Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 6 (16.6.1927)
- Date
- 1927-06-16
- Page
- [Seite] (sequence 11)
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— 177 hing nichts als durch historische oder soziologische Faktoren gegebene Entwicklungjszustände feststrllt. Auch die sogenannte „Ostjuden. Frage" fällt unter dieses Kapitel — das leider ein recht trauriges genannt werden muß. Zwar haben weite Kreise unseren Brüdern und Schwestern im Osten stets hilfreich die Hände gereicht; die gesamte Kulturwelt lehnte sich gegen den antisemitischen Terror des zaristischen Rußlands auf. Ein großer Teil unserer Glaubensgenossen steht aber dem Ostest noch vollkommen fremd gegenüber und und zwar nicht nur dem Hilfswerk, sondern vor allem auch der ostjüdischen Seele. An Stelle des notwendigen Versuchs, einen Blick in das Herz des Ostjuden und in sein freudloses, gehetztes Dasein zu werfen, tritt oft ein kaltes, durch nichts zu rechtfertigendes Vorurteil, und im Stolz auf die Segnungen der eigenen westeuropäischen Kultur und Zivilisation vergißt so mancher, daß er sübst Großväter hatte, die von Tarnopol kamen. Wie überall, so ist man aber auch in der Ostjudenfrag« nur zu leicht geneigt, zu derallgemeinern und bedauerliche Einzelerscheinungen auf die Gesamtheit zu übertragen. Jeder Versuch, diese Vorurteile auf ein gerechtes Maß zurückzuführen, muß daher dankbar begrüßt werden. Joseph Roth will durch sein treffliches Buch „Juden auf Wanderschaft" *) aufklärend wirken und hegt, wie er im Vorwort sagt, „die törichte Hoffnung, daß es noch Leskk gibt, vor denen man die Ostjuden nicht zu verteidigen braucht". Diese Worte sollten uns allen zu denken geben. Denn wer kennt den Ostjuden so, wie er wirklich ist, wer hat eine aus der Erfahrung ( gewonnene Vorstellung von der zwingenden Größe seiner 'Seele, seines unerschütterlichen Gottvertrauens und seiner rührenden Resignation? Joseph Roth hat die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse des Ostens liebevott untersucht und geschildert. Er entwickelt die vielverkannte Persönlichkeit des ostjüdischen Bürgers *j Verlag, Die Schmiede A.G., Berlin. ¥ Clegante Q)amen- (JLüte ALFRED EKELE, Techniker -HOHENHEIMERSTR. 76 - 1911 FERNSPRECHER 106 1$ *e<Tl911 Auto Vermietung; für Personen- und Last- Wagen mit und ohne Kipp-Vorrichtung; empfiehlt sich zu angemessenen Preisen nach Vereinbarung Feine Herren- und Damensdinelderel, Tuchlager Carl Kniself Stuttgart Keplerstr. 23, Eingang Kriegsbergstrabe TELEPHON 10491 Änderungen, Reparaturen und Bügeln werden jederzeit prompt und billig ausgeführt I l Sit* Mn, Seil aber-70 Jahre bewahrt HARDT Plano, n. FMgelfabrtk » Ocgrfladet 1855 STUTTGART » Forst»tr. No. 1,1 KARL HARDT Ist die 1. Fabrik des Landes, die seit im als SpestaMtOt kr einsaitige Pianos baut Beste GevShr für träte, gediegene JJrbeit. pM ZMoarktttai. TmS - SHaaaf - KM. H «SKtTfinhs« 1875 CslMbon ««8 7« H g Fr. Höhle & Sohn jj Fein ste Herren u.D amen sch neiderri 8 ^Stuttgart, Hospitalstrahe Nr. 21 aj Backerei Condiiorei und Caf£ irren Jer* u*5 Stuttgart sa FrledriAspUtf Fernsprecher 216M Stets frisch liefern wir frei ins Haus: Torten, Kuchen, Kranze Teegebäck, Konfekt Creme- und Eisspeisen Alfred Bohitt „Feinkost-Böhm“ =— STUTTGART / Calwersfraße iS