Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 7 (1.7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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— 200 - Auftreten zu der GemilusChesed. Ta muß doch sestgestellt werden, daß der sich seiner Würde bewußte aufrechte, vergangenheitsstolze Jude '— in de: Stadt wohnt. Wie wenig Anklang findet, leider, der Zentralverein und sein Antipode, der Zionismus, auf dem Lande! Tie Zahl der Mitglieder spricht hier eine beredte Sprache. Tas Land wird uns nicht die Erlösung vom Ghettomenschentum bringen. Man kann jüdische. Bauer und doch ein kriechender Ghettomensch sein. Ten selbstbewußten Juden hat die Stadt -gekoren. Ein Moses Mendelsohn, ein Gabriel Rießer konn ten nur in der Großstadtluft gedeihen. Ten alten jüdischen Lebensstil bringt uns da; Land nicht mehr. Er kann nur die Folge einer gründlichen Reform unserer Gesamtkultur sein, eine Erscheinung der Zeit und nicht des Orts. Zum jüdischen Leben gehören physische jüdische Menschen. Früher zeichneten sich die Landge meinden durch ihre Fruchtbarkeit aus. Solange diese anhielt, konnte die These vom Untergang des deutschen Judentums nicht aufkommen. Mit Schrecken muß aber der Volkswirt nun wahr nehmen, daß auch aus dem Lande das Ein oder Keinkindersystem Regel wird. Tie in diesen Blät lern jüngst veröffentlichte Statistik der würg, jüdischen Gemeinden zerstört die Hoffnung, daß von den heufigen Landjuden die Rettung dex Judenheit kommen könne. — Nur wenn städtische Elemente sich wicker aus dem Lande ansässig machen und nach einem neuen Lebensstil leben wollten, könnte eine Genesung erhosft werden. Man ist in unkritischer Nachbetung eines allgemeinen Erfahrungssatzes davon überzeugt, daß durch Zufuhr von ländlichem Blute die nervös« jüdische Stadtbevölkerung wieder ausgefrischt würde. In dieser Verallgemeinerung ist der Satz falsch. Wahr ist, daß die sauerstoffhaltige ländliche Luft den Lebensenergien zuträglicher ist als die verbrauchte Luft der Großstädte. Tafür haben aber letztere hygienische Einrichtungen, welche dem Lande fehlen. Tie Sterblichkeitsstatistik läßt sich nicht zu gunsten des Landes ausdeuten. Gewiß führt der Bauer ein viel ruhigeres Leben als der Städter. Aber sind denn unsere Landjuvelu Bauern? Sie sind doch selbst nervöse Geschäftsleute. Tie Gesundheitsbogen der jüdischen Volks schüler aus dem Lande weisen eine so erschreckend große Zahl übernervöser Kinder auf, daß der Prozentsatz derselben von der Großstadt nicht erreicht wird. Nur, wenn es gelingen sollte, jüdische Bauern aus dem Lande zu schassen, kann vom Lande aus die Rettung der städtischen Judenheit erfolgen. Tie heutige ländliche Judcmheit ist S C H I E AYE Ptanofortefabrlk STUTTGART, Neckarstrasse 12, Ecke uirich»tra««o FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM MIETE / TAUSCH / STIMMUNGEN / BEQUEME TEILZAHLUNGEN _ Femaproohor 86841/42 iiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniHji Der Wert des Augenglases liegt in der individuelle* Anpassung Gewähr für gute Agbelt bietet Bf Adolf Mehrer vohn^G-Luttt Spezialgeschäft für AugeqopHk Feldstecher Barometer^^H STUTTGART . EHerhatdsliasse 37 Brndunanii-Bcsfcdfc edii Silber nd I* versilbert Jawelca, fiold- und _ . , smcrwwcn Carl H wi TlSdMl' ». I Juvetier inttarttakren 1 Stattgirt, Eterluristr. 65 Otto Hhmann, Stuttgart Koogangehalle LnsgangehaUe Fernsprecher 20991 - Postscheckkonto Stnttgart 251 OH PRotel 1 ^ttdlfii» 1 Kaffee Bukker Thüringer Schokolade Tee Tier Draunschweiger Pralinen Kakao Käse “ Wurstwaren Keks Deine / Liköre / Deiubrauö «Obst / Sübfrüchte / Reiseproviaut Spezialität: Anrichten feinster kalter Platten < /. Stufig. Eilboten und- TransportinsHtut Klara Schopf Telephon SA. 60257< SS! 59 Roiebühlstrafie öl, Hihs. Ecke SilberbaigStraße Transporte, Umzüge, Lagerungen, Botengänge aller Art, Kommission. Gehweg - Reinigung.