Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 3 (1.5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
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- 80 - unb Fortbildungsschulen Handelsschulcharakter zu geben. Der ist Selbstmord, weil er zur Verstädterung erzieht. Die Lebensfrage des deutschen Juden gebietet aber das Gegenteil: Hinaus aus der Enge der Stadt aufs Land! Wie ist diese Umsiedlung am leichtesten zu bewirken? Die rein bäuerliche Sicklung erscheint Istiir doch nach dem Gesagten, zumal in Süddeutschland, ein gewagtes Experiment zu sein. Ein anderes Bild entsteht, wenn sich jüdische Handwerker auf dem Lande wicker niederli-eßen und von ihren Ersparnissen Acker um Acker erwerben wücken. So kommen vielfach christliche Handwerker aus eigener Kraft nach und nach zu einem ansehnlichen Bauerngütlein, wobei sie noch den Vorteil haben, an Bauernarbeit gewählt zu werden und Erfahrungen für diesen Betrick zu sammeln. Noch vor 50 Jahren haben auf diese Weise auch jüdische Handwerker in Württemberg es zu einem gewissen Wohlstand gckracht. Das beste Sicklungselement dürften wohl die Viehhändler sein. Heute ist jcker Bauer ein Viehhändler. Zur Verhütung der Inzucht ist der Bauer schon gezwungen, seine Bestände fort und fort zu erneuern. Die heutige Mästung erzielt raschere Ergcknisse und einen rascheren Umsatz der Tiere. Ich sage das, um zu beweisen, daß sich Biehhandel sehr leicht mit Landwirtschaft vereinen läßt, ja gewissermaßen zur Landwirtschaft gehört. Wird nun der Viehhandel etwas intensiver betrieben, so erhöht er das Einkommen des Sicklers und setzt diesen in die Lage, Annuitäten abzutragen, ja den Besitz durch Zukauf zu vergrößern und so zu gestalten, daß unter Umständen der Viehhandel sich auf die Verwertung selbstgezogener Tiere beschränken kann. Derartige Entwicklungsergcknisse habe ich mehrfach beobachtet. Viel häusiger sah ich alleckings das Gegenteil, daß zu Besitz und Wohlstand gekommene Viehhändler ihre landwirtschaftlichen Anwesen verkauften, in die Stadt zogen und von da aus ihren Handel trieben. Die Annehmlichkeiten der Stadt üben eben einen großen Reiz auf die zp Wohlstand gekommenen Bevölkerungsschichten. Fast zur Regel wurde es, daß »ermögliche Viehhändler ihren Nachwuchs anderen kaufmännischen Berufen oder dem Gelehrtenstande zuführten. — Diese Kreise yiiiiiiiiHiniHiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiniiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiMmimHMMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinie Commerz- und Privat-Bank Hamburg Aktiengesellschaft GagrGndet 1870 300 eigene Filialen 120 Depositenkassen Berlin Filiale Stuttgart KönigstraBe 11 — am SchloBplatz äiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiNiiB / “' in den neuesten Mustern kaufen Sie preiswert bei GUSTAV GASTEL STUTTGART Pfarrstrasse 10 — Telefon 25716 I JOSEF ADIS . STUTTGART Gaibroditr. 2, Ecke Vogelsangstr. Ausführung von Ges-, Wasser- und Klosettanlagen. Uebemahme ganzer HausentwSsserungen. Lager tn BadeAfeo, Badewannen. Kloses, Gaslämpcn und Gas-Herden Klappwagen 00 24.®« 17.75 mit Federung 38.®® rar BRchscnstr. 20b ■ INS Salon eleganter Damenhüte FRIEDL HÖGER, STUTTGART Kfoifstr. 31A: (Haus Wildkaaer) Fcrmimf 25752 Stets Eingang letzter Neuheiten