Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 3 (1.5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
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97 - Er trat vor Gott hin und sprach: „Unser Schicksal ist unerträglich. Gewiß, NNscre Ivünde ist groß, aber unser LeL ist größkt als unsere Schuld. Du hast mich zum Zaddik in diesem Zeitalter bestellt. Ich fordere im Namen meinps Volles die Erlösung." Des Rabbi Zornruf drang bis zum Throne Gottes. Die Himmelsfesten erbebten. Die Mächte der Tiefe mck» der Höhe traten vor Gott. Die Erzvater erhoben die betenden Hände. Die Stammesmütter jammerten laut aus. Mose und Aron schrien zu Gott. David und Salomo knieten vor ihm nieder. Die bleichen Märtyrer rangen die verstümmelten Hände. Wie ein Sturmwind klang das Beten der Feuerengel. Aus Millionen Kehlen tönte der eine gellende Schrei: „Erbarme dich über Israel!", daß das Herz Gottes erbebte. „Wer wagt es, in meinen getzeÄ^ten Willen einzugreifen?" Da verstummte de?schrei, und der Rabbi stand allein vor Gott. *Bist du berechttgt, so vor mir zu sprechen, so bringe deine Zeugen, daß du im Namen Israels sprechen darfst " Zitternd trat der Rabbi zurück, um seine Zeugest bor Gottes Thron zu rufen. Der Wehschrei des Rabbi war auch in das Herz der Hölle gedrungen. Der Satän schreckte auf. Sollte sein Reich zu Ende sein? Wehrlos sollte man ihm das Zepter nicht entreißen. Inzwischen trat der Rabbi in den Kreis der Jünger, um seine Zeugen in ihrem Kreise zu wählen. Unter -den Jüngern saß ein ihm unbe- « kannter uralter ehrwürdiger Mann, nach seinen Worten ein Schüler des großen Baalschem, des Rabbi Israel ben Elieser. Die Jünger hatten ihn umringt und hingen an seinen Lippen. Er erzählte von seinem heiligen Lchrer: „Der Baalschem war sichtbar ein Liebling Gottes, sodaß keiner an seiner Sendung zu zweifeln wagte. Er war aber so bescheiden, daß er selber an seiner Sendung zweifelt«. Ja,, er verbot den Jüngern, ihn als den Sendboten Gottes zu bezeichnen, und sprach einmal: Falls ich euch einmal frage, ob ich der Zaddik bin, so untersage ich euch, mir zuzustimmen." In diesem Augenblicke trat der Rabbi unter seine Jünger: ,Zhr müßt mir bezeugen, daß ich der Zaddik diesesZeitMers bin!" sprach er hastig wie im Fieber. Aber seltsam,, die Jünger blie ben stumm. ' Six dachten an das eben gehörte Wort des Baalschem. Der Rabbi b^ach zusammen. Der Oktan hatte gesiegt. Des Rabbi Wehschrei war wirkungslos geblieben. Wieder einmal war Israels Erlösung durch den Satan vereitelt worden. - 2. Das geheimnisrolle Sotteschan». Das Gebet des Rabbi war allmächtig. Der Satan fürchtete, daß er Israels Erlösung am nahenden Versöhnungstage von Gott erringen i würde. Es gab für ihn nur «inen Ausweg, den | Rabbi an diesem Tage von Gott fernzuhalten. HEILBRONN Photo- Spezial- GesdiSft fär Photobedarf Atelier fär moderne Bildnisse KAISÜBSTR. Nr. 50 TELKPHON 10M Eugen Hoerner Amerikanisches Bank-Geschäft HCILBRONI a. N. Begründe« 1850 ■ ■■ Begründ*« ISSO - - Erhebungtm Msbisben in Amerika und Im sonstigen Auslande Beibringung von Vollnsuehten und Urkunden loMoreokung naofc VersoMlltmn Auskünfte n.Beuchnffnng wen ReobtsgntueMen Kotei Kronorin^J i >■ HNlllHIdt peaüter Q. Jtwüe^MllN llr.Z02 j| ' ‘isil yi dl Hotel für reisende Kaufleute Zer^alHelxung / Serag* JULIUS NÄGELE ,SCHO l£o LA DE NH AUS , w''- HEILBRONN a. N. Kaiserstr. ja, Telefon 1M6 Kaffee / Tee und Kakao 91