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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-07-16 · 8 (16.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
8 (16.7.1927)
Date
1927-07-16
Page
[Seite] (sequence 7)
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Geselligkeit, studentischen Umgangsformen ihr« Angehörigen erziehen wollen". „Liegt nicht in diesem Willen, zu uns zu gehören und auch am äußeren Schmuck unserer Feste teilzunehmen, etwas Verbindendes? Mir fallen dabei jene tapferen Juden von 1914 ein, die mit uns hinauszogen und für Deutschland gefallen sind. Eine der von Ihnen ausgeschlossenen Verbindungen hat 22 Tote zu verzeichnen. Wir haben uns dieses Opfer und diese Hilfe gefallen lassen, wie wir es uns im Frieden gefallen lassen, daß z. Bunser psychiatrisches Forschungsinstitut zu einem sehr großen Teil von einem Juden finanziert wird, daß hervorragende Forscher und Denker, um nur unseren Richard Millstätter zu nennen, eine führende Rolle in der deutschen Wissenschaft übernehmen. Ja, wir haben es uns gefallen lassen müssen, denn diese und ähnliche Dienste werden dem deutschen Volk zuteil, ungebeten, wie Sonne und Regen. Die ganze deutsch« Kultur östlich unserer Reichsgrenzen wäre vielleicht längst zusammengesunken und vom Slaventum überschwemmt worden, wenn nicht das Judentum für deutsche Sprache und deutsche Geistesart dort einstände." „Sie werden nun einwenden, meine Herren, daß trotz alldem der Jude ein Fremder sei für den Deutschen: fremde Rasse, fremdes Volk. Von der Rasse lassen Sie mich schweigen, denn dies ist ein zoologisches, kein humanes Argument, und wer sich im menschlichen Tierreich zu bewegen wünscht, der mag immerhin sich vor dem Juden verschließen, als vor einer Tiergattung, die seiner Tiergattung schädlich ist. Aber eine Universität ist keine Menagerie. — Es bleibt der Gesichtspunkt zu würdigen, daß der Jude im menschlichen Sinne und als Fremdling gelten soll. Nun wohl, dann ist er unser Gast, und einem Gaste pflegt der Gebildete, aus gute Sitte bedachte Mensch mit ganz besonderer Freundlichkeit zu begegnen. Mich dünkt es unfein, einem Gast, der mit freundlicher Absicht anllopft, die Türe zu weisen.'" Und per Erfolg dieser llugen Worte, di« bei allem Humor an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen? Der Korporations-Ausschuß hat, da sich die Stimmen zur Aufnahme der ausgeschlossenen Verbindungen nicht einigen konnten, beschlossen, daß bis auf weiteres bei gemeinsamen akadenrifthen Feiern nicht mehr chargiert werden soll, und daß der Korporations-Ausschuß aufzulösen ist. Es ist bedauerlich, daß die Mahnung Boßlers wirkungslos geblieben ist. lei Schutt und Geröll bedeckt war. Da sagte er: Ich höre aus diesem Stein ein leises Wjmmern einer gefangenen Seele, die ich befreien muß. Und er ging hin und gestaltete mit der genialen Kraft seines Meisels ein schönheitstrahlendes Kunstwerk. Auch wir sollen in der Seelsorgearbeit air den Gefangenen aus dem versteinerten Gemüt« dm Sehnsuchtsruf der geknechteten Seele vernehnten, der wir die Erlösung bringen sollm. Für diese Aufgabe gilt nun zunächst das Wort: Der Mann ist das Wesentliche und nicht die Methode. Darum werfm wir zunächst unseren Blick auf die Persönlichkeit des Seelsorgers. Er darf kein kalter Kopftnensch sein, sondern ein Mann, dessm Herz voll liebender Teilnahme erschlossen ist für das Weh seiner Mitmenschen, der das Wort des Propheten erfüllt: et haobcdet abakkesch „das Verlorene suche ich." Es gibt ein Gedicht des Prinzen Emil zu Schöneich-Carolath, wie da auf dem Sterbebette eine Seele ausgerungen hat und emporstrebt zu FRIGIDAIRE (Ersc«|Rii dor Ocacrtl Motors) der *LiLl uierute ul lute eleltr.-aitiiatufle liilstrui Der Rabbiner in der Gefängnis» feelforge. Bon Bez. Rabb. Dr. Beermann-Hellbronn. Eines Tages sah Michelangelo in Florenz auf einem Hose einen Marmorblock, der mit aller- General- Vertretung: Stuttgart Ausstellung: Königstraße 3 / Fernsprecher 2ÖO41/42 Verkauf u. Lager: Bahnhofstr. 87/89 — Telefon 28673 7

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