Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 8 (16.7.1927)
- Date
- 1927-07-16
- Page
- [Seite] (sequence 11)
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— 241 — fenneit zu lernen. Er wird also die Personalakten studieren, er wird sich orientieren über die Vorstrafen, über die Familienverhältniss« des Verbrechers, seinen körperlichen Zustand aus den Akten kennen lernen, evtl, die krankhaften Symptome, die der Arzt festgestellt hat, daraus erfahren, vielleicht auch die Gerichtsakten einfordern, wo der Prozeß ein psychologisches Problem bietet. So hatte ich einen Detinierbm, der wegen Giftmordversuches zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt war. Es war nun meine Pflicht, aus den Gerichtsakten ein Bild der psychologischen Motivierung dieser entsetzlichen Tat zu gewinnen. Aber die Akten sind tot, wichtiger ist das, was wir in der Seele lesen. Wir gehen in di« Zelle. Bei unserem ersten Besuch lassen wir den Detinierten sprechen. Wir hören, was er uns erzählt von seinem Vorleben, von seiner Untat, wie er sich entschuldigt, daß er auf den Abweg gekommey ist. Wir suchen, wenn wir von feiner Schuld überzeugt sind, ihn zu einem Geständnis zu bringen, sofern dieses Geständnis noch nicht «erfolgt ist. Wir werden da freilich in sehr vielen Fällen auf spröde Zurückweisung stoßen, zumal die Meineidigen und Sittlichkeitsverbrecher von ih^!r Unschuld so durchdrungen sind, daß sie sich Für Märtyrer halten. Hier hat man mit pathologischen Erscheinungen des Verbrechertums zu rechnen. Die überwiegende- Mehrzahl der Sittlichkeitsverbrecher versagt dem Geistlichen das Geständnis. Wenn wir so allmählich durch Zellenbesuche von der Psyche des Detinierten ein Bild gewonnen haben, dann werden wir sein Vertrauen zu gewinnen haben durch Beweise von Liebe und Rücksicht. Wir werden uns gern zur Verfügung stellen, wenn es gilt, den Briefverkehr mit den Verivandten, mit der Familie dos Unglücklichen auftecht zu erhalten, den Zusammenhang zu wahren mit seinen heimische.« Verhältnissen. Wir werden versuchen, die Wünsche, welche die Detinierten an die Anstaltsleitung richten, zu befürworten. Freilich gilt cs da vorsichtig zu sein, und bei aller Für Reise u. Wanderung einen Photo'Apparaf vom altbekannten $pe2ial|e$chlf t Photohaus SCHWABEN ADOLF SIMPFENDORFCR Stuttgart, Marlenstr. 7 (FOrstanhof) Hllllll Kottenlotet Unterrldit |||||||| ALFRED EKELE, TediniKer -HOHENHEIMERSTR. 7« - ,e*r. 1*11 FERNSPRECHER 206 15 ,e*rL1™ in Autovermietunig für Personen- und Lust- Wagen mit und ohne Kipp-Vorrichtung empfiehlt sich zu angemessenen Preisen nach Vereinbarung Sei« aber 70 Jahre bewahrt HARDT PUao- >. FMgeUabrfk Gegründet 1855 STUTTGART » Fontair. No. 131 KARL HARDT Ist die 1. Fabrik des Landes, die seit 1863 als SpestaUtSt kreu»salt1#€ Pianos baut Beste Gewähr für gute, gediegene Hrbeit. |. TM Gegründet 1875 **8 76 Fr. Höhle & Sohn I Fein str Herren «.Dame«schneidere! 8 Stuttgart, Hospitalstrahe Nr. 21 a 9 Generalvertretung für Württemberg, Beden u. Hohen xoilemi E. GEIGER, Langestr. 11b, Stuttgart / Tel. 25007 ALFRED BONN „FEINKOST-BÖHM“ STUTTGART / CALWERSTRASSE 18 / TEL. 22451/52