scldensirümpfe werden enfgemascht TT Ernst vom Brndt Stuttgart EHrturfsir.E] Na4>, Separator' fiesdiäff feiner Sdiuhwaren Jos. Oblinger Schuhmacher- Meister Hohenheimerstrafre 4 Plissee Kurbel-, Bunt- und Welf - Stickerei, Hohlsaust Feston. SpUxenelnnlhen fertigt an LEnftle