Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 5 (1.6.1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Belongs to
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— 136 - Opfer werden soll von. Rassendünkel und Rassenwahn. Ich verkenne nicht, daß auch die neueste Welle des Judenhasses schon abzuebben scheint, ich weiß auch, daß sich nicht die ganze Umwelt an uns vergangen hat, es würde mir auch als Unterlassung erscheinen, wenn ich nicht aussprechen wollte, daß wir uns über unsere Behörden hier nicht zu beklagen, im Gegenteil ihr vielfach gezeigtes Entgegenkommen anzuerkennen haben. Aber es ist doch ein breiter Graben aufgerissen, der uns von unseren Mitbürgern trennt, und es bedarf viel guten Willens auf beiden Seiten, um die Brücke der Verständigung zu schlagen. Auch in diesem Punkte haben es unsere Väter vot einem halben Jahchundert leichter gchabt, als es uns beschieden ist. Der fromme Sinn unserer Bäter hat zur Ehre Gottes die Synagoge errichtet. Sie lädt uns ein, sie zu besuchen, wenn wir das Weh der WUt vergessen, wenn wir uns über das Irdische hinaus erheben wollen. Sind wir so fromm, wie die Bäter waren? Hängen wir mit dem gleichen Eifer am Judentum wie sie? Liegt uns unsere Religionsgemeinde ebenso am Herzen wie ihnen? Wer möchte leugnen, daß es eine Periode gab der Lauheit und Flauheit, der Lässigkeit und Gleichgültigkeit? Wer möchte verkennen, daß bei uns, wie bei der Umwelt, eine zeitlang der Alltag seine Heiligung eingebüßt hatte und die Menschen oberflächlicher und äußerlicher nmrden, statt tiefer und innerlicher und inniger? Aber ich glaube, daß wir in unfern gutgeordneten Einrichtungen einem neuen religiösen Aufschwung entgegengehen. Ich habe die Zuversicht, daß der Israelitische Oberrat uns hierbei seine Föckerung angedeihen lassen wird. Ah habe das Vertrauen zu unseren Kultusbeamten, daß sie die schlummernden, religiösen Gefühle zu rechtem Leben zu wecken verstehen. Ich bin überzeugt, daß die Beteiligung der Frauenwelt am Gemeindeleben dazu führen wird, daß die Häuser wieder mehr der Hort eines frommen Familienlebens werden, und ich setze meine Hoffnung auf die Jugendbewegung, in welcher soviel Idealismus und Religiosität um Ausdruck ringt. Uns gilt die Mahnung Goethes: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen." Die geschichtliche Betrachtung hat uns keinen Zweifel darüber gelassen, daß der vor 50 Jahren erwartete Fortschritt aus manchem Gebiet nicht eingetreten ist. So könnte man die Frage verstehen, ob wir Grund haben, ein fröhliches Fest zu feiern, und nicht vielmehr verzagt, beklommen und kleinmütig sein müßten. Aber ich denke: Die Hindernisse, die uns entgegenstehen, müssen genommen, die Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg legen, müssen überwunden, die Ungunst der Zeit, die wir empfinden, muß besiegt weriiiMBHtimniuiiiind>niiiiiniiiiinininniniiitin luttimtflmmnmjimnunmsi^ A Y E R äMMHflllllllli [iumviin SCHI imwinminiiHiniuR E D Planof ortsfabrt k STUTTGART, Neckarstrasse 12, Eck» uirich.traa.e FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM MIETE / TAUSCH / STIMMUNGEN / BEQUEME TEILZAHLUNGEN remtpraohcr 868 41/48 Deine Augen vertrau nicht Jedem Vom Fachmann einwandfrei angepaßie Augengläser schonen das /Jage. mmH Gewähr für gute JIrbeit bietet Adolf Mehrer vorm. G. Lufft Tei. 245 56 Stuttgart Eberhardstr. 37 Spezialgeschäft für Augenoptik, Theatergläser, Feldstecher etc* Brndunanii'Bcslcdic edü Silber nd in wersllberi . Juwelen, Goldand Silberwaren Carl linrlz Tasdwnn. | Jmveäer Annbandaliren | Slntlflart, Ebcrbardstr.B5 X Louis Thier & Cie. e.m b.H. Haoptkootor: Bücbsenstr. 58, Fernsprecher 23432/33, 22401 —Lagerkontor: Lndwigstr. 35, Fernspr. 60290 a«frflnd.t 1865 liefern in nur erstklassigen Qualitäten: Anthracitnnsskohlen — Ruhr und Kohlscheider Ruhr-Anthracit-Eiformbrikets II Braunkohlenbrlkets „Union“ Rubr-Breehkoks, Körnung I und II, Stuttgarter Gaskoks für Zentralheizungen H „ „ Körnung III für Ofenheizung || Ho1*’ 8ut trocken, gesägt und gespalten Sommerpreise im Juni