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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-07-16 · 8 (16.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
8 (16.7.1927)
Date
1927-07-16
Page
[Seite] (sequence 12)
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— 242 — Hilfsbereitschaft ist es oft Pflicht, dem Gefangenen Bitten abzuschlagen. Darum muß man den Wünschen der Gefangenen gegenüber eine gewisse kritische Unbefangenheit bewahren. Man hat ja auch -Gelegenheit, ihnen Erleichterungen zu schaffen, z. B. durch die Versorgung mit ritueller Kost an den Feiertagen. Wichtiger aber ist die Beschasfung geeigneten Lesestoffes für die Gefangenen. Durch die freie Zeit, die ihnen die Gefängnisarbeit läßt, und die sie oft nicht zweckmäßig auszunutzen verstehen, werden die Gefangenen von 'Langeweile und anderen schlimmen Dingen geplagt. Ta muß her Geistliche für geeignete Lektüre sorgen. Gerade die jüdischen Gefangenen haben im Gefängnis ein sehr starkes Bedürfnis nach religiöser, geistiger Anregung, sie lesen gern religiöse Schriften. Freilich ist die AuswaP sehr schwer. Denn wir haben leider keine reichhaltige religiöse Volkslitepatur. Man wird vielleicht an eine jüdische Zeitung denken. Unsere jüdischen Zeitungen sinL allerdings wenig geeignet, religiöse Verinnerlichung zu treiben, weil sie zum Teil politische Organe sind. Neben den Zellenbesuch«n hat der Rabbiner der Anstalt den Gottesdienst als ein Mittel seiner seelsorgerifchen Beeinflussung zu benutzen. Ich will da nur ein paar Bemerkungen über die Predigt in Strafanstalten machen, weil nämlich die sonstigen Einrichtungen des Gottesdienstes ganz abhängig sind von den lokalen Verhältnissen und von der religiösen Denkart des betreffenden Rabbiners. Die Predigt in Strafanstalten kann und muß eine rein seelsorgerischc sein, d. h. sie muß die' Rücksicht auf die einzelne Persönlichkeit in den Vordergrund stellen. Man muß sich jedesmal fragen: Wie will ich heute dem oder jenem gerade die Seele stimmm? Und man wird auch bei Jllustrationsstoff, d. h. bei den Mitteln, die man anwendet, um den Gefangenen zu interessieren für das Problem, das man darbieten möchte, sich nach den Neigungen der Detinierten richten. So hatte ich einen Gefangenen, der außerordentlich musikalisch interessiert war. Es lag mir daran. Spargelder Vcrvielfalh$un$en Schreibarbeiten jedec/lrf liefert WKFGANG DÜRR rucoaiCNsme Effekten ^C^ürttemb er gische J^otenbank in Stuttgart, Friedrichstr. 33 empfiehlt sich rurBesorgung bankmäßiger Geschäfte Warenlombarde Devisen HAI NUNco S TAH Lw Aä eh Jebenhauser Sprudel Das beste und billigste Mineralwasser Gotthilff Häberle Stuttgart Heustelg strafte 94 - Telefon 71472

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