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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-06-01 · 5 (1.6.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
5 (1.6.1927)
Date
1927-06-01
Page
[Seite] (sequence 14)
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— 144 — politischen Absichten immer verfolgen — ist es nicht ein echt- und urjüdischer Gedanke, daß Gott sich der Könige und. Völker oft gegen ihr eigenes Wissen und Wollen als der Werkzeuge seines Willens bedient? Warum soll man heute England gegenüber nicht mehr so denken dürfen? Gern und freudig anerkenne ich Ihre Maßgeblichkeit auf weiten Gebieten des jüdischen Wissens. In der Frage des jüdischen Palästinaaufbaus kann ich Ihre Auffassung jedoch nicht gelten lassen und durfte zu deren Bekanntgabe „um Zions willen nicht stillschweigend' In ausgezeichneter Hochachtung und kollegialer Verbundenheit Rabbiner Dr. Schlesinger. Buchau a. F., den '23. Mai 1927. Sehr geehrter Herr Kollege! Eine Debatte in Glaubenssachen und Glaubenssragen ist zwecklos. Sie glauben, daß die Wiedergeburt Israels gerade in Kanaan erfolgen wird ich erkenne keine geographische Heimat für eine religiöse Weltanschauung an. Sie finden die klassische Größe der Prophetie in deren Wirksamkeit in Kanaan — ich sehe sie in ihrer Loszelöstheit vom Boden Kanaans, in ihrem weltumspannenden Gottes- und Sittlichleitsbegriff. S'e schauen bereits die werdende Renaissance in den Misrachi- Schulen, im Wiederaufleben der hebr. Sprache, in der Sabibathruh: einiger Arbeitersiedlungen — ich sehe in alledem nur Splittererscheinungen, die für die Gesamtidee des Judentums völlig wesenslos sind. Aber in Glaubenssachen gibt cs . eben keine Debatte und versagt alle Logik. Anders steht es um Ihre „Beweise" aus dem Siddur gegen meine Auffassung der Gebete um die Rückkehr nach Zion. Sie wissen so gut wie ich, daß diese Gebete in dem Geschlecht entstanden sind, das unmittelbar nach der Zerstörung des Tempels lebte. Es war natürlich, daß sich diese Gebete eng an den Tempelkult anschlossen und daß in dieser Zeit die Hoffnung auf die Wiederherstellung des Tempels und die Wiedereinführung der blutigen Opfer lebendig war. Es ist ein Zeugnis für die konservative Einstellung des Judentums, daß es diese Gebete und andere längst inhaltslos gewordene stillschweigend übernommen. Ich erinnere Sie an das Gebet, das noch allsabbathlich in altgläubigen Gemeinden für die babylonischen Schulhrupter. gesprochen wird, die vor 800 Jahren gelebt haben! Alle di:se Gebete sind Erinnerungen und nicht mehr. Sonst müßten wir Anderen den Radikalismus der Reformer befolgen, die sie ganz aus dem Gebeilbuche entfernt haben. Wenn sie Ihnen aber mehr sind und Sie diese Gebete wörtlich auffassen, dann müs'en Sie — sonst ist Ihre Beweisführung windig und sinnlos — auch die Gebete um die Wiederein- Praktische Geschenke für dm Haushalt In Matall, Qlas und Porzallan flndan Sla In üborraichar Auswahl bat * FRANZ FREUND STUTTGART, KönlgstraBa 60 1 Beleuchtungskörper 1 und andere elektr. GebrauifasgcgensiSnde I Gasherde und Kocher 1 mit Doppalsparbranner 1 in großer Auswahl bei 1 Joseph Jttdell / Sfuflöarl 1 Jlteaplatz 5 Telefon 24213 1 Teilzahlung gestattet wsm^ Sdiuhhaus Feigenheimer /Sera Allein* Y BA ftwfrly Verkauf der Herz-Schuhe STUTTGART, Friedrichstr. 52 Kamelhaardecken Wolldecken Steppdecken Autodecken Reisedecken etc. Unbedingte Qualitätsware , Billigste Preise KOCHER & Co. Decken - Spexialgesdiift STUTTGART, Brettettr. 2b

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